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Bauchrowitz, Frank

Unli­mi­ted?

In welchem zeitlichen Umfang können Musikschullehrkräfte zur Erbringung von Zusammenhangstätigkeiten verpflichtet werden?

Rubrik: Recht & Versicherung
erschienen in: üben & musizieren 1/2020 , Seite 41

Das Unterrichten eines Instruments oder von Gesang ist an sich schon eine sehr anspruchsvolle und intensive Tätigkeit. Zusätzlich zum reinen Unterricht sind Musikschullehrkräfte aber auch noch mit umfangreichen weiteren Aufgaben belastet, die im Zusammenhang mit ihrer Lehrtätigkeit stehen, den sogenannten Zusammenhangstätigkeiten.

Wäh­rend die Anzahl der zu leis­ten­den Unter­richts­ein­hei­ten in aller Regel exakt ver­trag­lich bestimmt wird, bestehen häu­fig Unklar­hei­ten dar­über, in wel­chem zeit­li­chen Umfang Zusam­men­hangs­tä­tig­kei­ten aus­ge­übt wer­den müs­sen. Nach­fol­gend wird dar­auf ein­ge­gan­gen, was hin­sicht­lich der Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se nach dem TVöD (Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst) bezüg­lich indi­vi­du­el­ler Arbeits­ver­trä­ge und Hono­rar­ver­trä­ge gilt.
Im TVöD ist aus­drück­lich zumin­dest die Art der ver­lang­ten Zusam­men­hangs­tä­tig­kei­ten genau gere­gelt (in § 52 Nr. 2 Abs. 1 TVöD-BT-V-VKA; sie­he Info­kas­ten). Der zeit­li­che Umfang von Zusammenhangs­tätigkeiten ist hin­ge­gen nur ableit­bar. Für voll­zeit­be­schäf­tig­te Musik­schul­lehr­kräf­te gilt, dass sie grund­sätz­lich wöchent­lich 30 Unter­richts­ein­hei­ten zu 45 Minu­ten zu unter­rich­ten haben (§ 52 Nr. 2 TVöD-BT-V-VKA), was 22,5 Zeit­stun­den ent­spricht. Um auf die nach dem TVöD vor­ge­se­he­ne wöchent­li­che Arbeits­zeit für Voll­zeit­kräf­te von zur­zeit 39 Stun­den (Tarif­ge­biet Ost: 40 Stun­den) zu kom­men (vgl. § 6 Abs. 1 Satz 1 lit. b TVöD), ent­fal­len also 16,5 Stun­den (Tarif­ge­biet Ost: 17,5 Stun­den) auf die Zusam­men­hangs­tä­tig­kei­ten. Das Ver­hält­nis zwi­schen Unter­richts­ein­hei­ten und Zusam­men­hangs­tä­tig­kei­ten beträgt da­mit unge­fähr 57,69 zu 42,31 Pro­zent (Tarif­ge­biet Ost: 56,25 zu 43,75 Pro­zent).

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