Koeppen, Gabriel

Cel­lo Fake Book

Das große Muckenbuch für alle Gelegenheiten von Klassik bis Jazz für 1-2 Violoncelli, mit Akkorden für Gitarre/Klavier ad lib.

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2019
erschienen in: üben & musizieren 6/2019 , Seite 59

Der Begriff „Fake Book“ oder auch „Real Book“ beschreibt übli­cher­wei­se eine Samm­lung tran­skri­bier­ter Jazz­kom­po­si­tio­nen. Dabei ist die Bezeich­nung „Fake Book“ aber nicht auf den Jazz begrenzt, sol­che Samm­lun­gen gibt es für die ver­schie­dens­ten musi­ka­li­schen Stil­rich­tun­gen. Gabri­el Koep­pens „gro­ßes Mucken­buch“ rich­tet sich an fort­ge­schrit­te­ne Cel­lis­tIn­nen und ver­eint gen­re­über­grei­fend mehr als fünf­zig bekann­te Kom­po­si­tio­nen aus Klas­sik, Oper/Operette, Musi­cal, Jazz und Welt­mu­sik. Dar­un­ter fin­den sich vie­le Stü­cke, die häu­fig bei Mucken gewünscht wer­den: So sind bei­spiels­wei­se Bachs Air, Goun­ods und Schu­berts Ave Maria, Schu­manns Träu­me­rei und Men­dels­sohns Hoch­zeits­marsch eben­so ver­tre­ten wie Webers „Jäger­chor“, Mozarts Arie des Papa­ge­no, Offen­bachs „Can Can“, Jop­lins Enter­tai­ner, Des­monds Take Five, Mon­tis „Czár­dás“ und Vil­l­old­os El Cho­clo.
Gabri­el Koep­pen hat die Wer­ke für ein bis zwei Vio­lon­cel­li bear­bei­tet und mit eini­gen zusätz­lichen Jazz-Ver­sio­nen und Eigen­kom­po­si­tio­nen ergänzt. Sei­ne Tipps und Anre­gun­gen zu Spiel­tech­ni­ken und Inter­pre­ta­tio­nen der unter­schied­li­chen Musik­sti­le sind hilf­reich und möch­ten zu Gestal­tungs­ide­en und eige­nen Impro­vi­sa­tio­nen ermun­tern. So emp­fiehlt er etwa, den musika­lischen Wett­streit der bei­den Spie­le­rIn­nen bei Haba­ne­ra vs. La Palo­ma mimisch zu unter­ma­len.
Die Arran­ge­ments zeu­gen von Koep­pens viel­sei­ti­gen Erfah­run­gen als Cel­list, Päd­ago­ge und Kom­po­nist und sind fle­xi­bel ein­setz­bar. In ers­ter Linie sind sie für zwei Cel­li kon­zi­piert. Hier sind die Rol­len klar ver­teilt: Das zwei­te Cel­lo über­nimmt die Beglei­tung der Melo­die. Die unter­schied­li­chen Piz­zi­ca­to-Tech­ni­ken erfor­dern dabei zum Teil eini­ge Fin­ger­fer­tig­keit der rech­ten Hand! Die zwei­te Cel­lo­stim­me ent­hält zusätz­lich Har­mo­nie­sym­bo­le mit inter­na­tio­na­ler Schreib­wei­se, so­dass die Beglei­tung ad libi­tum auch vom Kla­vier, einer Gitar­re oder einem Bass über­nom­men wer­den kann.
Die Arran­ge­ments sind so gesetzt, dass vie­le Stü­cke auch bei solis­ti­scher Auf­füh­rung mit einem Cel­lo effekt­voll klin­gen. ­Koep­pen stellt hier­für Ossia-Ver­sio­nen mit Dop­pel­grif­fen und Tipps zur Auf­füh­rung zur Ver­fü­gun wie etwa die Kür­zung von Tei­len, bei denen eine Beglei­tung not­wen­dig wäre. Ein gro­ßer Vor­teil, da nicht bei jeder Mucke ein zwei­ter Cel­list vor Ort sein kann!
Ob Hoch­zeit, Geburts­tag, Fir­men­ju­bi­lä­um oder Trau­er­fei­er: Im Cel­lo Fake Book lässt sich pas­sen­des Reper­toire zur Umrah­mung vie­ler Anläs­se fin­den. Die sti­lis­ti­sche Band­brei­te der ent­hal­te­nen Kom­po­si­tio­nen, die varia­ble Ein­setz­bar­keit der Arran­ge­ments für unter­schied­li­che Beset­zun­gen und die ange­ge­be­ne Spiel­dau­er der Wer­ke erleich­tern die Pla­nung und Durch­füh­rung von Auf­trit­ten. Die nächs­te Mucke kann kom­men!
Anna Catha­ri­na Nimc­zik