© Anja Heuzeroth

Lätzer, Raika

Teil­ha­be ver­wirk­li­chen

„Musik in der Sozialen Arbeit“ als Teilbereich ästhetischer Praxis und kultureller Bildung

Rubrik: Aufsatz
erschienen in: üben & musizieren 5/2019 , Seite 53

Der Zugang zu kultureller Bildung bzw. zu musikalischen Angeboten steht grundsätzlich allen Menschen offen. Dennoch sind viele von kultureller Teil­habe ausgeschlossen. Viele dieser Menschen finden sich in den Hand­lungsfeldern Sozialer Arbeit. So verstehen es Sozial­arbeite­rinnen und Sozial­pädagogen als ih­re Aufgabe, ihren KlientInnen auch den Bereich der kulturellen Bildung zu ­öffnen.

Grund­sätz­lich rich­ten sich kul­tu­rel­le Bil­dungs­an­ge­bo­te an alle Men­schen. Aller­dings ist die Teil­ha­be dar­an der­zeit nicht für alle Men­schen Rea­li­tät. Um die­se Bil­dungs­un­ge­rech­tig­keit aus­zu­glei­chen, sind inner­halb der Hand­lungs­fel­der der Sozia­len Arbeit Ange­bote und Pro­jek­te einer ästhe­ti­schen Pra­xis ent­stan­den, die den Kli­en­tIn­nen Erfah­run­gen mit kul­tu­rel­len Prak­ti­ken ermög­li­chen. Kul­tu­rel­le Bil­dung und Teil­ha­be kann ver­schie­dens­te kul­tu­rel­le Berei­che umfas­sen; im Fol­gen­den geht es ins­be­son­de­re um Musik als einem Teil­be­reich kul­tu­rel­ler Bil­dung.

Rah­men­be­din­gun­gen

Bei „Musik in der Sozia­len Arbeit“ wird Musik als Medi­um ver­stan­den, also als Mit­tel zur Er­reichung sozi­al­ar­bei­te­ri­scher Zie­le. „Musik in der Sozia­len Arbeit“ umfasst zum einen akti­ves Musi­zie­ren, zum ande­ren die Rezep­ti­on von Musik bzw. von musika­lischen Ereig­nis­sen. Musik wird als persön­liche Aus­drucks­form ver­stan­den, die sowohl in der akti­ven Aus­übung als auch in der Rezep­ti­on allen Men­schen zugäng­lich ist. Es gilt: „Musik ist Musik, wenn sie uns als Musik vor­kommt und uns etwas bedeu­tet. Sie ist daher ein sehr sub­jek­ti­ves Phä­no­men und soll­te nicht in eine nor­ma­ti­ve Zwangs­ja­cke gepresst wer­den […].“1 Jeder Mensch wird somit als musi­zier­fä­hig betrach­tet, unab­hän­gig von den musi­ka­li­schen Ergeb­nis­sen des Musi­zie­rens.

1 Theo Hartogh/Hans Her­mann Wickel: „Musik und Musi­ka­li­tät. Zu der Begriff­lich­keit und den (sozial-)pädagogischen und the­ra­peu­ti­schen Impli­ka­tio­nen“, in: dies. (Hg.): Hand­buch Musik in der Sozia­len Arbeit, Wein­-heim 2004, S. 46.

Lesen Sie wei­ter in Aus­ga­be 5/2019.