Diedrich, Michael

Lus­ti­ge Loops & Lie­der

Kinderlieder und Reigen für Gitarre. Einfaches Musizieren mit Akkorden für Gruppen- und Klassenunterricht

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Hug/Edition Conbrio, Zürich 2015
erschienen in: üben & musizieren 1/2017 , Seite 56

Loops, also Ton­fol­gen, die sich end­los hin­ter­ein­an­der abspie­len las­sen, wer­den vor allem im E-Gitar­ren-Bereich ger­ne ein­ge­setzt. In Lus­ti­ge Loops & Lie­der setzt der unter ande­rem durch die Sem­mel­rock-Hef­te bekann­te Gitar­rist Micha­el Died­rich sol­che Loops für den ers­ten Gitarren­unterricht im Grup­pen- und Klas­sen­un­ter­richt ein. Ihm geht es um sehr ein­fa­ches Musi­zie­ren mit schnel­len Erfolgs­er­leb­nis­sen für Anfän­ge­rIn­nen. Von den Kin­dern gesun­ge­ne oder von Fort­ge­schrit­te­nen auf Flö­te, Vio­li­ne und ande­ren Instru­men­ten musi­zier­te Kin­der­lie­der, „Gute-Lau­ne-Songs“ und Lager­feu­er­lie­der sind hier ver­eint. Sie las­sen sich mit ein­zel­nen Akkord­tö­nen, für etwas Fort­ge­schrit­te­ne­re auch mit gan­zen Akkor­den, mit klei­nen Impro­vi­sa­tio­nen und Per­cus­sion beglei­ten und zu ein­fa­cher, aber sehr wir­kungs­vol­ler Mehr­stim­mig­keit auf­bau­en.
Exem­pla­risch soll der ers­te Loop etwas genau­er unter die Lupe genom­men wer­den: Im Mit­tel­punkt steht die acht­tak­ti­ge Lied­zei­le „Alle Gitar­re­ros“ – in Anleh­nung an We will rock you von Queen. Der pas­sen­de e-Moll-Akkord wird zunächst in der Ton­rei­hen­fol­ge, in der er auch kom­plett auf der Gitar­re leicht zu spie­len ist, auf vier Stim­men zer­legt. Zum Mit­sin­gen ist das Lied mit Text abge­druckt, außer­dem gibt es einen Vor­schlag für beglei­ten­de Body­per­cus­sion. Die Impro­vi­sa­ti­on ist so ange­legt, dass die Gitar­ren­grup­pe die Akkord­tö­ne als Loop stän­dig wie­der­holt, wäh­rend ein Mit­glied  der Grup­pe die Akkord­tö­ne vari­iert und sich dabei eige­ne Ton­rei­hen­fol­gen oder rhyth­mi­sche Ver­än­de­run­gen über­legt. Alle Spie­le­rIn­nen sind gleich­be­rech­tigt; wer möch­te, kann aus der Grup­pe her­vor­tre­ten und eige­ne Impro­vi­sa­tio­nen bei­steu­ern.
Wei­ter fort­schrei­tend las­sen sich auch Body­per­cus­sion und Akkord­be­gleit­for­men je nach Fähig­kei­ten aus­bau­en. Wenn dann zwi­schen den ein­zel­nen Impro­vi­sa­ti­ons­tei­len Lied­stro­phen gesun­gen wer­den, kann ein rich­ti­ges klei­nes musi­ka­li­sches Kunst­werk mit Intro, Stro­phen, Zwi­schen­spie­len und Nach­spiel ent­ste­hen.
In den wei­te­ren Loops, die prin­zi­pi­ell dem glei­chen Modell fol­gen, kom­men ande­re Akkor­de, auch meh­re­re in einem Lied, hin­zu. Dur und Moll hal­ten sich dabei gut die Waa­ge. Sehr sinn­voll ist, dass Died­rich immer wie­der meh­re­re Lie­der auf einen Akkord­loop prä­sen­tiert, die Gitar­ris­tIn­nen also das Erlern­te auf meh­re­re Lie­der anwen­den kön­nen. Auch Cajon, Mara­cas und Cla­ves tre­ten hin­zu. Dyna­mi­sche Unter­schie­de bezieht Died­rich mit ein, die impro­vi­sie­ren­de Per­son spielt laut und lei­se, die Grup­pe reagiert ent­spre­chend.
Eine sehr schö­ne, auch optisch anspre­chen­de, feh­ler­freie Aus­ga­be. Die Nach­fra­ge nach Noten­ma­te­ri­al für den ers­ten Groß­grup­pen- und Klas­sen­un­ter­richt ist groß, über­all sprie­ßen die ­Koope­ra­ti­ons­pro­jek­te zwi­schen Grund­schu­len und Musik­schu­len aus dem Boden. Died­richs Heft kann hier sicher eine gute Hil­fe sein.
Uwe Sand­voß