Lätzer, Raika
Teilhabe verwirklichen
„Musik in der Sozialen Arbeit“ als Teilbereich ästhetischer Praxis und kultureller Bildung
Der Zugang zu kultureller Bildung bzw. zu musikalischen Angeboten steht grundsätzlich allen Menschen offen. Dennoch sind viele von kultureller Teilhabe ausgeschlossen. Viele dieser Menschen finden sich in den Handlungsfeldern Sozialer Arbeit. So verstehen es Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen als ihre Aufgabe, ihren KlientInnen auch den Bereich der kulturellen Bildung zu öffnen.
Grundsätzlich richten sich kulturelle Bildungsangebote an alle Menschen. Allerdings ist die Teilhabe daran derzeit nicht für alle Menschen Realität. Um diese Bildungsungerechtigkeit auszugleichen, sind innerhalb der Handlungsfelder der Sozialen Arbeit Angebote und Projekte einer ästhetischen Praxis entstanden, die den KlientInnen Erfahrungen mit kulturellen Praktiken ermöglichen. Kulturelle Bildung und Teilhabe kann verschiedenste kulturelle Bereiche umfassen; im Folgenden geht es insbesondere um Musik als einem Teilbereich kultureller Bildung.
Rahmenbedingungen
Bei „Musik in der Sozialen Arbeit“ wird Musik als Medium verstanden, also als Mittel zur Erreichung sozialarbeiterischer Ziele. „Musik in der Sozialen Arbeit“ umfasst zum einen aktives Musizieren, zum anderen die Rezeption von Musik bzw. von musikalischen Ereignissen. Musik wird als persönliche Ausdrucksform verstanden, die sowohl in der aktiven Ausübung als auch in der Rezeption allen Menschen zugänglich ist. Es gilt: „Musik ist Musik, wenn sie uns als Musik vorkommt und uns etwas bedeutet. Sie ist daher ein sehr subjektives Phänomen und sollte nicht in eine normative Zwangsjacke gepresst werden […].“1 Jeder Mensch wird somit als musizierfähig betrachtet, unabhängig von den musikalischen Ergebnissen des Musizierens.
1 Theo Hartogh/Hans Hermann Wickel: „Musik und Musikalität. Zu der Begrifflichkeit und den (sozial-)pädagogischen und therapeutischen Implikationen“, in: dies. (Hg.): Handbuch Musik in der Sozialen Arbeit, Wein-heim 2004, S. 46.
Lesen Sie weiter in Ausgabe 5/2019.