Scheps, Ilja

Fit in 15 Minuten

Warm-ups und Basisübungen für klangorientiertes ­Klavierspiel

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2025
erschienen in: üben & musizieren 3/2026 , Seite 62

Unverzichtbar für KlavierspielerInnen, ob Laie oder Profi, sind das Warm-up für lockere Finger und Handgelenke, eine gute Sitzposition, aber auch das bewusste Hören für ein klangorientiertes Klavierspiel. All dies bietet der Band Fit in 15 Minuten in deutscher und englischer Sprache, verfasst von Ilja Scheps, Pianist und bis 2023 Professor an der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Abteilung Aachen).
Bereits das Inhaltsverzeichnis verrät den Umfang der Übungen, die in 15 Minuten zu absolvieren sind. Sie dienen dem Erwachen der Finger, quasi als Gymnastik für die Hände, und dem Erwachen der Ohren. Es geht um die geeignete Sitzposition am Klavier, lockere Handgelenke, die Greiffähigkeit der Finger. Dafür bietet Scheps Fünf-Finger-Motive für beide Hände, Übungen in Tonleitern und Arpeggien, Hanon-Übungen, Czerny-Etüden (in Ausschnitten) und Warm-ups mit Beispielen aus der Klaviermusik, ebenso Tonleitern, Arpeggien, Oktaven und Akkorde im Wechsel der Hände und Hörübungen.
Da der Band für Laien und Profis, für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen handhabbar sein soll, wurden Übungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden eingebaut. Grundkenntnisse im Klavierspiel sollten allerdings schon vorhanden sein. Die Übungen können teilweise durch QR-Codes in Videos angesehen werden, was dem Verständnis dienlich ist.
Der Band beginnt mit Übungen zum Aufwecken der Hände, z. B. soll man den Rücken mit den Händen „peitschen“. Es folgt die Fünf-Finger-Methode mit dem Ziel des Trainings der Beweglichkeit der Handgelenke und der Aktivierung der Finger in lockeren Händen. Als Übungen dienen oft kurze Ausschnitte aus der Klavierliteratur, so z. B. Edvard Griegs Zug der Zwerge. Es folgen Übungen für Fingerendgelenke und Fingerkuppen, Daumen und kleinen Finger. Tonleiterübungen finden sich u. a. in den Tonarten C-Dur, F-Dur, E-Dur, H-Dur und die chromatische Tonleiter mit verschiedenen Übungen zu Terzen, Sexten, Oktaven und Dezimen.
Es folgen Übungen zu kurzen, gebrochenen Arpeggien und Arpeggien über vier Oktaven. Ausschnitte aus Czerny-Etüden dienen der Fingerfertigkeit und liegen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden vor. Dabei soll jeder Ton bewusst gehört werden, wobei eine Sensibilisierung des Gehörs angestrebt wird.
Im zweiten Teil folgen Warm-ups mit Klaviermusik von Johann Sebastian Bach. Beispiele zu Tonleitern stammen von Mozart und Bach, zu Arpeggien von Schumann, Liszt und Chopin, zu Oktaven und Akkorden im Wechsel der Hände von Mendelssohn Bartholdy und Tschaikowsky. Als Abschluss für Virtuosen dient ein Ausschnitt aus dem Klavierkonzert Nr. 1 von Chopin.
Alles in allem eine hervorragende Ergänzung zu bekannten Einspielübungen und eine Inspi­ration, kurze Ausschnitte aus Klavierwerken für KlavierschülerInnen oder zum eigenen Einspielen zu verwenden.
Claudia Behn

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