Deimling, Franz-Michael

Moll zu zweit

12 Stücke in allen Molltonarten, Klavier zu vier Händen

Rubrik: Noten
Verlag/Label: AMA, Brühl 2021
erschienen in: üben & musizieren 6/2022 , Seite 60

Das Kla­vier­heft Moll zu zweit bringt einen bes­tens für den Unter­richt geeig­ne­ten Ein­stieg in die Moll­ton­ar­ten. Dabei wird jede Moll­ton­art auf­stei­gend mit einem eige­nen vier­hän­di­gen Kla­vier­stück vor­ge­stellt, sodass die anstei­gen­de Vor­zei­chen­zahl im prak­ti­schen Gebrauch kon­ti­nu­ier­lich erlernt wer­den kann. Es han­delt sich um mit­tel­schwe­re Stü­cke, die mit etwas Erfah­rung leicht erlern­bar sind und durch ihre ver­schie­de­nen Cha­rak­te­re, diver­se Takt­ar­ten, Dyna­mik- und auch Vor­zei­chen­wech­sel ein abwechs­lungs­rei­ches und lehr­rei­ches Pot­pour­ri für Kla­vier­schü­le­rIn­nen bil­den, aber auch zur Berei­che­rung im Musik­theo­rie­un­ter­richt ein­ge­setzt wer­den kön­nen. So steht das ers­te Stück im vor­zei­chen­lo­sen a‑Moll, wei­ter geht es im Wech­sel zwi­schen Kreuz- und B‑Tonarten auf­stei­gend bis zu sechs Vorzeichen.
Die Stü­cke besit­zen fran­zö­si­sche Titel­be­zeich­nun­gen, die zusätz­lich zu den Moll­ton­ar­ten den Schü­le­rIn­nen erklärt wer­den kön­nen, was den Reiz des Hefts nur ver­mehrt. Dazu gehö­ren ­Allons, Muset­te, Capri­ce, Impromp­tu, Noc­turne, Bal­la­de, Pre­lude, Val­se irré­gu­lié­re, Ara­bes­ke, Furieux, Inter­mez­zo und Ber­ceu­se. Als ers­ten Ein­stieg kann man sich mit dem auf der ers­ten Innen­sei­te ste­hen­den QR-Code, der zur Web­sei­te des Ver­lags AMA führt, alle Stü­cke in Ton­bei­spie­len anhö­ren, was bei der Ein­stu­die­rung oder bei spiel­tech­ni­schen Fra­gen von gro­ßem Vor­teil ist.
Abwechs­lung ist durch die ver­schie­de­nen Tem­pi gewähr­leis­tet, die in übli­cher ita­lie­ni­scher Schrei­bung von Andan­te über Alle­gro, Alle­gret­to bis zu Pres­to und Prestis­si­mo rei­chen und jeg­li­chen musi­ka­li­schen Geschmack umfas­sen. Als Übehin­weis ist dazu die Metro­nom­zahl abge­druckt. Beim Spie­len oder Anhö­ren der Stü­cke über­zeugt auch der ein­gän­gi­ge und sehr anspre­chen­de Klang, der nicht wie eine Etü­de anmutet.
Dar­über hin­aus besticht das 40-sei­ti­ge Heft durch sei­nen anspre­chen­den, unter­richts­ge­eig­ne­ten, groß­an­ge­leg­ten Noten­druck und die wei­ten Abstän­de zwi­schen den Noten, wodurch alle Details ein­wand­frei iden­ti­fi­zier­bar wer­den. Prak­tisch ist auch, dass bei­de Kla­vier­parts auf einer Dop­pel­sei­te im Quer­for­mat gedruckt sind, sodass das Umwen­den bei kur­zen Stü­cken entfällt.
Das in deut­scher und eng­li­scher Spra­che ver­fass­te Vor­wort klärt kurz über den Lebens­weg des Autors Franz-Micha­el Deim­ling auf, der über 40 Jah­re als Musik­schul­lei­ter und Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des der Musik­schu­len in Schles­wig-Hol­stein aktiv war und mehr als 500 Wer­ke kom­po­nier­te. Die­ses lang­jäh­ri­ge Wis­sen und die Unter­richts­er­fah­rung sind in die­sem Band spür­bar. Ein sehr nütz­li­ches und berei­chern­des Heft zur musik­theo­re­ti­schen Unter­stüt­zung bei der Ein­füh­rung von Moll­ton­ar­ten im Kla­vier­un­ter­richt oder als Pra­xis­be­zug im Theo­rie­un­ter­richt, aber auch zum Erler­nen des Vorzeichenspiels.
Clau­dia Behn