Ertl, Barbara

Schu­le für Alt­block­flö­te

Band 1, Lehrbuch mit CD/Klavierbegleitung

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Holzschuh, Manching 2019
erschienen in: üben & musizieren 5/2019 , Seite 65

Wer alt genug ist, um auf bun­te Illus­tra­tio­nen und Kin­der­lie­der zu ver­zich­ten, und sich jung genug fühlt, etwas Neu­es zu ler­nen, wer mit der Alt­block­flö­te Musik aus vie­len Jahr­hun­der­ten ent­de­cken und dabei gleich­zei­tig ­musi­ka­li­sche und spiel­tech­ni­sche Grund­la­gen erler­nen oder ver­tie­fen will, ist hier rich­tig“, so schreibt Bar­ba­ra Ertl, Block­flö­ten­do­zen­tin, Block­flö­tis­tin und Autorin die­ser neu erschie­ne­nen Schu­le für Alt­block­flö­te im Vor­wort. Und tat­säch­lich: In die­ser Schu­le kann sich der Block­flö­ten­aspi­rant wirk­lich auf das Ins­t­rument kon­zen­trie­ren. Kei­ne durch die Noten geis­tern­den Pfer­de, Kro­ko­di­le oder Dino­sau­ri­er len­ken ab. Schön, dass es so etwas noch gibt!
Damit wen­det sich die Schu­le aber kei­nes­wegs nur an Erwach­se­ne – ob mit Lehr­kraft oder als Selbst­ler­ner bzw. Wie­der­ein­stei­ger. Sie bie­tet sich gera­de auch für den Unter­richt mit Kin­dern an, die ohne­hin Schwie­rig­kei­ten haben, sich zu kon­zen­trie­ren.
Über­sicht­lich wer­den auf einer Dop­pel­sei­te zu Beginn die wich­tigs­ten musi­ka­li­schen Begrif­fe und Sym­bo­le erklärt, und dann geht es auch schon mit den ers­ten drei Tönen los. Damit die Übungs­stü­cke nicht so beschei­den klin­gen, liegt der Schu­le eine CD mit Play-along-Ver­sio­nen bei, die zwar teil­wei­se etwas syn­the­tisch klin­gen, aber auch eine sehr klang­far­ben­fro­he Beglei­tung bie­ten. Außer­dem kann man einen Ergän­zungs­band mit (rela­tiv leicht zu spie­len­den) Kla­vier­be­glei­tun­gen für vie­le der Stü­cke sepa­rat bestel­len; und bei eini­gen der Num­mern in die­sem Band gibt es eine optio­na­le zwei­te Block­flö­ten­stim­me.
Natur­ge­mäß wird die gebo­te­ne Lite­ra­tur immer inter­es­san­ter, je wei­ter das Ton­spek­trum des Ler­nen­den anwächst. Von den ers­ten Tönen an bie­tet die­se Schu­le immer­hin eine erstaun­li­che sti­lis­ti­sche Viel­falt – vom Mit­tel­al­ter bis heu­te; frei­lich mit einem rela­tiv gro­ßen Anteil moder­ner ­Unter­hal­tungs­mu­sik. So ste­hen in die­sem Band bei­spiels­wei­se Paul Simons Sound of silence neben einem Satz der eng­li­schen Renais­sance oder einem Stück von Carl Orff, tra­di­tio­nel­le iri­sche Lie­der neben Beet­ho­vens Ode an die Freu­de oder dem rus­si­schen Allot­sch­ka. Dazu kom­men zahl­rei­che Num­mern aus Ertls eige­ner Pro­duk­ti­on, die ihrer­seits sti­lis­tisch sehr breit gestreut sind.
Doch was wäre eine Schu­le ohne ­einen didak­ti­schen Part. Die­ser ist hier gewis­ser­ma­ßen aus­ge­la­gert, näm­lich in einen Abschnitt am Ende des Ban­des, in dem die Übun­gen nach Lern­the­men sor­tiert sind: Arti­ku­la­ti­on, Atem und Klang, lin­ker Dau­men etc. So kann man sich sowohl zum gera­de gespiel­ten Stück pas­sen­de Übun­gen ­suchen (die jewei­li­gen Lern­the­men eines Stücks sind mit Sym­bo­len über den Noten ange­ge­ben) als auch im Übungs­teil arbei­ten und das Gelern­te dann in den Stü­cken in die Pra­xis umset­zen, die dort zum The­ma ­genannt sind. Ein gelun­ge­ner Ein­stieg in die Welt der Alt­block­flö­te!
Andrea Braun