Arens, Barbara

Small Hand Pia­no

40 Stücke ohne Oktaven

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 2018
erschienen in: üben & musizieren 6/2019 , Seite 55

Die Zusam­men­stel­lung der vor­lie­gen­den Spiel­stü­cke und Sät­ze erfolg­te unter Berück­sich­ti­gung eines Kri­te­ri­ums, das im Unter­richt nicht sel­ten eine wich­ti­ge Rol­le spielt. Die­se ­Prä­mis­se gilt nicht nur für Anfän­ger bzw. Kin­der, son­dern oft auch für bereits fort­ge­schrit­te­ne und älte­re Schü­le­rIn­nen, deren Hän­de nur eine gerin­ge Spann­wei­te auf­wei­sen. Sie fin­den hier neben eini­gen ein­fa­che­ren Stü­cken vor ­allem sol­che eines mitt­le­ren, teil­wei­se geho­be­nen Schwie­rig­keits­grads.
Neben zwan­zig ­eige­nen Kom­po­si­tio­nen der ­Autorin beinhal­tet die­se Samm­lung vor allem Stü­cke von ­Kom­po­nis­ten, die in der Spiel­li­te­ra­tur für den Unter­richt nur wenig Beach­tung fin­den und ganz unter­schied­li­che Cha­rak­te­re und Sti­le auf­wei­sen. Inso­fern bie­tet die­se Aus­wahl viel Neu­es und öff­net gleich­zei­tig in ihrer Viel­sei­tig­keit Leh­re­rIn­nen und Schü­le­rIn­nen für die Unter­richts­pla­nung vie­le unter­schied­li­che ­musi­ka­li­sche und spiel­tech­ni­sche Türen.
Hin­zu kommt, dass für die Ein­be­zie­hung diver­ser Spiel­stü­cke aus ver­schie­de­nen Epo­chen mit ihren unter­schied­li­chen Gestal­tungs­an­sprü­chen in den Unter­richt nicht meh­re­re Hef­te bereit­ge­stellt wer­den müs­sen. So fin­den sich Stü­cke und ein­zel­ne Sät­ze mit einer inspi­rier­ten, popu­lär-musi­ka­li­schen Ton­spra­che wie bei­spiels­wei­se Dark Blues, Impro­vi­se on a Wal­king Bass, Gol­den Gate Waltz oder Indeci­sion, die sich im Cha­rak­ter sowie in den spiel­tech­ni­schen Ansprü­chen deut­lich von­ein­an­der unter­schei­den und denen Arens teil­wei­se auch Anre­gun­gen zur Impro­vi­sa­ti­on hin­zu­fügt.
Dane­ben ste­hen unter­schied­li­che Stü­cke aus Film­mu­sik (Lost insi­de of You, The Lord of the Rings), dem baro­cken, klas­si­schen und roman­ti­schen (eher unbe­kann­ten) Reper­toire (Koze­luch, Mas­sen­et, Mar­cel­lo, Dia­bel­li, Bach/Busoni, Maj­ka­par…) oder auch sol­che mit moder­ne­rer oder folk­lo­ris­ti­scher Ton­spra­che (Rebi­kow, Arens). Hier­bei fällt vor allem auf, dass Bar­ba­ra Arens bei der Aus­wahl und auch bei ihren eige­nen Kom­po­si­tio­nen nicht nur dar­auf geach­tet hat, dass kei­ne Okta­ven, grö­ße­ren ­Inter­val­le oder weit­räu­mi­gen Akkor­de vor­kom­men. Viel­mehr springt auch ins Ohr, dass die klang­li­che Aus­ge­wo­gen­heit und bei den ­anspruchs­vol­le­ren Stü­cken auch die klang­li­che Dif­fe­ren­ziert­heit für die Erar­bei­tung eine zen­tra­le Rol­le spie­len. Dies kann mit­un­ter nur mit Hil­fe einer fein­glied­ri­gen Pedal­tech­nik gelin­gen, wie ­bei­spiels­wei­se bei der Sona­ta in a (Cima­ro­sa), dem Prä­lu­di­um und Alle­gro (Bach/ Buso­ni), der Mélo­die-Elé­gie (Mas­senet) oder der Gnos­si­en­ne No. 3 (Satie). Dies dürf­te jedoch für Schü­le­rIn­nen kein Pro­blem dar­stel­len, führt der Weg in die­ser Samm­lung doch über eine sorg­fäl­tig aus­ge­such­te Lite­ra­tur, die auf die­se Anfor­de­run­gen gut vor­be­rei­tet. Außer­dem kann man auf eine wert­vol­le Hil­fe im Inter­net ­zurück­grei­fen: Dort ste­hen die Stü­cke zum kos­ten­lo­sen Down­load zur Ver­fü­gung.
Romald Fischer