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Maas, Rob

Aktiv und selbstmotiviert

Fünf kleine Rezepte für einen gesunden Appetit auf Hausaufgaben

Rubrik: Praxis
erschienen in: üben & musizieren 1/2022 , Seite 26

In der Zeit zwischen zwei Unterrichts­stunden müssen SchülerInnen in der Regel aus eigener Kraft mit ihren Hausaufgaben klarkommen. Meist bleibt die zum Üben benötigte Unterstützung beschränkt auf das, was im Unterricht erklärt und möglicherweise in Form einer Notiz im Noten- oder Hausaufgabenheft mit nach Hause gegeben wurde. In diesem Beitrag gibt Rob Maas einige Denkanstöße und Tipps, um den Appetit der SchülerInnen auf Haus­aufgaben positiv zu beeinflussen
und durch Apps zu unterstützen.

Das The­ma Haus­auf­ga­ben bleibt wohl immer ein wich­ti­ges The­ma und stößt in Wei­ter­bil­dun­gen auf gro­ßes Inter­es­se. Ein gut moti­vier­ter Schü­ler ist die bes­te Garan­tie für einen erfolg­rei­chen Unter­richt. Hin­ge­gen wird man­geln­de Moti­va­ti­on oft­mals zum Teu­fels­kreis, in dem die Lust, zu Hau­se etwas zu tun, immer wei­ter abnimmt. Obwohl wir nur bedingt Ein­fluss auf Fak­to­ren wie zum Bei­spiel die oft über­füll­ten Kalen­der der Schü­le­rIn­nen oder eine pro­ble­ma­ti­sche Übesitua­tion zu Hau­se haben, gibt es einen wich­ti­gen Punkt, den wir beein­flus­sen kön­nen: die Rele­vanz der Unter­richts­in­hal­te aus Sicht der Schü­le­rIn­nen, die deren Eigen­mo­ti­va­ti­on zum Ler­nen im hohen Maß bestimmt.
Aus Sicht der Leh­ren­den ist im Prin­zip alles, was im Unter­richt ange­bo­ten wird, auch rele­vant. Aus Sicht der Schü­le­rIn­nen kön­nen Inhal­te und Auf­ga­ben aber abs­trakt rüber­kom­men. Schü­le­rIn­nen bestim­men die Rele­vanz einer Auf­ga­be viel­mehr anhand der Wie­der­erken­nung aus ihren eige­nen Erfah­run­gen. Wenn Schü­le­rIn­nen die Rele­vanz nicht erken­nen kön­nen, hat das sofort Ein­fluss auf ihre Moti­va­ti­on: Die Auf­ga­be wird dann, wenn über­haupt, eher aus extrinsisch moti­vier­ten Grün­den gemacht, zum Bei­spiel weil dar­auf ver­traut wird, dass die Lehr­per­son das Bes­te mit mir als Schü­le­rIn vor­hat, oder wegen der Erwar­tung der Eltern. Auch wenn extrinsi­sche Moti­va­ti­ons­fak­to­ren nicht nur nega­tiv zu ver­ste­hen sind, ist eine intrinsi­sche Moti­va­ti­on doch immer zu bevorzugen.
Um auf recht ein­fa­che Wei­se zu ana­ly­sie­ren, inwie­weit die Gestal­tung der Unter­richts­in­hal­te und Haus­auf­ga­ben die not­wen­di­ge Rele­vanz für die Schü­le­rin bzw. den Schü­ler beinhal­ten, ver­wen­de ich einen Refe­renz­rah­men unter dem Namen „Empower­ment Frame­work“. „Empower­ment“ bedeu­tet hier die Befä­hi­gung der Schü­le­rIn­nen durch Ver­wen­dung von bereits vor­han­de­nen Erfah­run­gen und Fähig­kei­ten; und „Frame­work“ ver­weist auf die dazu ange­bo­te­nen Tools und Per­spek­ti­ven – in die­sem Fall bestehend aus fünf ein­fa­chen Fra­gen. Es han­delt sich dabei um ein Werk­zeug, mit dem die eige­nen Unter­richts­in­hal­te und Auf­ga­ben ana­ly­siert wer­den kön­nen, um so einen kla­ren Blick auf für Schü­le­rIn­nen moti­vie­ren­de Arbeits­wei­sen, Inhal­te und Auf­ga­ben zu bekommen.

1. „Ich ken­ne das!“

Inwie­weit pas­sen mei­ne Auf­ga­ben zur Lebens- und Erfah­rungs­welt des Schü­lers oder der Schülerin?
Hier geht es ins­be­son­de­re dar­um, Lern­auf­ga­ben ein­zu­bet­ten, indem bei Inhal­ten, Bei­spie­len und Auf­ga­ben Gebrauch davon gemacht wird, was Schü­le­rIn­nen alters­be­dingt schon ken­nen, sodass sie sich damit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen. Dazu benö­ti­gen Leh­ren­de Hin­ter­grund­wis­sen über die Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten und all­täg­li­chen Erleb­nis­se ihrer Schü­le­rIn­nen sowie über deren musik­be­zo­ge­ne Prä­fe­ren­zen und die ihres Umfelds.

Lesen Sie wei­ter in Aus­ga­be 1/2022.