© Erich Malter

Schäfer, Martha

Wel­che Jugend musi­ziert eigent­lich?

Eine qualitative Interviewstudie mit Instrumentallehrenden zu „Jugend musiziert“

Rubrik: musikschule )) DIREKT
erschienen in: üben & musizieren 2/2018 , musikschule )) DIREKT, Seite 10

Die Teilnehmerzahlen am Wettbewerb „Jugend musiziert“ sind zwischen 1964 und 2013 fast um das Achtfache gestiegen.1 Trotz der hohen Teilnehmerzahlen und seiner prominenten Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist der Wettbewerb jedoch eher selten Gegenstand empirischer Forschungen geworden. Dieser Beitrag stellt einige Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie mit Instrumentallehrenden zu „Jugend musiziert“ von 2017 vor und zeigt weiteren Forschungsbedarf auf.

Seit den Stu­di­en von Hans Gün­ter Bastian,2 in denen qua­li­ta­ti­ve und quan­ti­ta­ti­ve Befra­gun­gen von Wett­be­werbs­teil­neh­me­rIn­nen zu ihren Bio­gra­fi­en und musi­ka­li­schen Wer­de­gän­gen im Vor­der­grund stan­den, sind kaum wei­te­re Stu­di­en durch­ge­führt wor­den. Zur Bear­bei­tung die­ser bis heu­te noch bestehen­den For­schungs­lü­cke wur­de im Rah­men einer Mas­ter­ar­beit unter der Betreu­ung von Hei­ner Gembris am Insti­tut für Bega­bungs­for­schung in der Musik (Uni­ver­si­tät Pader­born) ein Bei­trag geleis­tet.
In einer explo­ra­ti­ven Stu­die wur­den sie­ben Instru­ment­al­lehr­kräf­te städ­ti­scher Mu­sikschulen mit Hil­fe eines eigens erstell­ten Inter­view­leit­fa­dens zu ihren Erfah­run­gen in Bezug auf „Jugend musi­ziert“ befragt. Alle ver­füg­ten über lang­jäh­ri­ge Erfah­run­gen in der Wett­be­werbs­vor­be­rei­tung von Schü­le­rIn­nen. Der Inter­view­leit­fa­den umfass­te unter­schied­li­che The­men­be­rei­che wie „Moti­va­ti­on zur Teil­nah­me“, „Vor­be­rei­tung auf den Wett­be­werb“ sowie „Posi­ti­ve und nega­ti­ve Erfah­run­gen der Leh­ren­den“. Die Inter­views wur­den tran­skri­biert und mit­tels qua­li­ta­ti­ver Inhalts­ana­ly­se aus­ge­wer­tet, struk­tu­riert und mit­ein­an­der ver­gli­chen. Aus­ge­wähl­te und für beson­ders inter­es­sant zu erach­ten­de Ergeb­nis­se aus den Berei­chen „Jury und Bewer­tung“, „Teil­neh­me­rIn­nen und sozia­ler Hin­ter­grund“ sowie „Moti­va­ti­on“ sol­len hier dar­ge­stellt wer­den.

Jury und Bewer­tungs­sys­tem

Bemer­kens­wer­ter­wei­se wur­de in allen Inter­views der Bereich „Jury und Bewer­tung“ ange­spro­chen. Häu­fig wur­de hin­ter­fragt, inwie­fern Bewer­tun­gen objek­tiv sei­en und ob eine objek­ti­ve Bewer­tung über­haupt mög­lich sei. Einig waren sich die Befrag­ten jedoch dar­über, dass Bewer­tung von Musik immer einem gewis­sen Grad an Sub­jek­ti­vi­tät aus­ge­setzt ist. Für die Leh­ren­den ergibt sich daher die Auf­ga­be, ihren Schü­le­rIn­nen eine ange­mes­se­ne Erwar­tungs­hal­tung für den Wett­be­werb zu ver­mit­teln: „Das ver­su­che ich mei­nen Schü­lern immer zu erklä­ren, dass es nie­mals objek­tiv ist. Und des­we­gen kann es sein, dass man einen Tag erwischt oder eine Jury erwischt, die aus irgend­wel­chen Grün­den einen schlecht bewer­tet; und man ver­steht es nicht so ganz, ist viel­leicht auch nicht rich­tig, aber das müs­sen die Schü­ler abkön­nen. Und des­we­gen, die­se Ver­ant­wor­tung der Leh­rer fin­de ich ganz, ganz, ganz wich­tig.“ (Inter­view 2)
Auf­grund des hohen Nach­drucks, mit dem die­ser Leh­rer, aber auch ande­re der Inter­view­ten die­sen Aspekt her­vor­he­ben, wäre eine inten­si­ve­re, psy­cho­lo­gisch fun­dier­te Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma wich­tig: Wie soll­te ein Gespräch aus­se­hen, mit dem Leh­ren­de ihren Schü­le­rIn­nen tief­ge­hen­de Ent­täu­schun­gen erspa­ren kön­nen und dem Kind klar­ma­chen, dass der Wett­be­werb zwar wich­tig sein kann, aber nicht ent­schei­dend ist? Wel­che wei­te­ren Mög­lich­kei­ten gibt es zudem, Kin­der und Jugend­li­che mit einem gesun­den Maß an Ehr­geiz und Spaß am Musi­zie­ren in den Wett­be­werb zu schi­cken?
Auch die Andeu­tung, dass die Bewer­tun­gen der Jury manch­mal „viel­leicht auch nicht rich­tig“ sei­en, fin­det sich in den Tran­skrip­ten meh­re­rer befrag­ter Per­so­nen wie­der, indem sie die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on und Kom­pe­tenz man­cher Juro­ren anpran­gern: „Manch­mal sind wir bass erstaunt, was die Juro­ren den Schü­lern erzäh­len, und das ist fach­lich manch­mal auch falsch.“ (Inter­view 6) Anschei­nend sind sol­che Defi­zi­te in der Bewer­tung über­wie­gend in den unte­ren Wettbewerbs­ebenen zu fin­den, dort sei die Jury „zusam­men­ge­schus­tert“ (Inter­view 2). Jedoch stel­len sol­che Fäl­le nicht die Regel dar.
Als über­aus posi­tiv bewer­te­ten die Instru­ment­al­leh­ren­den jedoch die Anzahl der Prei­se, die „Jugend musi­ziert“ jähr­lich ver­gibt und die eine Teil­nah­me attrak­tiv machen. Eben­so posi­tiv sei­en die per­sön­li­chen Bera­tungs­ge­sprä­che, durch wel­che eine „nebu­lö­se Punkt­zahl“ (Inter­view 5) trans­pa­rent gemacht wer­de. Eine Stim­me erhob sich aber auch gegen die Ver­ga­be von Prei­sen, da durch die Punk­te­span­ne, die durch den jewei­li­gen Preis abge­deckt wer­de, Unge­rech­tig­kei­ten ent­ste­hen könn­ten: „Man kann das nicht in einen Topf wer­fen, fin­de ich. Für mich wür­den die Punk­te völ­lig aus­rei­chen, denn die Punk­te­ska­la ist ein­deu­tig.“ (Inter­view 2)

Wett­be­werbs­teil­neh­me­rIn­nen

Dass der Wett­be­werb reiz­voll ist, bele­gen – wie erwähnt – die jähr­lich wach­sen­den Teil­neh­mer­zah­len. Beson­ders inter­es­sant ist jedoch, dass sechs der sie­ben Inst­rumentallehrkräfte im Gegen­satz zur Sta­tis­tik ange­ben, einen deut­li­chen Rück­gang der Anmel­dun­gen für „Jugend musi­ziert“ beob­ach­tet zu haben. Die­ser Rück­gang sei nicht nur bei Musik­wett­be­wer­ben, son­dern auch in Orches­tern, Musik­schu­len und beim kam­mer­mu­si­ka­li­schen Musi­zie­ren zu beob­ach­ten (Inter­view 4). Zwar schwankt die Zahl der „Jugend musiziert“-TeilnehmerInnen der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re zwi­schen 16000 und 24000, jedoch ist kei­ne Ten­denz eines deut­li­chen Rück­gangs zu beobachten.3 Mög­li­cher­wei­se ist die Ein­schät­zung der befrag­ten Per­so­nen ein regio­nal beding­tes Phä­no­men, das sich im beson­de­ren Maße in der Gegend der Pro­banden­grup­pe abzeich­net.
Alle Lehr­per­so­nen führ­ten die­sen Ver­lust der Teil­neh­me­rIn­nen auf die Schu­le zurück. Wäh­rend sich manch­mal vor­sich­tig auf im Kol­le­gi­um kur­sie­ren­de Ver­mu­tun­gen bezo­gen wird, in denen die Schu­le als wesent­li­cher Stör­fak­tor iden­ti­fi­ziert wird, wis­sen ande­re: „Das liegt ganz deut­lich an G8.“ (Inter­view 4) Die nahe­lie­gends­te Erklä­rung für den nega­ti­ven Ein­fluss des Nach­mit­tags­un­ter­richts und der Ganz­tags­schu­le ist die zeit­li­che Ein­schrän­kung der Frei­zeit und somit auch der Übe­zeit: „Wenn man abends um sechs aus der Schu­le kommt, wann soll man denn dann anfan­gen, sein Instru­ment zu üben?“ (Inter­view 4), fragt ein Leh­rer nicht zu Unrecht.
Neben der Schu­le haben nach Mei­nung der Befrag­ten eben­so die Medi­en einen erheb­li­chen Ein­fluss auf das Instru­men­tal­spiel der Kin­der und Jugend­li­chen: „Wir leben im Moment in einer Han­dy­ge­sell­schaft, das ist ein­fach so. Und Han­dy ist das zen­tra­le The­ma. Also heu­te für ein Han­dy 600 Euro aus­zu­ge­ben, ist über­haupt nicht schwie­rig für Jugend­li­che. Aber so eine Quer­flö­te, wenn die dann mehr als 150 Euro kos­tet, wird es schon schwie­rig.“ (Inter­view 4)
Jedoch fällt bei der Beschrei­bung des Übe­verhaltens ihrer Schü­le­rIn­nen beson­ders auf, dass bei fast allen befrag­ten Leh­re­rIn­nen die viel­leicht unbe­wuss­te, aber den­noch sehr deut­li­che Tren­nung von „Jugend musiziert“-Kandidaten und Nicht-„Jugend musiziert“-Kandidaten vor­ge­nom­men wur­de: „Ich glau­be, wer Kla­vier spie­len möch­te, der lässt sich vom Han­dy nicht unbe­dingt beein­flus­sen. Also ich habe schon Schü­ler, für die das auch ein Pro­blem sein kann, aber die fah­ren auch nicht zum Wett­be­werb, das sind so – ich sage mal – nor­ma­le Schü­ler.“ (Inter­view 5) Durch­aus könn­ten die zuvor genann­ten Fak­to­ren das Übever­hal­ten nega­tiv beein­flus­sen, jedoch betref­fe dies nur sol­che Schü­le­rIn­nen, die den Anfor­de­run­gen des Musik­wett­be­werbs ohne­hin nicht genü­gen.
Nach Aus­sa­ge der Leh­ren­den haben weder die Schu­le noch der erhöh­te Medi­en­kon­sum ihrer Schü­le­rIn­nen dem „Jugend musiziert“-Niveau gescha­det. Ganz im Gegen­teil bemer­ken sie eine Niveau­stei­ge­rung, die sich gera­de auf der Bun­des­ebe­ne posi­tiv ent­wi­ckelt habe. Im Gegen­satz dazu gibt es jedoch bei den Regio­nal­wett­be­wer­ben anschei­nend immer mehr musi­ka­li­sche Bei­trä­ge, die für „Jugend musi­ziert“ vor eini­gen Jah­ren noch nicht gut genug gewe­sen wären. Als Erklä­rung wird in einem Inter­view die stei­gen­de Fokus­sie­rung auf Brei­ten­för­de­rung im Gegen­satz zur Eli­te­för­de­rung ange­führt.
Anders hin­ge­gen neh­men zwei Leh­ren­de die Aus­rich­tung des Wett­be­werbs wahr. Sie sehen „Jugend musi­ziert“ als einen Treff­punkt für die Eli­te des Lan­des, eben­so wie ein Leh­rer das Mit­ein­an­der unter den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern ver­misst: „Sie kom­men, sie spie­len, sie machen ihren Stie­fel und dann gehen sie wie­der.“ (Inter­view 6) Er wünscht sich von den Orga­ni­sa­to­ren mehr Bemü­hun­gen, die das Ken­nen­ler­nen unter den Wett­be­werbs­teil­neh­me­rIn­nen ermög­li­chen und das Gemein­schafts­ge­fühl stär­ken.

Sozia­ler Hin­ter­grund

Den Ein­fluss der Eltern auf den instru­men­ta­len Wer­de­gang der Kin­der konn­ten die Inter­view­ten bestä­ti­gen: Neben der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung für das Erler­nen und die Anschaf­fung eines Instru­ments und den orga­ni­sa­to­ri­schen Aspek­ten – der zeit­li­che Auf­wand des Fah­rens zur Musik­schu­le oder zu Pro­ben – scheint das Inter­es­se der Eltern für das, was ihre Kin­der tun, ein erheb­li­cher Fak­tor in der musi­ka­li­schen Lauf­bahn eines Kin­des zu sein. Auch den regel­mä­ßi­gen Kon­takt von Eltern zu Musik­schul­leh­ren­den schät­zen Letz­te­re sehr. Bei der unter­stüt­zen­den Funk­ti­on der Eltern geht es nicht vor­ran­gig dar­um, dass die­se ihren Kin­dern auf musi­ka­li­scher Ebe­ne wei­ter­hel­fen, son­dern viel­mehr dar­um, dass sie Inter­es­se gegen­über den Hob­bies oder Lei­den­schaf­ten ihrer Kin­der zei­gen. Natür­lich ist es von Vor­teil, wenn Eltern ihren Kin­dern beim Üben hel­fen kön­nen, ihnen tech­ni­sche oder inter­pre­ta­to­ri­sche Tipps geben und die Kin­der somit schon früh einen Zugang zur Musik haben. Den­noch: „Es geht ja nicht nur um die Töne, die man sel­ber spielt, son­dern halt, dass man so eine Welt betritt. Und das, fin­de ich, ist enorm wich­tig, dass da jemand ist, der einen unter­stützt.“ (Inter­view 6)
Einen hohen Stel­len­wert wird auch der mora­li­schen Unter­stüt­zung durch die Eltern zuge­schrie­ben: „Ich glau­be eher, dass die sozia­le Kom­po­nen­te weni­ger stark ist als mehr so das, was die Eltern an Rück­halt bil­den und auch an Moti­va­ti­on und Unter­stüt­zung bei der gan­zen Sache auf­brin­gen. Das ist also wesent­lich gra­vie­ren­der, als ob jemand aus einem wohl­ha­ben­den Haus kommt oder weni­ger.“ (Inter­view 7) Der als nicht aus­schlag­ge­bend erach­te­te sozio­öko­no­mi­sche Hin­ter­grund wird in einem ande­ren Inter­view ganz anders gese­hen, indem sogar eine Kor­re­la­ti­on zwi­schen der Qua­li­tät und dem Preis eines Instru­ments und dem Wett­be­werbs­er­folg her­ge­stellt wird: „Ein Instru­ment anzu­schaf­fen ist immer auch eine Finanz­ge­schich­te. Und je nach­dem, ob Sie jetzt an den Regio­nal­wett­be­werb den­ken oder auch Lan­des­wett­be­werb oder Bun­des­wett­be­werb: Da gehen auch schon ganz gute Prei­se über den Tisch, und da ist eben ent­schei­dend auch, was man für ein Instru­ment spielt.“ (Inter­view 4)
Man kann anneh­men, dass einer finan­zi­el­len Inves­ti­ti­on, die gera­de bei Instru­men­ten nicht gering ist, ein gewis­ses Inter­es­se sei­tens der Eltern vor­an­ge­hen muss. Das Bewusst­sein für die Wich­tig­keit von Musik als kul­tu­rel­le Pra­xis ist nach Aus­sa­gen der Leh­ren­den in den höhe­ren Bil­dungs­schich­ten sowie­so aus­ge­präg­ter. So ver­wun­dert es nicht, dass vor allem „Leh­rer­kin­der“, „Ärz­te­kin­der“ (Inter­view 4) und „Aka­de­mi­ker­kin­der“ (Inter­view 5) in den Musik­schu­len ange­mel­det sind und die Unter­stüt­zung durch die Eltern bei die­sen Kin­dern ent­spre­chend hoch ist.

Moti­va­ti­on und Vor­be­rei­tung auf den Wett­be­werb

Die Grün­de für die Vor­be­rei­tung auf „Jugend musi­ziert“ lie­gen für die meis­ten Leh­renden zum einen in der enor­men instru­men­ta­len Ent­wick­lung, die bei den Schü­le­rIn­nen in der Vor­be­rei­tungs­pha­se statt­fin­det. Zum ande­ren sehen vie­le der Befrag­ten deut­li­che Vor­tei­le für die per­sön­li­che Ent­wick­lung ihrer Schü­le­rIn­nen sowie eine Berei­che­rung im Hin­blick auf die Lebens­er­fah­rung durch eine Wett­be­werbs­teil­nah­me: „Also, wer ein gutes Kon­zert spie­len kann, der wird auch gut reden kön­nen, der wird sich auch vor einem Pub­likum prä­sen­tie­ren kön­nen. Es ist ja nicht nur das Musik­ma­chen. Die ler­nen ja ganz ande­re Din­ge: Sozi­al­kom­pe­ten­zen, die Ver­läss­lich­keit, sich vor ande­ren prä­sen­tie­ren, Höf­lich­keits­for­men. Das ist ja fast für mich noch wich­ti­ger.“ (Inter­view 4)
Zudem wird in nahe­zu allen Inter­views betont, dass der Spaß am Musi­zie­ren und am Wett­be­werb im Vor­der­grund ste­hen soll­te und nicht der elter­li­che oder päd­ago­gi­sche Ehr­geiz, einen Preis gewin­nen zu müs­sen, denn „was da an Fun­ken im Grun­de über­springt mit Spaß und mit Aus­ge­las­sen­heit und Krea­ti­vi­tät, also ein­fach das Mit­ein­an­der, das ist im Grun­de das, was am meis­ten dann beflü­gelt (Inter­view 6).

Offe­ne Fra­gen

Die­ser begrenz­te, den­noch auf­schluss­rei­che Blick auf Musik­schul­leh­ren­de zeigt, dass es wei­te­re loh­nens­wer­te For­schungs­ge­bie­te zu bear­bei­ten gibt: Wie gestal­tet sich eine Wett­be­werbs­vor­be­rei­tungs­pha­se, die von allen Leh­ren­den als sehr inten­siv und als Haupt­ka­ta­ly­sa­tor der instru­men­ta­len Ent­wick­lung beschrie­ben wird, im Ein­zel­nen? Inwie­fern unter­schei­det sich das Übever­hal­ten von sol­chen Schü­le­rin­nen und Schü­lern, die reel­le Chan­cen bei „Jugend musi­ziert“ haben, von sol­chen, bei denen die Ein­schät­zung der Leh­ren­den eher lau­tet: „Die wür­de jetzt mit ‚Jugend musi­ziert‘ abka­cken.“ (Inter­view 6) Erstre­bens­wert wäre auch eine Aus­wei­tung der Stich­pro­be auf jene Lehr­kräf­te, die bewusst von einer Anmel­dung ihrer Schü­le­rIn­nen bei „Jugend musi­ziert“ abse­hen.

1 vgl. Deut­scher Musik­rat (Hg.): Lass’ hören. 50 Jah­re „Jugend musi­ziert“, Con­brio, Regens­burg 2013, S. 174.
2 Hans Gün­ter Bas­ti­an: Jugend musi­ziert. Der Wett­be­werb in der Sicht von Teil­neh­mern und Ver­ant­wort­li­chen, Schott, Mainz 1987; ders.: Leben für Musik. Eine Bio­gra­phie-Stu­die über musi­ka­li­sche (Hoch-) Bega­bun­gen, Schott, Mainz 1989; ders.: Jugend am Instru­ment. Eine Reprä­sen­ta­tiv­stu­die, Schott, Mainz 1991.
3 vgl. Deut­scher Musik­rat, S. 174.