Schmittberger, Andreas

Das Apfelkomp(l)ott

Ein multilinguales Musical über den Zankapfel, Gesamtausgabe mit Klavierstimme und CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Fidula, Koblenz 2017
erschienen in: üben & musizieren 3/2018 , Seite 54

Die tief­sit­zen­de Angst, dass dem Men­schen etwas weg­ge­nom­men wird, das ver­meint­lich ihm gehört, befä­higt manch einen zu unschö­nen oder gar schlim­men Hand­lun­gen. Gera­de in die­sen Tagen wird uns dies oft vor Augen geführt. Andre­as Schmitt­ber­ger greift die­se The­ma­tik auf und macht sie zum Dreh- und Angel­punkt sei­nes Musi­cals Das Apfelkomp(l)ott. Neid, Miss­gunst, Feind­schaft, aber auch Freund­schaft, fried­li­ches Mit­ein­an­der und Ver­söh­nung sind die The­men des „sprach-päd­ago­gi­schen“ Musi­cals, das in Deutsch-Fran­zö­sisch, Deutsch-Eng­lisch oder aus­schließ­lich in Deutsch auf­ge­führt wer­den kann.
Zwei angren­zen­de Dör­fer unter­schied­li­cher Natio­nen leben zunächst in fried­li­cher Koexis­tenz zusam­men und tei­len sich die Früch­te des an der Gren­ze wach­sen­den Apfel­baums. Durch das mani­pu­la­ti­ve Ein­grei­fen der bei­den geld­gie­ri­gen Dorf­ärz­te – sie hei­ßen bezeich­nen­der­wei­se Dr. Zwie­tracht und Dr. Has­so von Neid – ent­brennt rund um die Äpfel ein Streit, der die Idyl­le zer­stört. Die Angst, dass ihnen „ihre“ Äpfel weg­ge­nom­men wer­den, lässt die Men­schen fast bis zum Äußers­ten gehen und ver­wan­delt Freund­schaft in Feind­schaft. Nur die Weis­heit der Dorf­äl­tes­ten wen­det Schlim­me­res ab und bringt wie­der Frie­den in die Volks­grup­pen.
Vor allem die Erar­bei­tung von Sze­nen wie dem Mau­er­bau berei­tet Schü­le­rIn­nen erfah­rungs­ge­mäß viel Spaß. Der erwach­se­ne Zuschau­er wird ver­mut­lich beson­ders an den humo­ri­gen Ele­men­ten sei­ne Freu­de haben, wie bei­spiels­wei­se an der etwas igno­ran­ten und zugleich trotte­ligen Art des Bür­ger­meis­ters, der unbe­dingt sei­ne Reden unter das Volk brin­gen will. Dabei wim­melt er fort­wäh­rend sei­ne Frau ab, die ihm etwas mit­tei­len möch­te und ihm schließ­lich eröff­net, dass sie mit Fünf­lin­gen schwan­ger ist.
Die Musik des Musi­cals ist eine moder­ne und mit­rei­ßen­de Mischung aus Rap, Folk-Tune, Dis­co-Sound und Marsch­mu­sik. Die teil­wei­se simp­len Melo­di­en und Rhyth­men sind für die vor­ge­se­he­ne Alters­stu­fe von neun bis 14 Jah­ren sehr gut geeig­net. Auch die Tex­te sind in allen drei Spra­chen ein­fach gehal­ten und sehr gut ver­ständ­lich. Die Erar­bei­tung des Musi­cals kann im Musik­un­ter­richt, im Deutsch- und im jewei­li­gen Fremd­spra­chen­un­ter­richt erfol­gen.
Sowohl die zeit­lo­se The­ma­tik als auch die sprach­li­che und musi­ka­li­sche Ein­gän­gig­keit prä­de­sti­nie­ren die­ses Musi­cal gera­de­zu für einen schu­li­schen Ein­satz. Es ist so kon­zi­piert, dass es bereits mit ein­fa­chen Mit­teln im Klas­sen­ver­band ab etwa 20 Kin­dern auf­ge­führt wer­den kann. Schon ab einem Jahr Fremd­spra­chen­un­ter­richt ist dies mög­lich, in der rein deut­schen Fas­sung bereits ab neun Jah­ren. Ein rund­um stim­mi­ges Werk des Musi­cal-Kom­po­nis­ten Andre­as Schmitt­ber­ger.
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