Koch-Darkow, Gerhard

Dschun­gel­Lie­der

Exotische Traditionals und Kompositionen für Gitarre, leicht bis mittelschwer, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2016
erschienen in: üben & musizieren 6/2017 , Seite 59

Da schlän­geln sich Schlan­gen auf einem Baum, da lau­ert ein Leo­pard getarnt im Wald, eine Kara­wa­ne zieht am Ran­de eines Urwalds vor­bei, unter einer Brü­cke über dem Ama­zo­nas war­ten gefrä­ßi­ge Kro­ko­di­le auf ein Mit­tag­essen, ein Ele­fant hat zu viel gego­re­nes Obst geges­sen und tor­kelt so vor sich hin. Wir befin­den uns auf einer Rei­se quer durch Afri­ka und Süd­ame­ri­ka. Zu jedem Tier und zu jeder Land­schaft kön­nen wir ein tra­di­tio­nel­les Lied spie­len, ergän­zend sehen wir zu fast allen Stü­cken auch eine far­bi­ge Illus­tra­ti­on.
Ger­hard Koch-Dar­kow, Gitar­ren­leh­rer an einer Musik­schu­le, hat sich auf Spu­ren­su­che in Afri­ka und Süd­ame­ri­ka bege­ben und tra­di­tio­nel­le Lie­der für Gitar­re bear­bei­tet. Ergän­zend schrieb er eige­ne Kom­po­si­tio­nen, die sich sti­lis­tisch dem Exo­ti­schen anpas­sen. Vie­le Lie­der bestehen aus einer Melo­die und gleich­zei­tig zu spie­len­den lee­ren oder ­gegrif­fe­nen Bass­tö­nen; man­che haben Akkor­de zur Beglei­tung, man­che Tex­te zum Mit­sin­gen in der jewei­li­gen Spra­che, z. B. bei einem Spaß­lied von Jugend­li­chen aus West­afri­ka oder einem Volks­lied der Ara­wak-India­ner. Zu den meis­ten Lie­dern schrieb Koch-Dar­kow einen kur­zen ein­lei­ten­den Text, der das jewei­li­ge Pro­gramm oder eine spiel­tech­ni­sche Beson­der­heit erklärt. Am Ende des Stücks erschei­nen manch­mal tech­ni­sche Vor­übun­gen.
Der Schwie­rig­keits­be­reich reicht von der Unter- bis zur Mit­tel­stu­fe, man­che Lie­der lie­gen in meh­re­ren Fas­sun­gen in ver­schie­de­nen Schwie­rig­keits­stu­fen vor. Eini­ge Stü­cke sind mit Klang­ef­fek­ten ange­rei­chert: Krat­zen des Fin­ger­na­gels über die Sai­te, Klop­fen auf die Gitar­ren­de­cke, Anschla­gen der Sai­ten hin­ter dem Sat­tel, Ein­satz eines Bottle­necks oder Ein­klem­men eines Papier­strei­fens neben dem Steg. Eine gute Idee ist es, bei schwie­ri­gen Stel­len zusätz­lich die Tabu­la­tur anzu­ge­ben. Beson­ders bei den vie­len Stü­cken mit Lagen­spiel oder bei dem gitar­ris­ti­schen Ver­schie­ben von Akkor­den ist das hilf­reich. Alle Stü­cke sind auf der CD in einem auch für Schü­le­rIn­nen mach­ba­ren Tem­po ein­ge­spielt.
Mit 72 Sei­ten ist das Heft sehr umfang­reich, jedoch zum selbst­stän­di­gen Durch­fors­ten von Schü­lerInnen unge­eig­net, da Leich­tes neben Mit­tel­schwe­rem steht. In Unter­richts­hef­ten mit ver­gleich­bar gro­ßer Spann­brei­te des Schwie­rig­keits­gra­des hat es sich bewährt, jedes Stück mit einer Mar­kie­rung zu ver­se­hen, z. B. einer Ska­la von eins (leicht) bis fünf (schwer). In der Nota­ti­on haben sich Unstim­mig­kei­ten wie feh­ler­haf­te Hal­sie­rung oder unüber­sicht­li­che rhyth­mi­sche Dar­stel­lun­gen ein­ge­schli­chen. Trotz die­ser klei­nen Män­gel: Lie­der ande­rer Kul­tu­ren sind immer ein The­ma und brin­gen neu­en Schwung in den Unter­richt.
Jörg Jewan­ski