Juchem, Dirko / Robert Klein

Der Saxo­phon Doktor

Tipps & Tricks zu Equipment, Wartung und Reparatur

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Schott, Mainz 2014
erschienen in: üben & musizieren 4/2014 , Seite 50

Scha­de, dass es das nicht schon frü­her gab – und gut, dass es das jetzt gibt. So ging es mir bei der Lek­tü­re. Dir­ko Juchem dürf­te vie­len Saxo­fo­nis­tIn­nen als Autor des Lehr­werks Saxo­phon spie­len, mein schöns­tes Hob­by bekannt sein. Robert Klein ist gelern­ter Instru­men­ten­bau­er. Das Team ist die idea­le Kom­bi­na­ti­on für ein Nach­schla­ge­werk die­ser Art, da es glei­cher­ma­ßen pro­fun­de Aus­kunft über instru­men­ten­spe­zi­fi­sche wie musi­ka­li­sche Aspek­te gibt.
Der Saxo­phon Dok­tor ent­hält fünf Sprech­stun­den, die eine geball­te Ladung Infor­ma­ti­on be­inhalten. Das Buch, das sich sowohl an Anfän­ge­rIn­nen wie auch an fort­ge­schrit­te­ne Saxo­fo­nis­tIn­nen wen­det, beginnt mit einer Instru­men­ten­kun­de. Zudem gibt es wert­vol­le Tipps, um beim Kauf eines Saxo­fons kei­nen Feh­ler zu machen. Anspiel­übun­gen, eine Check­lis­te zur Beur­tei­lung eines Instru­ments und Erklä­run­gen zu Mund­stück und Blät­tern run­den den ers­ten Teil der Publi­ka­ti­on ab.
Im fol­gen­den Abschnitt wer­den eini­ge dem Saxo­fo­nis­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­de Hilfs­mit­tel erläu­tert. The­men wie Dämp­fung, Posi­tio­nie­rung von Mikro­fo­nen im Stu­dio, Tra­ge­gur­te, Kof­fer oder Blatt­schrau­ben wer­den bespro­chen. Zudem sind Beset­zungs­lis­ten zwei­er bekann­ter Musi­cals abge­druckt, die zei­gen, wel­che wei­te­ren Instru­men­te ein pro­fes­sio­nel­ler Saxo­fo­nist beherr­schen sollte.
In der zwei­ten Sprech­stun­de erteilt Der Saxo­phon Dok­tor Aus­kunft über War­tung und Pfle­ge des Saxo­fons. Er emp­fiehlt Werk­zeuge für das Instru­ment wie auch für die Blatt­be­ar­bei­tung. Anschlie­ßend geben die Autoren Tipps für die täg­li­che Rei­ni­gung und die regel­mä­ßi­ge War­tung. In der drit­ten Sprech­stun­de geht es um Repa­ra­tur­tipps. Der Dok­tor erklärt, wie man die Oktav­klap­pe am S‑Bogen rich­tet, Ein­stell­schrau­ben jus­tiert, Kork an der Mecha­nik oder am S‑Bogen erneu­ert, her­aus­ge­sprun­ge­ne Federn ein­setzt und Klap­pen neu polstert.
Beim nächs­ten Pati­en­ten­ter­min wird Aus­kunft erteilt über das Fin­den und Besei­ti­gen mög­li­cher Feh­ler­quel­len, wenn bestimm­te Töne nicht rich­tig anspre­chen. Neben all­ge­mei­nen Tipps ist eine Trou­ble­shoo­ting­ta­bel­le sehr hilf­reich. In ihr schil­dern die Autoren kurz das Krank­heits­bild, geben die betrof­fe­nen Töne an, erläu­tern das Dia­gno­se­ver­fah­ren und erklä­ren den Eingriff.
Im let­zen Kapi­tel des Buchs wird die Blatt­be­ar­bei­tung the­ma­ti­siert. Neben dem benö­tig­ten Equip­ment gibt der Dok­tor wert­vol­le Rat­schlä­ge zur Blatt­be­ar­bei­tung. Eine Gra­fik zeigt, an wel­chen Stel­len das Blatt bei wel­cher Krank­heit bear­bei­tet wer­den muss. Eine Vergleichs­tabelle, in der Mund­stü­cke ver­schie­de­ner Her­stel­ler gegen­über­ge­stellt wer­den, run­det die gelun­ge­ne Publi­ka­ti­on ab.
Das Buch zeich­net sich durch Inhalt und Auf­ma­chung aus. Zahl­rei­che Fotos, Gra­fi­ken, Tabel­len erleich­tern den Nach­voll­zug der beschrie­be­nen The­men. Es besticht zudem durch Übersichtlich­keit. Eine abso­lu­te Empfehlung!
Ulrich Falk