Behschnitt, Rüdiger

Das Frem­de und das Eige­ne

Hochkultur als Willkommenskultur: Musikprojekte als Instrument in der Flüchtlingsarbeit

Rubrik: Bericht
erschienen in: üben & musizieren 4/2016 , Seite 38

Als ich den Kin­dern etwas auf der Saz vor­spie­len woll­te, lach­ten sie nur und mein­ten: ,Also, wir hören ja lie­ber YOU FM‘.“ West­licher Pop­mu­sik-Sen­der statt tür­ki­scher Kurz­hals­lau­te: Bei der Vor­stel­lung von drei aus­ge­wähl­ten musi­ka­li­schen Pro­jek­ten in der Flücht­lings­ar­beit, initi­iert von der Landesgrup­pe Hes­sen der Kul­tur­po­li­ti­schen Gesell­schaft, bot die­se von einer Teil­neh­me­rin vorgetra­gene Pra­xis­er­fah­rung will­kom­me­nen Anlass, über den eige­nen Zugang zu Men­schen ande­rer Kul­tu­ren nach­zu­den­ken.
Die Sinn­haf­tig­keit, geflüch­te­ten Men­schen und vor allem Flücht­lings­kin­dern den Zugang zu Musik und musi­ka­li­schem Tun zu ermög­lichen, steht außer Fra­ge. Doch wie und womit dies gesche­hen soll­te, dar­über lässt sich treff­lich strei­ten. Einen schwe­ren Stand hat­te Mat­thi­as Set­zer, Lei­ter des Kul­tur­amts der Stadt Bad Hom­burg, der das Pro­jekt „Sing mei­ne Spra­che“ vor­stell­te. Spra­che und Gesang als Schlüs­sel zur Inte­gra­ti­on: Unter die­ser Leit­li­nie tritt die Klei­ne Oper Bad Hom­burg an und erar­bei­tet mit Flücht­lings­kin­dern gemein­sam Lie­der, die anschlie­ßend in eine spe­zi­ell ein­ge­rich­te­te Auf­füh­rung von Mozarts Ent­füh­rung aus dem Serail inte­griert wer­den sol­len. Damit möch­te das Pro­jekt den Kin­dern den Ein­stieg in die deut­sche Spra­che und Kul­tur erleich­tern.

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