Mücksch, Josephine

Musikschule – (k)ein Ort des Scheiterns – Bilder vom Ort öffentliche Musikschule und vom Beruf der Musikschul-Lehrkraft: Eine qualitative Studie aus der Perspektive ihrer Lehrkräfte

Music school – (not) a place of failure – Images of public music schools and the profession of music school teachers: A qualitative study from the teachers’ perspective

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: üben & musizieren.research – Sonderausgabe 2026 , 303–318

Die Teilstudie „Musikschule – (k)ein Ort des Scheiterns“ ermittelt im Rahmen des Forschungsprojekts „MiKADO-Musik“ persönliche Vorstellungen von Musikschul-Lehrkräften vom Ort der öffentlichen Musikschule und vom Beruf der Musikschul-Lehrkraft. Die Forschungsfrage berücksichtigt, inwiefern sich aus den Äußerungen der befragten Personen spezifische Bilder generieren lassen. Zudem wird untersucht, ob sich diese Bilder möglicherweise durch die wachsende Berufsfelderfahrung verändern und inwiefern potenzielle Diskrepanzen zwischen dem Selbstbild der Lehrkräfte und deren Fremdwahrnehmung durch Dritte sichtbar werden. Das Erfahrungswissen der Musikschul-Lehrkräfte wurde im Rahmen eines zweiphasigen Gruppeninterviews erhoben. Die Datenauswertung folgte der inhaltlich-strukturierenden und der typenbildenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker. So zeigt die Auswertung der Daten, dass die institutionelle Struktur der Musikschule sowohl ortsspezifische als auch berufliche Eigenschaften hervorbringt, die sich zu konkreten Bildern verdichten lassen. Hinsichtlich der Berufsbilder skizzieren sich Rollenbilder mit typisierenden Eigenschaften, die einen individuellen Gestaltungsspielraum im Kontext des Unterrichtens dokumentieren und zur Berufszufriedenheit der Befragten beitragen. Die Studie verdeutlicht, dass Lehrkräfte mit vertieften Einblicken in die Praxis die Musikschule nicht als Ort des Scheiterns, sondern als persönlich bedeutsame Wirkungsstätte wahrnehmen.

URN: urn:nbn:de:101:1-2603100924371.151987242652

Artikel veröffentlicht am: 09.03.2026

Abstract:
This sub-study, conducted as part of the “MiKADO-Musik” project, draws on three group discussions with teachers from three music schools in North Rhine-Westphalia (n = 19). The study investigates whether and under what conditions music school teachers consider recommending an artistic-pedagogical degree and a respective career to young people. The discussions were analyzed using Qualitative Content Analysis following Kuckartz and Rädiker (2024). The findings reveal a deeply ambivalent view of the profession: While teachers describe their work as fulfilling and meaningful, they also face structural insecurity, societal devaluation, and intense emotional and organizational demands. Tension arises as well between artistic identity and pedagogical reality. Especially programs such as “JeKits” are seen both as a social mission and as overwhelming. The study reveals a distorted public perception of the profession and points to the need for structural reform in training and professional practice. It concludes that the profession’s future viability depends on political commitment, practice-oriented training, and a redefinition of professional identity between artistic aspiration and pedagogical responsibility.

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