Ope­rA­ria

Das Repertoire für alle Stimmgattungen, hg. von Peter Anton Ling. Sopran, Band 1 und 2 /Bariton, Band 1 bis 3, jeweils mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2017
erschienen in: üben & musizieren 6/2017 , Seite 57

Da hat sich Her­aus­ge­ber Peter Anton Ling wirk­lich etwas gedacht, die­sen Ari­en-Sam­mel­bän­den jeweils eine CD bei­zu­le­gen, die als MP3-Audio­da­tei von Mut­ter­sprach­lern gespro­che­ne Arien­texte im Ori­gi­nal mit­lie­fert und zudem als Text­da­tei die Über­set­zun­gen sämt­li­cher Lied­tex­te ins Deut­sche und Eng­li­sche als PDF ent­hält. Bra­vo! Ling ist selbst lyrisch-dra­ma­ti­scher Bari­ton und weiß daher um die Wich­tig­keit einer ein­wand­frei gespro­che­nen Text­vor­la­ge, denn wenig ist für einen Sän­ger unan­ge­neh­mer, als nicht zu wis­sen, wie bestimm­te Wor­te genau into­niert wer­den bezie­hungs­wei­se was der Text bedeu­tet. Noch schlim­mer ist es für den Hörer, wenn ihm ein ver­un­stal­te­ter Text um die Ohren weht. In die­sem Zusam­men­hang sei kurz hin­ge­wie­sen auf das ­inter­es­san­te Kon­zept des Gesangs­päd­ago­gen Peter Anton Ling für Sän­ge­rIn­nen und die­je­ni­gen, die es wer­den möch­ten, wel­ches auf sei­ner Web­site www.peterantonling.com zu fin­den ist.
„Unser Anlie­gen ist es, Stu­die­ren­den einen moder­nen, sys­te­ma­tisch auf­ge­bau­ten, gut infor­mier­ten Vokal­coach an die Hand zu geben, der den Anfor­de­run­gen der heu­ti­gen Thea­ter­pra­xis ent­spricht“, so Peter Anton Ling. Nach stimm­li­chen Kri­te­ri­en wie Umfang, Tes­si­tu­ra, Stimm- und Rol­len­typ sowie bestimm­ter Sti­lis­tik, Natio­na­li­tät und Epo­che bie­ten die bei­den Bän­de für Sop­ran (Band 1: lyrisch – Kolo­ra­tur; Band 2: lyrisch leicht & schwer) und die drei Bän­de für Bari­ton (Band 1: lyrisch; Band 2: lyrisch-dra­ma­tisch; Band 3: dra­ma­tisch) idea­le Zusam­men­stel­lun­gen sowohl für Übungs- als auch für Vor­sing­zwe­cke. Mey­er­beer, Doni­zet­ti, Ver­di, Ros­si­ni, Mozart, Gluck, all die bekann­ten Meis­ter sind mit min­des­tens einer bekann­ten und wich­ti­gen Arie ver­tre­ten.
Am Ende jedes Ban­des befin­den sich Kom­men­ta­re zu den Ari­en, die aus Infor­ma­tio­nen zu Kom­po­si­ti­on, Ton­um­fang, einer kur­zen Inhalts­an­ga­be der jewei­li­gen Oper und einem sän­ge­ri­schen State­ment bestehen. Eini­ge Rari­tä­ten (Con­ra­d­in Kreu­zer: Ein Schütz bin ich; Vik­tor Ull­mann: Von allem, was geschieht – Bari­ton 1, Anton Rubin­stein: Ne plac’ dit­ja – Bari­ton 3; Bed­rich Sme­ta­na: Och, jak´y zal! – Sopran 2), sowie Piè­cen des 20. Jahr­hun­derts (Leo­nard Bern­stein: Glit­ter and be gay – Sopran 1; Ari­en von Alban Berg und Paul Hin­de­mith – Bari­ton 3; Korn­gold und Brit­ten – Bari­ton 1; Franz Schreker – Bari­ton 2) ver­voll­stän­di­gen die­sen Vokal­coach für ange­hen­de Sän­ge­rIn­nen.
Das Noten­bild ist klar und ange­nehm les­bar, die Bän­de mit ihren etwa 160 Sei­ten lie­gen erstaun­lich leicht in der Hand, die Kla­vier­be­glei­tung ist anstän­dig revi­diert oder teil­wei­se gar neu erar­bei­tet, und mit 29,80 Euro pro Band bewe­gen sich die 26, 27 bzw. 29 Ari­en in erschwing­licher Preis­klas­se und auf unte­rem Preis­ni­veau. Bleibt zu hof­fen, dass dem­nächst auch die Stimm­gat­tun­gen Alt und Bass bedacht wer­den!
Kath­rin Feld­mann