Klaas, Rainer

wie ist das Mecha­ni­sche sel­ber zu besee­len“

Jürgen Uhde und Renate Wieland erörtern Interpretationsspielräume bei Robert Schumanns legendärer Toccata op. 7

Rubrik: Bericht
erschienen in: üben & musizieren 1/2020 , Seite 44

Der in Ham­burg gebo­re­ne Pia­nist, Stutt­gar­ter Musik­hoch­schul­leh­rer und Fach­au­tor Jür­gen Uhde (1913–1991) war neben Charles Rosen und Paul Badu­ra-Sko­da einer der bedeu­tends­ten Kla­vier-Intel­lek­tu­el­len des 20. Jahr­hun­derts. Schon zwi­schen 1968 und 1974 erschien sei­ne drei­bän­di­ge, rund 1600 Sei­ten star­ke Ana­ly­se sämt­li­cher Kla­vier­wer­ke Lud­wig van Beethovens.1
Im 1988 publi­zier­ten Buch Den­ken und Spie­len, aus dem unser Text­aus­schnitt stammt,2 wid­met er sich zusam­men mit der bei Ernst Bloch und Theo­dor W. Ador­no aus­ge­bil­de­ten Phi­lo­so­phin und Musik­wis­sen­schaft­le­rin Rena­te Wie­land (1935–2017) der Pro­ble­ma­tik einer „durch­dach­ten“ musi­ka­li­schen Inter­pre­ta­ti­on. Dabei stan­den dem Autoren­duo Frag­men­te aus dem Nach­lass des Phi­lo­so­phen und Kom­po­nis­ten Theo­dor W. Ador­no (1903–1969) zur Ver­fü­gung, die erst 2001 unter dem Titel Zu einer Theo­rie der musi­ka­li­schen Repro­duk­ti­on erschei­nen sollten.3 Aus­ge­hend von einer „Idee der wah­ren Auf­füh­rung“ ana­ly­sie­ren Uhde und Wie­land zahl­rei­che Wer­ke und Werk­aus­schnit­te von Bach, Mozart, Beet­hoven, Schu­bert, Schu­mann, Cho­pin, Brahms, Debus­sy, Janácek, Schön­berg, Ravel, Bar­tók und Stra­win­sky.

1 Jür­gen Uhde: Beet­ho­vens Kla­vier­mu­sik, 3 Bän­de, Stutt­gart 1968–74.
2 Jür­gen Uhde/Renate Wie­land: Den­ken und Spie­len. Stu­di­en zu einer Theo­rie der musi­ka­li­schen Dar­stel­lung, Kas­sel 1988, S. 135 f.
3 Theo­dor W. Ador­no: Zu einer Theo­rie der musi­ka­li­schen Repro­duk­ti­on. Nach­ge­las­se­ne Schrif­ten. Abtei­lung I: Frag­ment geblie­be­ne Schrif­ten, Band 2, Frank­furt am Main 2001.


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