Krönig, Franz Kasper

Die Oma über uns spielt so laut Blasmusik

Eine musikalische Spielidee für den Einstieg in die Arbeit mit Grundschulkindergruppen

Rubrik: Praxis
erschienen in: üben & musizieren 2/2012 , Seite 36

Die hier vorgestellte Spielidee setzt bei den Spielwünschen der Kinder an, stellt aber auch eine vielfältige musikalische Lernsituation dar. Die Kinder bewegen sich im Rhythmus, imitieren Instrumente, reagieren auf musikalische, verbale und visuelle Zeichen, betätigen ihre Stimme mal frei, mal rhythmisch und tonal gebunden, improvisieren Rollen und agieren als Gruppe.

Das Spie­le­ri­sche soll­te in der musik­päd­ago­gi­schen Arbeit mit Grund­schul­kin­der­grup­pen kein Bon­bon sein oder eine Oase in der Wüs­te des Übens und dis­zi­pli­nier­ten Ler­nens. Viel­mehr ist es wün­schens­wert, in jeder Pha­se des Musi­zie­rens spie­le­ri­sche, krea­ti­ve Pro­zes­se zu inte­grie­ren und zu för­dern. Man könn­te aller­dings argu­men­tie­ren, dass sich die glück­li­che Koin­zi­denz von musi­ka­li­schem Ler­nen, spon­ta­ner Krea­ti­vi­tät und spie­le­ri­scher Freu­de prin­zi­pi­ell nicht pla­nen lässt, son­dern dass man nur güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen her­stel­len kann. Ich wür­de sogar noch einen Schritt wei­ter gehen: Nur unter dem Risi­ko situa­ti­ver Offen­heit ist eine im oben skiz­zier­ten Sin­ne gelun­ge­ne Stun­de zu haben.
In der ers­ten Stun­de in Unkennt­nis der Kin­der ein musik­päd­ago­gi­sches Ange­bot zu machen, das den ein­zel­nen Kin­dern auf den Leib geschnei­dert ist, Spaß macht und Gele­gen­heit zu Krea­ti­vi­tät und Spiel bie­tet, ist aller­dings schwie­rig. Gleich­wohl will man nicht aus­ge­rech­net die ers­te Stun­de risi­ko­reich anle­gen. Der hoch­struk­tu­rier­te spie­le­ri­sche Ein­stieg garan­tiert durch das kompromiss­lose – und das heißt auch: nicht didak­tisch gebro­che­ne – Ein­ge­hen auf die kind­li­chen Spielwünsche,
– dass die Kin­der Spaß haben und völ­lig stress­frei in die neue Situa­ti­on gelangen,
– dass rhyth­mi­sches und stimm­li­ches Üben in ers­ten Ansät­zen stattfindet,
– dass man als Leh­re­rIn wesent­li­che Ein­drü­cke von den ein­zel­nen Kin­dern bekommt und
– dass die für den Start unab­ding­ba­ren Regeln ein­ge­führt werden.

Lesen Sie wei­ter in Aus­ga­be 2/2012.