Völker, Clemens / Jochen Buschmann

Die Gitar­ren­klas­se

Gitarrenschule für den Gruppen-, Klassen- und JeKi-Unterricht, Schülerheft/Lehrerband

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2011
erschienen in: üben & musizieren 2/2012 , Seite 64

Koope­ra­tio­nen zwi­schen Musik- und Grund­schu­len wie etwa JeKi haben das Arbeits­feld der Musik­schul­lehr­kräf­te ver­än­dert. Anstel­le von Klein­grup­pen oder Ein­zel­un­ter­richt ist man im Anfän­ger­be­reich auf ein­mal gera­de bei der sehr belieb­ten Gitar­re mit bis zu sie­ben Zweit­kläss­lern pro Grup­pe kon­fron­tiert. Im Mit­tel­punkt des Unter­richts ste­hen oft nicht die ers­ten Schrit­te auf dem Instru­ment, son­dern Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­me oder Stö­rungen ein­zel­ner Schü­ler. Allein die Tat­sa­che, dass der Leh­rer in die Grund­schu­le fährt und der JeKi-Unter­richt für den Schü­ler dadurch einen ver­gleich­ba­ren Stel­len­wert hat wie eine Tanz- oder Sport-AG, für die man auch nicht zu Hau­se übt, ver­deut­licht die neu­en musik­päd­ago­gi­schen Her­aus­for­de­run­gen.
Bis­he­ri­ge Gitar­ren­lehr­wer­ke im Anfän­ger­un­ter­richt sind für JeKi kaum brauch­bar, da sie zu schnell vor­an­schrei­ten und zu wenig abwechs­lungs­rei­ches Mate­ri­al bie­ten, um mit inho­mo­ge­nen Grup­pen sinn­voll zu arbei­ten. Die kürz­lich bei Schott erschie­ne­ne JeKi-Gitar­ren­schu­le von Ilka Hoff­mann und Burk­hard Wol­ters passt zwar ihr Lern­tem­po den Zweit­kläss­lern an, aber der Beginn in der II. Lage führt zu Pro­ble­men beim spä­te­ren Umgrei­fen in die I. Lage.
Die neue Gitar­ren­schu­le von Cle­mens Völ­ker und Jochen Busch­mann ist stär­ker aus der Pra­xis ent­stan­den und stellt die Ergeb­nis­se einer acht­jäh­ri­gen Pra­xis­pha­se bei­der Autoren an Ham­bur­ger Grund- und wei­ter­füh­ren­den Schu­len dar. Sie geht etwas schnel­ler vor als die oben erwähn­te JeKi-Schu­le, da sie sich an Kin­der der 3. bis 6. Klas­se wen­det und neben JeKi- auch Klein- (drei bis fünf Schü­ler) und Groß­grup­pen (sechs bis neun Schü­ler) sowie Klas­sen bzw. Halb­klas­sen (ab zehn Schü­ler im Team­tea­ching) anspricht.
Das Spiel­ma­te­ri­al ist abwechs­lungs­reich mit vie­len Eigen­kom­po­si­tio­nen und Tex­ten des Autoren­du­os, die Stim­men der Duos und Tri­os wei­sen ver­schie­de­ne Schwie­rig­keits­gra­de auf. Nach Melo­di­en im Fünf­ton­raum g-d', gespielt mit dem Dau­men, wird der Wech­sel­schlag ein­ge­führt, sobald das Ton­ma­te­ri­al die ers­te Sai­te erreicht. Eini­ge Weih­nachts­lie­der schlie­ßen die­sen Bereich ab, es folgt das Spiel auf den Bass­sai­ten. Ergänzt man für JeKi-Zweit­kläss­ler-Grup­pen hier und da etwas Mate­ri­al, ist die­se Schu­le dafür und gene­rell für Kin­der ab der 3. Klas­se zu emp­feh­len.
Der Leh­rer­band ist zwei­ge­teilt. Nach gene­rel­len Aus­füh­run­gen zum Class­room-Manage­ment, einem metho­di­schen Leit­fa­den, einer Lis­te von Spiel­for­men sowie Tipps zum Umgang mit Stö­run­gen folgt ein metho­disch-didak­ti­scher Kom­men­tar zu ein­zel­nen Stü­cken des Schü­ler­ban­des. Posi­tiv fal­len die kla­re Struk­tur, die hilf­rei­chen Lis­ten und die stich­wort­ar­ti­gen, stets an der Pra­xis ori­en­tier­ten Aus­füh­run­gen auf. Pro­ble­me im Unter­richt wer­den dis­ku­tiert, mög­li­che Lösun­gen dar­ge­bo­ten. Das ist alles sehr hilf­reich.
Jörg Jewan­ski