Mauz, Rudolf

Fröh­lich impro­vi­sie­ren ler­nen

Einführung in die Jazz- und Pop-Improvisation für Klarinette in B, Band 1, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2019
erschienen in: üben & musizieren 1/2020 , Seite 64

Als Erwei­te­rung sei­ner mehr­bän­di­gen Kla­ri­net­ten­schu­le Die fröh­li­che Kla­ri­net­te hat Rudolf Mauz eine Anlei­tung zum Impro­vi­sie­ren her­aus­ge­ge­ben, die frü­hes­tens nach Band 2 sei­ner Schu­le – aber auch unab­hän­gig davon –zusätz­lich im Unter­richt Ver­wen­dung fin­den kann. Der Impro­vi­sa­ti­ons­band ist als Lehr-und Arbeits­buch ange­legt und metho­disch mit der bei­lie­gen­den CD eng ver­knüpft. Die Schü­le­rIn­nen wer­den mit sinn­vol­len Arbeits­auf­trä­gen durch die zwölf Kapi­tel geführt und kön­nen daher auch rela­tiv selbst­stän­dig den Übe­prozess durch­füh­ren. Im Heft ist auch Platz für die Lösung klei­ner Auf­ga­ben und zum Notie­ren der eige­nen Impro­vi­sa­ti­ons­ideen.
Ohne ein­lei­ten­de Gedan­ken zum Wesen der Impro­vi­sa­ti­on beginnt Mauz mit vier Stü­cken mit der Schär­fung des Rhyth­mus­ge­fühls durch soge­nann­te Rhyth­mus­pfa­de mit ein­tak­ti­gen Mus­tern. Dabei wäre eine nicht nur punk­tu­el­le, son­dern durch­gän­gig ange­wand­te jaz­z­af­fi­ne Rhyth­mus­spra­che zur leich­te­ren Er­arbeitung und bes­se­ren Ein­präg­sam­keit hilf­reich.
Die melo­di­schen Impro­vi­sa­tio­nen star­ten mit der Moll-Pen­ta­to­nik, die im ers­ten Schritt noch ein­mal auf drei Töne redu­ziert wird. Der nächs­te Schritt führt zur Blues-Ton­lei­ter und stellt Blues-Pat­terns vor. Die Impro­vi­sa­ti­on auf Basis moda­ler Ton­ar­ten schließt sich an und es wer­den die typi­schen Phra­sie­run­gen im Jazz vor­ge­stellt. Lang­sam wer­den auch die bis­her wenig the­ma­ti­sier­ten har­mo­ni­schen Aspek­te, z. B. die Gui­de-Tones, ein­be­zo­gen.
Die jewei­li­gen Übungs­stü­cke, die der Her­aus­ge­ber selbst geschrie­ben hat, umfas­sen 16 bzw. 32 Tak­te mit einem 8- bzw. 16-tak­ti­gen Impro­vi­sa­ti­ons­teil und stel­len ver­schie­de­ne Stil­rich­tun­gen vor. Ver­tre­ten sind unter ande­rem Blues, Swing, Cool Jazz, Funk, Reg­gae, Klez­mer und ein didak­tisch frag­wür­di­ges Bos­sa Nova-Arran­ge­ment des The­mas aus dem zwei­ten Satz von Dvor˘áks 9. Sin­fo­nie.
Alle Stü­cke sind mit (größ­ten­teils ein­fa­chen) Akkor­d­an­ga­ben ver­se­he­nen und kön­nen im Unter­richt, wenn kein CD-Play­er zur Ver­fü­gung steht, vom Leh­rer am Kla­vier – aller­dings trans­po­niert – beglei­tet wer­den. Die CD, von Mauz selbst mit einer dezen­ten Com­bo aus Gitar­re, Bass und Schlag­zeug ein­ge­spielt, ent­hält eine kom­plet­te Auf­nah­me zum Ken­nen­ler­nen der Übungs­stü­cke und jeweils einen Track mit dem kom­plet­ten Play­back. Zum effek­ti­ven und kon­zen­trier­ten Üben wäre für den Anfän­ger noch ein wei­te­rer Track nur mit der Beglei­tung des Impro­vi­sa­ti­ons­teils vor­teil­haft.
Eine Zusam­men­fas­sung und ein Über­blick über beson­de­re Arti­ku­la­ti­ons­zei­chen, die moda­len Ton­ar­ten sowie eine Erklä­rung der Akkord­sym­bo­le run­den das Heft ab, des­sen Leer­stel­len noch mit ergän­zen­den Improvisations­aufgaben hät­ten gefüllt wer­den kön­nen. Als kos­ten­lo­ser Down­load ste­hen drei­stim­mi­ge Ensem­ble­ar­ran­ge­ments mit C‑, B- und Es-Stim­men für das gemein­sa­me Musi­zie­ren zur Ver­fü­gung, die ver­schie­de­ne Besetzungs­varianten ermög­li­chen.
Heri­bert Haa­se