Hindemith, Paul

A frog he went a-cour­ting

Variationen über ein alt-englisches Kinderlied, Fassung für Fagott und KLavier von Andreas N. Tarkmann nach dem original für Violoncello und Klavier (1941)

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2016
erschienen in: üben & musizieren 3/2017 , Seite 59

Die­ses alteng­li­sche Kin­der­lied stammt aus dem 16. Jahr­hun­dert und han­delt vom Frosch, der auf Frei­ers­fü­ßen wan­delt und „Miss Mou­se“ einen Hei­rats­an­trag macht: „Wisst ihr, wie der Frosch auf die Braut­schau fährt? Hoch zu Ross, mit Pis­to­le und Schwert.“ Es kommt in der Fol­ge zu einem Hoch­zeits­fest – „Wo wird die Hoch­zeit vor sich gehen?“ – mit einer Hum­mel, einer dicken Gans und einem Floh als Gäs­te, bis ein Kater das Fest been­det. „So endet die Fabel, eins-zwei-drei, vom Frosch, von der Maus und der Bass­gei­ge­rei.“
Die Tran­skrip­ti­on von Andre­as N. Tark­mann für Fagott und Kla­vier basiert auf der Ori­gi­nal­ver­si­on für Vio­lon­cel­lo und Kla­vier von Paul Hin­de­mith aus dem Jahr 1941. Das effekt­vol­le Solo­werk wur­de von Tark­mann auch für Fagott und Kam­mer­or­ches­ter bear­bei­tet. Han­no Dön­ne­weg hat den Solo­part unter der Lei­tung von Gre­gor Bühl mit dem Radio-Sin­fo­nie­or­ches­ter Stutt­gart des SWR im Jahr 2015 auf CD ein­ge­spielt.
Aber auch im Zusam­men­spiel von Fagott und Kla­vier wird die­se wit­zi­ge, humor­vol­le Kom­po­si­ti­on in die­ser Umar­bei­tung far­ben­reich nach­er­zählt. So haben sich bei die­ser gelun­ge­nen Tran­skrip­ti­on ein schöp­fe­ri­scher Kom­po­nist und ein erfolg­rei­cher und krea­ti­ver Arran­geur ver­eint, um das sehr ver­hal­te­ne Lite­ra­tur­ange­bot für Fagott zu berei­chern. Das effekt­vol­le Solo­stück Hin­de­miths bie­tet kunst­vol­le und far­ben­rei­che Varia­tio­nen, ist mit­tel­schwer (Schwie­rig­keits­grad 5) und hat eine Spiel­dau­er von ca. sechs Minu­ten.
Paul Hin­de­mith zähl­te als Kom­po­nist, Instru­men­ta­list, Diri­gent, Theo­re­ti­ker und Päd­ago­ge zu den viel­sei­tigs­ten Musi­kern des 20. Jahr­hun­derts. Er schrieb Ins­t­ru­men­tal- und Kam­mer­mu­sik für die Pra­xis im wei­tes­ten Sin­ne und bedach­te sowohl Vir­tuo­sen mit hohen Ansprü­chen als auch Lieb­ha­ber und Schü­le­rIn­nen mit maß­ge­schnei­der­ten Kom­po­si­tio­nen.
Andre­as N. Tark­mann gilt heu­te als einer der krea­tivs­ten Arran­geu­re von Instru­men­tal- und Vokal­mu­sik. Dar­über hin­aus ist er als viel­sei­ti­ger Kom­po­nist in den ver­schie­dens­ten musi­ka­li­schen Gat­tun­gen erfolg­reich. Zu sei­nem Œuvre zäh­len auch Wer­ke für Kin­der- und Fami­li­en­kon­zer­te wie z. B. Die Prin­zes­sin auf der Erb­se, Räu­ber Hot­zen­plotz oder Ver­to­nun­gen von kaba­ret­tis­ti­schen Tex­ten.
Wie bei Schott üblich ist die­se Aus­ga­be von hoher Druck­qua­li­tät auf hoch­wer­ti­gem Papier mit ent­spre­chen­der Über­sicht­lich­keit des Noten­tex­tes.
Alfred Rin­der­spa­cher