Beethoven, Ludwig van

9 bekann­te ­Ori­gi­nal­stü­cke

von leicht bis mittelschwer, mit praktischen Erläuterungen

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Henle, München 2016
erschienen in: üben & musizieren 6/2016 , Seite 52

Mit sei­ner neu­en Publi­ka­ti­ons­rei­he „Am Kla­vier“ wen­det sich der Hen­le-Ver­lag ins­be­son­de­re an „alle, die nach län­ge­rer Zeit wie­der ans Kla­vier zurück­keh­ren“ (Umschlag­text), also an Wie­der­ein­stei­ger, aber auch an kla­vier­spie­len­de Hob­by­mu­si­ke­rin­nen und -musi­ker. Den gro­ßen Kla­vier­kom­po­nis­ten wird jeweils ein eige­ner Band gewid­met, der eine Aus­wahl an Stü­cken zwi­schen leicht und mit­tel­schwer bie­tet und dabei Wert auf Abwechs­lung legt – mit lang­sa­men und schnel­len Sät­zen von unter­schied­li­chem Umfang aus unter­schied­li­chen Werk­gat­tun­gen. Die Rei­he eig­net sich zum Ein­satz im Unter­richt, aber auch mit Hil­fe erläu­tern­der Tex­te zum Selbst­stu­di­um.
Der vor­lie­gen­de Beet­ho­ven­band bie­tet einen musi­ka­lisch wie pia­nis­tisch attrak­ti­ven, nach Schwie­rigkeit ange­ord­ne­ten Quer­schnitt durch das leich­te­re Kla­vier­schaf­fen des Kom­po­nis­ten: von der unver­meid­li­chen Eli­se über die Ecos­sai­sen, das Kla­vier­stück Lus­­tig-Trau­rig, einen Varia­ti­ons­satz (Quant’ è più bel­lo), zwei Baga­tel­len aus op. 126 und Sona­ten­sät­zen (Trau­er­marsch aus op. 26, ers­ter Satz Mond­schein­so­na­te) bis zu zwei erfreu­li­cher­wei­se voll­stän­di­gen Sona­ten, näm­lich op. 49 Nr. 2 und op. 14 Nr. 1.
Bereits die­se Aus­wahl ver­deut­licht, dass Hen­le sich nicht an Schü­le­rin­nen und Schü­ler im Kla­vier­un­ter­richt wen­det – dafür ist die Schwie­rig­keits­span­ne zu weit gefasst –, son­dern an sol­che Spie­le­rIn­nen, die bereits über grund­le­gen­de Fer­tig­kei­ten ver­fü­gen, ein „Spiel­buch“ mit ihrem Lieb­lings­kom­po­nis­ten suchen und zwi­schen­durch auch ein­mal etwas Leich­te­res spie­len möch­ten. Der Ziel­grup­pe der Wie­der­ein­stei­ger und Hob­by­mu­si­ker wird dabei durch ergän­zen­de Tex­te der Rei­hen­her­aus­ge­be­rin Syl­via Hewig-Trö­s­cher ermög­licht, sich auch ohne Unter­richt einen musi­ka­li­schen wie spiel­prak­ti­schen Zugang zu den Stü­cken zu erar­bei­ten. Nach einer Erläu­te­rung der Rei­hen­kon­zep­ti­on folgt eine knapp gefass­te all­ge­mei­ne Ein­füh­rung in Leben und Kla­vier­werk Beet­ho­vens. Dar­über ­hin­aus wer­den zu Beginn jedes Stücks ein­lei­ten­de Bemer­kun­gen abge­druckt, die zur Geschich­te und den Cha­rak­te­ris­ti­ka des nach­fol­gen­den ­Sat­zes infor­mie­ren und vor allem sehr hilf­rei­che prak­ti­sche Hin­wei­se zu Spiel- und Übe­tech­nik und musi­ka­li­scher Gestal­tung geben.
Die Tex­te Hewig-Trö­s­chers sind leicht les­bar, all­ge­mein ver­ständ­lich und in ihren prak­ti­schen Emp­feh­lun­gen pro­blem­los umzu­set­zen, etwa wenn sie mit weni­gen Wor­ten Emp­feh­lun­gen gibt, wie eine Ober­stim­me bei Mehr­stim­mig­keit in einer Hand her­vor­ge­ho­ben wer­den kann. Auch der Kla­vier­päd­ago­ge liest die Anmer­kun­gen der Her­aus­ge­be­rin durch­aus mit Gewinn für den eige­nen Unter­richt.
Die Fin­ger­sät­ze im Noten­text sind zahl­rei­cher als bei „nor­ma­len“ Hen­le-Aus­ga­ben, was unter dem Aspekt der Hil­fe­stel­lung für musi­zie­ren­de Lai­en zu begrü­ßen ist. Der Noten­text an sich besitzt die gewohn­te Hen­le-Qua­li­tät.
Chris­ti­an Ubber