Kalke, Ernst-Thilo

Strings and Keys

Brownish Black, Single Blondie, Rocky Minor, High Spirits. Four rocking and swinging pieces for violin and piano

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Uetz, Halberstadt 2005
erschienen in: üben & musizieren 4/2006 , Seite 69

Zwei wesent­li­che Fel­der bestim­men das musi­ka­li­sche Schaf­fen von Ernst-Thi­lo Kal­ke: der Jazz bzw. die geho­be­ne Unter­hal­tungs­mu­sik und die Bear­bei­tung, das Arran­ge­ment. Unzäh­li­ge Klas­si­ker aus den Berei­chen E‑Musik, Swing, Rock oder Tra­di­tio­nals hat der 1924 in Stutt­gart gebo­re­ne Kom­po­nist und Arran­geur Kal­ke bereits auf die ver­schie­dens­ten For­ma­tio­nen – vom Streich­quar­tett bis hin zum Blas­or­ches­ter – über­tra­gen. Vie­le die­ser „all­tags­taug­li­chen“ Arran­ge­ments sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im Uetz-Ver­lag her­aus­ge­kom­men, der so ins­be­son­de­re mit einer wahr­haft umfang­rei­chen Biblio­thek gän­gi­ger E- und U‑Mu­sik-Hits für Streich­quar­tett glän­zen kann.
Strings and Keys ver­eint dage­gen eige­ne Kom­po­si­tio­nen Ernst-Thi­lo Kal­kes: vier Stü­cke für Vio­li­ne und Kla­vier, die irgend­wo zwi­schen leich­tem Swing und dezen­tem Rock ange­sie­delt sind. Knapp in der Anla­ge, durch­sich­tig in der Struk­tur und grif­fig für den Gei­ger und den beglei­ten­den Pia­nis­ten. Brow­nish Black swingt sehr ent­spannt, Sin­gle Blon­die lebt vom rhyth­mi­schen Kon­trast in Vio­li­ne und Kla­vier, Rocky Minor gibt sich robust und High Spi­rits bewegt.
Kal­kes kur­ze Stü­cke haben ein unver­stell­tes Pro­fil, eine kla­re musi­ka­li­sche Dik­ti­on und kon­trast­reich her­aus­ge­ar­bei­te­te Ober­flä­chen. Sie bie­ten den bei­den aus­füh­ren­den Musi­ke­rIn­nen Gele­gen­heit, auf klei­nem Raum Stim­mun­gen zu trans­por­tie­ren und auf dem Boden soli­der Struk­tu­ren ton­liche und rhyth­mi­sche Eigen­in­itia­ti­ve zu ergrei­fen. Und zum Glück ist dazu kei­ne Kon­zertrei­fe erfor­der­lich. Ein soli­des musi­ka­li­sches Niveau und der gemein­sa­me Spaß, aus einer prä­gnan­ten Vor­la­ge zum Bei­spiel ein Stück federn­der Swing­mu­sik zu machen, sind die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen.
So blitz­sauber wie das Noten­bild die­ser mit zwölf Euro durch­aus preis­güns­ti­gen Aus­ga­be aus dem Uetz-Ver­lag daher­kommt, genau­so unkom­pli­ziert dürf­te die Beschäf­ti­gung mit Ernst-Thi­lo Kal­kes Minia­tu­ren wer­den. Ein Spiel auf „Sai­ten und Tas­ten“ regt der Kom­po­nist im Titel an – und genau das dürf­te der Musik in der Umset­zung auch am bes­ten bekom­men: eine spie­le­ri­sche Leich­tig­keit, ein ent­spann­tes Musi­zie­ren.
Dani­el Knöd­ler