Wagner, Robert

Max Ein­fach

Musik Gemeinsam von Anfang an, Lehrerband / Spielheft 1

Rubrik: Noten
Verlag/Label: ConBrio, Regensburg 2016
erschienen in: üben & musizieren 4/2016 , Seite 54

Nun ist er da: Max Ein­fach, der metho­di­sche Weg­wei­ser zum Musi­zie­ren in hete­ro­ge­nen Grup­pen. Er wur­de von vie­len Teil­neh­me­rIn­nen des berufs­be­glei­ten­den Lehr­gangs „Instru­men­tal­spiel mit Men­schen mit Behin­de­rung“ des Ver­bands deut­scher Musik­schu­len sehn­süch­tig erwar­tet und kann jetzt mehr inter­es­sier­te Musik­päd­ago­gIn­nen errei­chen und nach kur­zer Ein­arbeitung bei einem unkom­pli­zier­ten, erfolg­rei­chen Arbei­ten mit Ensem­bles unter­stüt­zen.
Die Metho­de „Von der Har­mo­nie zur Melo­die“ von Robert Wag­ner zeigt, wie Men­schen unterschied­lichen Alters, mit ganz ver­schie­de­nen Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten, mit oder ohne Erfah­run­gen zu gemein­sa­mem Musik­ma­chen mit Freu­de gelei­tet wer­den kön­nen. Sie wird hier so auf­be­rei­tet, dass sie sich auch Musik­lehr­kräf­te, die neu vor einer inklu­siv aus­ge­rich­te­ten Auf­ga­be ste­hen, aneig­nen kön­nen. Sie eig­net sich für Anfän­ger­grup­pen und Fort­ge­schrit­te­ne und ist ein­fach anzu­wen­den für das Spiel belie­bi­ger Lie­der und Stü­cke.
Im Leh­rer­band wird der Weg erläu­tert und die Ent­wick­lung ein­zel­ner Bau­stei­ne sowie die Mög­lich­kei­ten ihrer Kom­bi­na­tio­nen auf­ge­zeigt. Es wer­den dabei päd­ago­gi­sche Grund­sät­ze dar­ge­legt und viel­fäl­tig zum Nach­den­ken über die Rea­li­sie­rung einer inklu­si­ven Musik­päd­ago­gik, einer „Musik­päd­ago­gik für alle“ wie der Autor schreibt, ange­regt. Zusätz­lich ver­an­schau­licht ein 25-minü­ti­ger Film, auf den die Leser­schaft im Inter­net Zugriff bekommt, die Arbeits­wei­se.
Wag­ner zeigt, wie aus der Regel­haf­tig­keit der Musik ein ein­fa­ches Grund­ge­rüst abge­lei­tet wird, sodass ohne müh­sa­mes Arran­gie­ren im Vor­feld unzäh­li­ge Melo­di­en in einer belie­big besetz­ten Grup­pe gemein­sam zu einem Stück ent­wi­ckelt wer­den kön­nen. Wei­ter zeigt er, wie mit die­ser Metho­de jedem Grup­pen­mit­glied die Frei­heit ein­ge­räumt wer­den kann, sich für eine eige­ne Mit­wir­kung zu ent­schei­den im Sin­ne von selbst­be­stimm­tem Han­deln und selbst­be­stimm­ter  musi­ka­li­scher Wei­ter­ent­wick­lung.
Im Spiel­heft sind nach einer kur­zen Gebrauchs­an­wei­sung ins­ge­samt 82 Lie­der, Songs, Tän­ze und Stü­cke so über­sicht­lich und struk­tu­riert notiert, dass ein gan­zes Ensem­ble aus dem glei­chen Noten­blatt spie­len kann. Durch die Nota­ti­on mit durch­weg nur einer Melo­die pro Sei­te, vier vol­len Tak­ten pro Zei­le, mit der Bezeich­nung der Form­tei­le und den Akkord-Buch­sta­ben sowie dar­un­ter einer zwei­ten lee­ren Noten­zei­le bleibt noch genü­gend Platz für indi­vi­du­el­le Ein­trä­ge oder Ergän­zun­gen. Dabei reicht die Aus­wahl von Mozarts „Alla tur­ca“ über Bach-Menu­et­te und Häns­chen klein bis zu Yes­ter­day von den Beat­les. Scha­de ist nur, dass durch die Beschrän­kung auf ein Mini­mum des jewei­li­gen Mate­ri­als etwas genaue­re Anga­ben zu den Stü­cken (bei­spiels­wei­se die zeit­li­che Ein­ord­nung) feh­len.
Bri­git­te Stein­mann