Josephs, Andreas

3 Jazz & Blues Trio

für 3 Saxophone (AAT). Mississippi Rooster, Steamboat Whistle, Downtown Cats, Partitur und Stimmen

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Musikverlag Andreas Josephs, Köln 2016
erschienen in: üben & musizieren 4/2016 , Seite 59

Bei der vor­lie­gen­den Aus­ga­be han­delt es sich um eine Samm­lung von drei leicht spiel­ba­ren Saxo­fon­tri­os. Die Kom­po­si­tio­nen stam­men von Andre­as Josephs, der sie für zwei Alt­sa­xo­fo­ne und ein Tenor­sa­xo­fon arran­giert hat. Den Schwie­rig­keits­grad gibt der Ver­lag mit 2 an. Auf der Ver­lags­web­site fin­den sich Links zu You­tube: Dort sind die Wer­ke in erst­klas­si­ger Qua­li­tät zu hören.
Die kur­zen Stü­cke bie­ten einen Ein­stieg in die Welt des Jazz und Blues. Sie trai­nie­ren auf der einen Sei­te das Jazz-Ensem­ble­spiel und hel­fen auf der ande­ren Sei­te, typi­sche Phra­sen die­ser Musik­rich­tung zu üben und zu ver­in­ner­li­chen. So fin­den sich fol­ge­rich­tig bei allen drei Kom­po­si­tio­nen vie­le Anwei­sun­gen zu Arti­ku­la­ti­on und Phra­sie­rung.
Mis­sis­sip­pi Roos­ter eröff­net den Band. Das Werk im Tem­po 120 (Mode­ra­te Swing) hat eine Dau­er von ca. zwei Minu­ten. Es war­tet mit einer Fül­le von jazz­ty­pi­schen Rhyth­men und melo­di­schen Phra­sen auf. Die Stim­men sind in die­sem Arran­ge­ment oft rhyth­misch par­al­lel gesetzt, sodass der Ein­druck eines Big-Band-Blä­ser­sat­zes ent­steht. So berei­tet die Kom­po­si­ti­on auch auf das Spiel in einem grö­ße­ren Ensem­ble vor. Zudem gibt das Werk Raum, die Dyna­mik zu üben. Die Anwei­sun­gen sind zahl­reich und klar ver­merkt. Das Laut­stär­ken­spek­trum reicht von Pia­no bis For­tis­si­mo. Auch jazz­ty­pi­sche Spiel­wei­sen wie laid back wer­den gefor­dert.
Wäh­rend sich die ers­te Kom­po­si­ti­on noch über­wie­gend im Ach­tel- und Vier­tel­be­reich bewegt, ändert sich dies beim nächs­ten Stück. Etwas schnel­ler im Tem­po (130) führt es an einer Stel­le auch zu Sech­zehn­teln und beinhal­tet außer­dem Ach­tel­trio­len. Steam­boat Whist­le über­zeugt eben­so durch das jazz­ty­pi­sche Arran­ge­ment und durch die zahl­rei­chen Anwei­sun­gen, die die Umset­zung erleich­tern.
Down­town Cats ist mit einer Tem­po­an­ga­be von 160 das schnells­te Stück. Anhand die­ser Kom­po­si­ti­on las­sen sich u. a. Spiel­wei­sen des Blues erler­nen. Zahl­rei­che Blueslicks und Call-and-Respon­se-Tei­le fin­den sich hier. Der Ton­um­fang stellt wie bei den ande­ren Wer­ken auch kei­ne all­zu gro­ße Her­aus­for­de­rung dar. Dies ver­ein­facht die Kon­zen­tra­ti­on auf Arti­ku­la­ti­on, Phra­sie­rung, Zusam­men­klang und Into­na­ti­on.
Andre­as Josephs hat mit die­sem Band ein wah­res Klein­od geschaf­fen. Ein­präg­sa­me Melo­di­en und swing­ty­pi­sche Arran­ge­ments las­sen die Zeit der Swing­mu­sik wie­der auf­le­ben. Sein didak­ti­sches Kon­zept wird durch die durch­dach­ten, geschmack­vol­len Kom­po­si­tio­nen und die äußerst sorg­fäl­ti­ge Nota­ti­on deut­lich. Die­se Saxo­fon­tri­os kön­nen unein­ge­schränkt emp­foh­len wer­den. Spiel­freu­de ist mit die­sem Band garan­tiert. Er legt ein her­vor­ra­gen­des Fun­da­ment für die wei­te­re Beschäf­ti­gung mit Jazz und Blues.
Ulrich Falk