Bayer, Inge

Sechs Duet­ti­nos

für zwei Flöten (Altblockflöte und Flöte)

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Zimmermann
erschienen in: üben & musizieren 6/2021 , Seite 67

Die vor­lie­gen­den zwei­stim­mi­gen Flö­ten­stü­cke von Inge Bay­er (*1962) ent­stan­den im Jahr 2019 dank des Ansto­ßes der Flö­ten­päd­ago­gin­nen Chris­ti­ne Gie­zew­ski und Johan­na Rabe und wur­den als Jah­res­ga­be 2020 für die Mit­glie­der des Ver­eins Freun­de der Quer­flö­te e. V. ver­öf­fent­licht. Inge Bay­er hat seit 1994 ein fes­tes Chor-Enga­ge­ment am Thea­ter Lübeck und unter­rich­tet Gesang und Klavier.
Dem päd­ago­gi­schen Hin­ter­grund der Kom­po­nis­tin und der Impuls­ge­be­rin­nen ist es wohl zu ver­dan­ken, dass sich die sechs ­Duet­ti­nos her­vor­ra­gend für die Unter­richts­pra­xis eig­nen. In der Schwie­rig­keits­stu­fe drei von sechs ein­ge­ord­net und mit einer Gesamt­spiel­zeit von knapp zwölf Minu­ten bie­ten die jeweils eine Dop­pel­sei­te umfas­sen­den Duet­te viel Abwechs­lung. Vier Stü­cke ste­hen in Moll, zwei Stü­cke in Dur. Mal klingt es geheim­nis­voll, mal swingt es, mal bedient sich die Kom­po­nis­tin baro­cker oder ori­en­ta­lisch anmu­ten­der Ele­men­te, lässt die Flö­ten lyrisch oder beson­ders rhyth­misch erklingen.
Beson­ders reiz­voll sind die har­mo­ni­schen Farb­wech­sel, die sich im zwei­stim­mi­gen Spiel ent­fal­ten. Bei­de Stim­men sind über­wie­gend musi­ka­lisch gleich­be­rech­tigt, wor­aus sich oft ein leben­di­ges dia­lo­gi­sches und imi­ta­to­ri­sches Musi­zie­ren ergibt. Neben der Beset­zung mit zwei Quer­flö­ten besteht auch die Mög­lich­keit, die ers­te Stim­me mit einer Alt­block­flö­te zu spie­len. Hin­sicht­lich des Ton­um­fangs bewe­gen sich die Duet­te über­wie­gend in bequem zu spie­len­der Ton­la­ge. In der zwei­ten Stim­me errei­chen man­che Stü­cke in der Tie­fe maxi­mal das d', wäh­rend die ers­te Stim­me in der Höhe hin und wie­der maxi­mal das f''' streift.
Päd­ago­gisch wert­voll sind die Kom­po­si­tio­nen auch, weil sie neben dem Lesen diver­ser alte­rier­ter Töne und dem lega­to aus­zu­füh­ren­den Regis­ter­wech­sel vor allem hin­sicht­lich der Arti­ku­la­ti­on und des Rhyth­mus vie­le Trai­nings­mög­lich­kei­ten für die Spie­le­rIn­nen bereit­hält. Her­vor­zu­he­ben sei außer­dem, dass die Noten­aus­ga­be zwei Spiel­par­ti­tu­ren umfasst – eine Tat­sa­che, die nicht zuletzt ange­sichts der aktu­el­len Abstands­re­ge­lun­gen im Unter­richt einen ganz beson­de­ren Mehr­wert mit sich bringt.
Cori­na Nastoll