Sharp, Timothy

Mons­ter Lie­der

Einfache Klavierstücke für Monster mit zwei bis sechs Händen

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2018
erschienen in: üben & musizieren 6/2019 , Seite 55

In der Päd­ago­gik-Rei­he von Breit­kopf & Här­tel fin­den sich mitt­ler­wei­le für Kla­vier und auch ande­re Instru­men­te zahl­rei­che Hef­te in unter­schied­li­chen Schwie­rig­keits­gra­den und mit den ver­schie­dens­ten the­ma­ti­schen Kon­zep­ten.
Hier han­delt es sich nun um eine Samm­lung von zwan­zig zwei-, vier- und sechs­hän­di­gen Spiel­stü­cken, deren Melo­di­en teil­wei­se mit Tex­ten zum Mit­sin­gen unter­legt sind und die einen leich­ten bis mitt­le­ren Schwie­rig­keits­grad auf­wei­sen. Eine brei­te sti­lis­ti­sche Viel­falt sorgt hier­bei für abwechs­lungs­rei­che musi­ka­li­sche und spiel­tech­ni­sche Anfor­de­run­gen.
So fin­den sich am ­Anfang leich­te, mit weni­gen ­Tönen aus­kom­men­de Anfän­ger­stü­cke, dann jedoch anspruchs­vol­le­re mar­sch­ar­ti­ge, tän­ze­ri­sche, blue­si­ge, ver­träum­te, fest­li­che, wal­zer- oder auch tan­goar­ti­ge Cha­rak­ter­stü­cke, die in har­mo­nisch-­to­na­ler Hin­sicht dem Schwie­rig­keits­grad ent­spre­chend aus­ge­wo­gen und abwechs­lungs­reich sind. Hier­bei sind die Melo­di­en und auch die Auf­ga­ben für die lin­ke Hand so ­ver­schie­den­ar­tig, dass neben (bewegungs-)technischen auch klang­li­che Auf­ga­ben unter Ein­be­zie­hung der ­Peda­le zu lösen sind.
Hin­zu kommt, dass Sharp in knapp der Hälf­te der Stü­cke zusätz­lich ­einen deut­schen Lied­text zum Mit­sin­gen anbie­tet, des­sen Sil­ben auch für Kin­der leicht sing­bar syl­la­bisch auf die Melo­die­tö­ne ver­teilt sind und somit zusätz­lich die Mög­lich­keit einer viel­fäl­ti­gen und unter­halt­sa­men Auf­füh­rung bie­ten. Die the­ma­ti­schen Inhal­te der Stü­cke wer­den am Schluss in den „Sum­me­ries of the Song Texts“ in Eng­lisch fest­ge­hal­ten. Mit ihrer inhalt­li­chen Viel­falt ­bie­ten sie gleich­zei­tig Anre­gun­gen für eine sze­nisch-musi­ka­li­sche Auf­füh­rung, wobei es auch kein Prob­lem sein soll­te, Melodie­instrumente mit­ein­zu­be­zie­hen, da die Melo­di­en einen ­gerin­gen Ambi­tus haben und ­ohne gro­ße Sprün­ge gehal­ten sind.
Ins­ge­samt las­sen sich aus die­ser Samm­lung vie­le wei­te­re Ide­en zu Auf­füh­run­gen im Schü­ler­kreis ent­wi­ckeln. Sie bie­ten so eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Auf­lo­cke­rung von Schü­ler­vor­spie­len unter Ein­be­zie­hung gestal­te­ri­scher Akti­vi­tä­ten neben dem Instru­men­tal­spiel. Denk­bar wären etwa sze­ni­sche Musik­thea­ter­auf­füh­run­gen in frei­er Zu­sammenstellung der Musik­stü­cke. Die fan­ta­sie­rei­chen Titel wie bei­spiels­wei­se Mons­ter­wip­pe, Mons­ter Cake­walk, Mons­ter-Wat­schen­tanz oder Hym­ne für schar­fe Mons­ter­zäh­ne laden ziel­be­wusst dazu ein. Gleich­zei­tig wei­sen sie auch auf musika­lische Aus­drucks­cha­rak­te­re hin und unter­stüt­zen durch ihre bild­haf­te Strahl­kraft die musi­ka­li­sche ­Erar­bei­tung.
Dies mag für man­che Erwach­se­ne viel­leicht etwas ­albern klin­gen, für Kin­der, auch schon älte­re, haben die­se Titel jedoch etwas Gegen­ständ­li­ches, kon­kret Greif­ba­res, abwei­chend vom sonst für sie so abs­trak­ten Noten­bild. Eine gelun­ge­ne Ein­spie­lung der Kla­vier- und Gesangs­stim­me steht im MP3-For­mat zur Ver­fü­gung.
Romald Fischer