Burba, Malte

Brass Mas­ter Class

Das Trainingsprogramm für alle Blechbläser. Warm up, Skalen und systematische Übungen

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2017
erschienen in: üben & musizieren 6/2017 , Seite 57

1997 erschien die ers­te Auf­la­ge von Mal­te Bur­bas Lehr­werk Brass Mas­ter Class – Die Metho­de für alle Blech­blä­ser. Im Unter­ti­tel wur­de der logi­sche Weg zu gren­zen­lo­ser Sicher­heit, Aus­dau­er und Höhe ver­spro­chen. Vie­le pro­fes­sio­nel­le Blä­ser, aber auch Lai­en haben über die­ses Werk einen tie­fe­ren Zugang zu ihrer ganz per­sön­li­chen Tech­nik auf dem Instru­ment gefun­den. Auch zwan­zig Jah­re nach der Erst­ver­öf­fent­li­chung ist die­se Aus­ga­be ein Klas­si­ker. Nun legt Bur­ba, Pro­fes­sor für Trom­pe­te und gefrag­ter Leh­rer auf Meis­ter­kur­sen, sein zur Metho­de pas­sen­des Trai­nings­pro­gramm vor, ­wel­ches als Ergän­zung und Zusatzmate­rial ver­wen­det wer­den kann.
Das Pro­gramm ist in fünf Kapi­tel unter­teilt, wobei jeder „Stu­fe“ eine aus­führ­li­che Ein­füh­rung vor­an­ge­stellt ist. Gewohnt deut­lich, klar struk­tu­riert und gut ver­ständ­lich sind hier Weg und Ziel for­mu­liert. Bur­ba beweist sein Gespür für den Pra­xis­ge­brauch, indem er mit ergän­zen­den Hin­wei­sen und prä­zi­se for­mu­lier­ten Hil­fe­stel­lun­gen arbei­tet. Das Haupt­au­gen­merk sei­ner Aus­ga­be liegt auf dem kor­rek­ten Beherr­schen der Atem- und Zun­gen­tech­nik sowie der Sensibi­li­sie­rung der Selbst­wahr­neh­mung.
Das Noten­ma­te­ri­al ist sehr gut gesetzt, wodurch auch kniff­li­ge Übun­gen leicht les­bar sind. Bei den Stu­di­en han­delt es sich größ­ten­teils um Ska­len und Arpeg­gi­en in ver­schie­de­nen Modi, die durch den Beginn auf unter­schied­li­chen Stu­fen einen Wan­del bei den Takt­schwer­punk­ten erfah­ren. Gern wer­den hier­für Takt­ar­ten wie 5/8, 7/8 und 10/8 benutzt. Haupt­säch­lich wer­den Töne zwi­schen notier­tem c' und a'' ver­wen­det. Spit­zen­tö­ne wie cis''' kom­men aber durch­aus vor. Nur sel­ten wer­den Töne unter­halb von c' gefor­dert. Die dar­aus ent­ste­hen­den Melo­die­li­ni­en und Griff­ver­bin­dun­gen machen die­se Stu­di­en einer­seits inter­es­sant, dürf­ten aber Anfän­ge­rIn­nen und leicht Fort­ge­schrit­te­ne deut­lich über­for­dern. Die­se lang­jäh­rig erprob­ten Übun­gen rich­ten sich an ambi­tio­nier­te und fort­ge­schrit­te­ne Blech­blä­ser, die auf der Suche nach einer soli­den Instru­men­tal­tech­nik sind.
Wer nun glaubt, Mal­te Bur­ba wür­de hier tech­ni­sche Geheim­nis­se aus­plau­dern, die man sich als fort­ge­schrit­te­ner oder pro­fes­sio­nel­ler Blech­blä­ser im Vor­bei­ge­hen aneig­nen könn­te, der irrt: Der kom­pe­ten­te Päd­ago­ge hat den genau­en Übe­auf­wand für einen hör­ba­ren Erfolg ange­ge­ben. Die­ser ist für die meis­ten Übun­gen mit einer Dau­er von sechs bis zwölf Mona­ten und einer täg­li­chen Übe­zeit von 60 bis 100 Minu­ten bezif­fert.
„Das Trai­nings­pro­gramm für alle Blech­blä­ser“ von Mal­te Bur­ba ist ein metho­disch gut durch­dach­ter, sau­ber struk­tu­rier­ter Leit­fa­den nütz­li­cher Übun­gen, die bei inten­si­vem Stu­di­um die typi­schen Schwie­rig­kei­ten wie man­geln­de Aus­dau­er, gerin­gen Ton­um­fang, schlech­te Klang­qua­li­tät sowie unzu­läng­li­che Into­na­ti­on und Treff­si­cher­heit ver­rin­gern kön­nen.
Kris­tin Thie­le­mann