Ehmsen, Oliver J.
Boom, Tschak – Rhythmuszeit!
Spiele, Verse und Rhythmicals für 5- bis 10-Jährige mit Hand-Percussion-Instrumenten, mit Online-Material
In vielen Kitas und Grundschulen sind kleine Musikinstrumente wie Klanghölzer, Rasseln und Triangeln vorhanden („Hand-Percussion“). Um diese für das Musizieren mit Gruppen zu nutzen, bietet Boom, Tschak – Rhythmuszeit! knapp 40 Ideen, die auf das rhythmische Sprechen und Begleiten mit Instrumenten abzielen. Sie sind als kleine Übungen gedacht, die rasch mit Gruppen umgesetzt werden können, aber nicht stundenfüllend aufbereitet wurden. Die Publikation richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte. Am Anfang gibt der Autor für alle, die mit der Materie nicht besonders vertraut sind, Hinweise zur Handhabung der Instrumente und Tipps für das Musizieren in Gruppen.
Gegliedert sind die Ideen in drei zentrale Kapitel: freiere „Spiele“, „Verse“, die einen einheitlichen Ablauf für die ganze Gruppe vorgeben, sowie „Rhythmicals“ mit mehreren Rhythmuspatterns, die auf Teilgruppen verteilt und musikalisch geschichtet werden können, sodass komplexere Abläufe möglich sind. Dargestellt sind alle rhythmisierten Texte in tabellarischer Form: Diese „Spielpartitur“ stellt die Zählzeiten, Instrumentaleinsätze und Texte übersichtlich dar und kommt ohne traditionelle Notation aus. Eine kurze Erläuterung beschreibt zusätzlich, wie die jeweilige Idee mit Kindern umgesetzt werden kann. Ergänzend zeigen Icons den Schwierigkeitsgrad bzw. die Zielgruppe (Kita, Grundschule) an und lassen erkennen, ob ein Video zur Idee verfügbar ist.
Die insgesamt 21 Videos sind online abrufbar und zeigen anschaulich, wie die jeweiligen Ideen mit Instrumenten umgesetzt werden. Sie bieten PädagogInnen einen niedrigschwelligen Zugang, um sich das Material anzueignen. Zudem werden die Inhalte durch Download-Materialien in Form von Audio-Dateien (Basic-Rhythmen) und PDFs (Rhythmuskarten und alle tabellarischen Partituren) ergänzt.
Auffällig ist, dass die meisten Rhythmen des Hefts im 4/4-Takt stehen. Dadurch werden einerseits Hörgewohnheiten der Kinder aufgegriffen, sodass die Umsetzung erleichtert wird und die Gruppe rasch in einen Groove kommt. Andererseits ist diese Beschränkung auf eine gerade Taktart bedauerlich, da in der musikpädagogischen Fachliteratur (z. B. in Publikationen zur „Offenohrigkeit“ und zur Liedauswahl) betont wird, dass Kinder mit möglichst vielfältigen musikalischen Strukturen in Kontakt gebracht werden sollten, um ihre Erfahrungen zu erweitern und Differenzierungen im musikbezogenen Hören und Tun anzuregen.
Insgesamt bietet die Publikation eine Rhythmus-Sammlung zu vielen kindgerechten Themen (Begrüßung, Tiere, Sommer etc.) und kann als praxisnahes Unterrichtsmaterial genutzt werden. Zum Heft wird optional ein passendes Set mit Percussion-Instrumenten von NINO verkauft.
Silvia Müller


