Braccini, Roberto

Prak­ti­sches Wör­ter­buch der Musik

CD-ROM

Rubrik: CD-ROMs
Verlag/Label: Directmedia Publishing/Schott, Berlin 2006
erschienen in: üben & musizieren 4/2006 , Seite 67

Sot­to­vo­ce“? Klar: „Mit vol­ler Stim­me“ – oder bedeu­tet es viel­leicht doch eher das Gegen­teil? Und wie über­setzt man noch die „Don­ner­ma­schi­ne“ aus Wag­ners Par­si­fal stil­ge­recht ins Eng­li­sche? Wie fällt der Vor­hang im Fran­zö­si­schen? Fra­gen, bei denen schnell und zuver­läs­sig das Prak­ti­sche Wör­ter­buch der Musik hilft. Als Buch bereits in über­ar­bei­te­ter Auf­la­ge seit Län­ge­rem erhält­lich, ist es nun als Son­der­aus­ga­be der Digi­ta­len Biblio­thek auf den Markt gekom­men.
Die Digi­ta­le Biblio­thek publi­ziert als Ergän­zung – nicht als Ersatz – zu Büchern Wer­ke in elek­tro­ni­scher Form: Text­samm­lun­gen und Hand­bü­cher etwa zu Lite­ra­tur, Kunst, Geis­tes- und Sozi­al­wis­sen­schaft. Über eine ein­heit­li­che Soft­ware-Ober­flä­che lässt sich nach bestimm­ten Begrif­fen kom­bi­niert mit diver­sen Fil­tern suchen. Die Inhal­te kann man sich in ver­schie­de­nen „Sich­ten“ anschau­en, etwa in alpha­be­ti­scher oder the­ma­ti­scher Auf­be­rei­tung. Mar­kie­ren, kopie­ren, mit Anmer­kun­gen ver­se­hen – kurz­um all die sinn­vol­len und hilf­rei­chen Mög­lich­kei­ten elek­tro­ni­scher Daten­ban­ken sind inte­griert. Die Bedien­ober­flä­che ist ein­fach und intui­tiv. Eine unkom­pli­zier­te Instal­la­ti­on bie­tet die Mög­lich­keit, den jewei­li­gen Band der Digi­ta­len Biblio­thek von der ent­spre­chen­den CD-ROM zu star­ten oder die kom­plet­ten Daten auf Fest­plat­te zu kopie­ren, was den Zugriff ver­ein­facht und beschleu­nigt.
Brac­ci­nis Wör­ter­buch ist das idea­le Werk­zeug für Pro­fis wie Lai­en, um sich über spe­zi­el­le musi­ka­li­sche Fach­be­grif­fe in den Spra­chen Ita­lie­nisch, Eng­lisch, Deutsch und Fran­zö­sisch zu infor­mie­ren. Über Regis­ter- oder Voll­text­such­funk­ti­on las­sen sich die ver­schie­de­nen Sprach­va­ri­an­ten sofort fin­den. Begrif­fe kön­nen ver­schie­den­far­big mar­kiert, Noti­zen all­ge­mei­ner Art oder Kom­men­ta­re zu spe­zi­el­len Ter­mi­ni ver­fasst wer­den. Das Wör­ter­buch beschränkt sich dabei nicht auf „ech­te“ Fach­be­grif­fe wie Tem­po­an­ga­ben, Aus­drucks­be­zeich­nun­gen, Instru­men­ten­na­men, son­dern lis­tet auch erwei­ter­te Voka­beln wie z. B. „abso­lu­tes Gehör“, „Anmer­kung für den Diri­gen­ten“ oder „aus dem Takt sein“ auf. Und wer Brac­ci­nis Prak­ti­sches Wör­ter­buch der Musik instal­liert hat, der wird bei „sot­to­vo­ce“ beim Ensem­ble­mu­si­zie­ren nicht her­aus­plat­zen – denn es heißt halt „mit lei­ser Stim­me“. Zwei­fel­los eine CD-ROM, die in die Samm­lung jedes Musik­leh­rers, jeder Chor­di­ri­gen­tin, jedes prak­ti­schen Musi­kers gehört.
Ähn­lich hilf­reich, wenn auch in ande­rer Form ist Ger­hard Die­tels im Jahr 2002 in zwei­ter Auf­la­ge erschie­ne­nes Wör­ter­buch Musik, das kei­ne mehr­spra­chi­gen Ver­sio­nen, son­dern klei­ne Sach­ar­ti­kel zu Fach­ter­mi­ni lie­fert. Auch die­ses Buch ist in die Digi­ta­le Biblio­thek auf­ge­nom­men wor­den. Ziel­grup­pe ist sicher­lich nicht in ers­ter Linie der musik­wis­sen­schaft­li­che Fach­mann, auch wenn er durch­aus soli­de Infor­ma­tio­nen fin­det, son­dern der ambi­tio­nier­te Laie, die Musik­päd­ago­gin, der Instru­men­tal- oder Vokal­pro­fi, der sich schnell über einen Sach­ver­halt infor­mie­ren möch­te. Mit rund 5700 Stich­wör­tern zu den wich­tigs­ten Begrif­fen aus Akus­tik, For­men- und Har­mo­nie­leh­re, Musik­theo­rie, Nota­ti­ons­kun­de, Musik- und Gat­tungs­ge­schich­te, Instru­men­ten­kun­de und Auf­füh­rungs­pra­xis fin­det sich hier ein Basis­wis­sen, das Aus­kunft über die Grund­la­gen der Musik und ihrer Geschich­te gibt. Wer etwas über die Ton­ar­ten der grie­chi­schen Musik, die iso­rhyth­mi­sche Motet­te, die Da-Capo-Arie oder auch über Rap wis­sen will – im Wör­ter­buch Musik wird man schnell fün­dig und zudem über Ver­lin­kun­gen auf spe­zi­el­le­re oder über­grei­fen­de Arti­kel gelenkt. Noten­bei­spie­le ver­tie­fen die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen.
Natür­lich ist es immer schwie­rig, in einem Lexi­kon die rich­ti­ge Aus­wahl an Begrif­fen zu tref­fen und die Grat­wan­de­rung zwi­schen zu ein­fa­cher und zu schwie­ri­ger Beschrei­bung zu beschrei­ten – doch alles in allem ist auch die­se CD-ROM ein Voll­tref­fer in der Digi­ta­len Biblio­thek.
Wolf­gang Bir­tel