Krawietz, Claudia

Klavier­improvisationen

Leichte Spielstücke für den Klavierunterricht

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Agenda Verlag, Münster 2025
erschienen in: üben & musizieren 1/2026 , Seite 62

Das vorliegende Heft enthält drei Reihen von jeweils acht leichten Klavierstücken, ausgeschriebenen Improvisationen. Die Stücke sind sich untereinander ähnlich, im Charakter meist ruhig fließend, ohne nennenswerte musikalische Entwicklungen, stilistisch einzuordnen bei Neoklassik mit Einflüssen aus Pop und Minimal. Bis auf wenige Ausnahmen mit weit aufgebrochenen Akkorden und Sprüngen sind die Stücke für den Unterricht mit erwachsenen AnfängerInnen oder Teen­agerInnen auch aufgrund ihrer Kürze sehr gut geeignet. Die Improvisationen verlangen den Gebrauch des Pedals, man könnte einige der Miniaturen auch direkt als einfache Pedalstudien nutzen.
Die Stücke bewegen sich harmonisch im Rahmen einfacher Kadenzen. Sie eignen sich daher auch, um gängige Akkordverbindungen am Klavier kennenzulernen und spielend zu begreifen. Angelehnt an die homogenen Texturen könnte man Lernende ohne Weiteres dazu ermuntern, sich über einem Akkordschema an ähnlichen „Improvisationen“ zu versuchen.
Eine kleine Herausforderung stellen Rhythmen dar, welche ein Verständnis für Synkopen erfordern, aber dieses natürlich auch trainieren können.
Ein Manko der Ausgabe ist das unbefriedigende grafische Erscheinungsbild des Notensatzes. Zu erwähnen wären auch kleinere Inkonsistenzen im Notentext, die von erfahrenen PädagogInnen jedoch zurechtgerückt werden können. Der Notensatz scheint direkt vom Digitalpiano in ein Notenschreibprogramm übertragen worden zu sein. Gerade beim ersten Stück entstehen dann typische Fehlinterpretationen des Notensatzprogramms, vermutlich durch „Ausdrucksrubato“ beim Einspielen der Stücke entstanden. Die Textur von grundsätzlich durchlaufenden rhythmischen Patterns wird hier an zwei Stellen unangemessen kompliziert durchbrochen.
Die Autorin ist Pianistin und Cembalistin und hat als Pädagogin ein gutes Gespür für Machbarkeit und die oftmals kleinen Ansprüche und konkreten Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler. Keine große und etwas eindimensionale Musik, als Unterrichtsmaterial aber sicher gut verwendbar.
Anja Kleinmichel

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