Lehmann-Wermser, Andreas / Veronika Busch /Knut Schwippert / Sonja Nonte (Hg.)

Mit Mikro­fon und Fra­ge­bo­gen in die Grund­schu­le

Jedem Kind ein Instrument (JeKi) – eine empirische Längsschnittstudie zum Instrumentalunterricht

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Waxmann, Münster 2014
erschienen in: üben & musizieren 2/2015 , Seite 50

Dies ist der Abschluss­band zum Pro­jekt JeKi des inter­dis­zi­pli­nä­ren For­schungs­ver­bun­des der Uni­ver­si­tä­ten Bre­men und Ham­burg und rich­tet sich an Lehr­kräf­te und Orga­ni­sa­to­ren der musi­ka­li­schen Bil­dung sowie an Fach­krei­se aus Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten, Musik­psy­cho­lo­gie und Musik­di­dak­tik. Das Buch beinhal­tet sie­ben Auf­sät­ze zu den JeKi-Schwer­punk­ten im For­schungs­pro­jekt SIG­run (Stu­die zum Instru­men­tal­un­ter­richt an Grund­schu­len), begin­nend mit der Dar­stel­lung von JeKi als For­schungs­ge­gen­stand über ein­zel­ne Aspek­te wie Trans­fer­ef­fek­te, Musik­prä­fe­ren­zen, Kul­tu­rel­le Teil­ha­be und Koope­ra­ti­on bis hin zu einem Fazit und Pra­xis­emp­feh­lun­gen.
Obwohl sich das Buch aus­drück­lich auch an Nicht-Wis­sen­schaft­ler rich­tet, wird die­ser Anspruch in wei­ten Berei­chen nicht erfüllt, da die Auf­sät­ze erheb­li­che theo­re­ti­sche und sta­tis­ti­sche Kennt­nis­se vor­aus­set­zen. Für Nicht-Wis­sen­schaft­ler ist am ehes­ten der Über­blick über die Ergeb­nis­se der SIG­run-Schwer­punk­te am Ende des Buchs inter­es­sant, zumal an die­ser Stel­le von den For­sche­rIn­nen dann auch kon­kre­te Emp­feh­lun­gen für die Pra­xis und wei­te­re Aus­ge­stal­tung von JeKi gege­ben wer­den. Doch wird auch im Fazit noch oft­mals auf theo­re­ti­sche Kon­zep­te und wis­sen­schaft­li­che Fach­be­grif­fe ver­wie­sen, die vie­len Lehr­kräf­ten und Orga­ni­sa­to­ren kaum bekannt sein dürf­ten. Eine Tren­nung von for­schungs- und pra­xis­re­le­van­ten Aspek­ten wäre wün­schens­wert gewe­sen, damit sich auch all jene, die nicht mit wis­sen­schaft­li­chen Fach­aus­drü­cken und der Fül­le der erwähn­ten theo­re­ti­schen Kon­zep­te ver­traut sind, einen schnel­len Über­blick über die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se ver­schaf­fen hät­ten kön­nen.
Für die Pra­xis ist vor allem inter­es­sant, inwie­fern die von den For­sche­rIn­nen aus­ge­spro­che­nen Emp­feh­lun­gen bei der Fort­set­zung von JeKi bzw. der Kon­zep­ti­on des JeKi-Nach­fol­ge­pro­jekts Jekits berück­sich­tigt wer­den und wel­che Ergeb­nis­se das Nach­fol­ge-For­schungs­pro­jekt Wil­mA (Wir­kun­gen und Effek­te lang­fris­ti­ger musi­ka­li­scher Ange­bo­te) über die Nach­hal­tig­keit von JeKi zei­gen wird.
Grund­sätz­lich besteht jedoch die Schwie­rig­keit einer Bewer­tung des Pro­jekts in der Auf­split­tung der For­schungs­ver­bün­de und damit ver­bun­de­nen zahl­rei­chen Ein­zel­pu­bli­ka­tio­nen, die es erschwe­ren, sich einen Gesamt­über­blick über die Wir­kun­gen von JeKi zu ver­schaf­fen. Dazu bedürf­te es eines Über­blicks über alle bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se aller For­schungs­ver­bün­de in einer Publi­ka­ti­on, die auch für Nicht-Wis­sen­schaft­ler leicht ver­ständ­lich ist. Inter­es­sant wäre außer­dem zu erfah­ren, ob die For­schungs­ge­gen­stän­de vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung, das die For­schung finan­ziert hat, vor­ge­ge­ben wur­den oder von den For­sche­rIn­nen selbst­stän­dig aus­ge­wählt wer­den konn­ten.
Anja Bos­sen