Weber, Diana / Janik Hüsch

Bauch­ge­fühl

Das Talkshow-Musical, ab 14 Jahren, Gesamtausgabe mit Klavierstimme/CD Songs & Playbacks

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Fidula, Boppard 2013
erschienen in: üben & musizieren 1/2014 , Seite 60

Mit Bauch­ge­fühl haben die Gemein­de­re­fe­ren­tin und stu­dier­te Musik­the­ra­peu­tin Dia­na Weber und der Schlag­zeu­ger Janik Hüs­ch im Musi­cal-For­mat eine Talk­show für die Büh­nen geschrie­ben, deren Inhalt ein Pub­likum ab 14 anspricht, in dem sich aber auch älte­re Zuschaue­rIn­nen mit ihrer Lebens­wirk­lich­keit wie­der­fin­den kön­nen.
Mit der Fra­ge nach Schön­heits­idea­len, Baga­tell­kün­di­gun­gen, der Ent­schei­dung zwi­schen Bezie­hung und Kar­rie­re sowie dem Älter­wer­den kom­men in der Talk­show Bauch­ge­fühl sicher The­men vor, die Jugend­li­chen in der ein oder ande­ren Form schon ein­mal begeg­net sind. Lei­der blei­ben die Refle­xio­nen des The­mas aber an der Ober­flä­che, wie es das For­mat Talk­show erwar­ten lässt. So fin­det sich weder für die frist­los gekün­dig­te Ange­stell­te eine Lösung noch für die Vier­zehn­jäh­ri­ge, die sich eine Schön­heits­ope­ra­ti­on wünscht, oder die ande­ren leid­ge­plag­ten Stu­dio­gäs­te. Alle wer­den am Ende einer Sze­ne mit weni­gen war­men Wor­ten ver­ab­schie­det. Somit set­zen sich die vie­len The­men so unter­schied­lich zusam­men, dass es schwie­rig wird, einen inhalt­li­chen Leit­fa­den zu benen­nen. Durch die The­men hin­durch blei­ben die Figu­ren lei­der eben­falls kli­schee­haft und beson­ders im Bezug auf Gen­der-The­ma­ti­ken bleibt eine iro­ni­sche Bre­chung wün­schens­wert.
Ein gro­ßer Vor­teil von Bauch­ge­fühl ist, dass es genera­ti­ons­über­grei­fend und ‑ver­bin­dend insze­nier­bar ist. Hier­bei soll­te ­aller­dings genug Zeit ein­ge­plant wer­den, da der musi­ka­li­sche Anspruch nicht gering ist. Ver­schie­dens­te Gen­res wer­den abge­deckt, aller­dings oft solis­tisch oder mit cho­ri­scher Beglei­tung, was die Sän­ge­rIn­nen vor nicht zu gerin­ge Auf­ga­ben stellt.
Als Hil­fe­stel­lung gibt es eine Play-along- und eine Play­back-CD und mit Erwerb der Auf­füh­rungs­rech­te kön­nen wei­te­re offe­ne Noten­da­tei­en für eige­ne ­Arran­ge­ments genutzt wer­den. Hier ist eine Beset­zung von Kla­vier bis Band oder Orches­ter mög­lich und pas­send, um die 22 Gesangs- und min­des­tens sechs Sprech­rol­len in Sze­ne zu set­zen. Die Sprech­rol­len ver­lei­ten eher dazu, sie noch wei­ter aus­zu­schmü­cken, um den eige­nen Spiel­spaß aus­zu­le­ben.
Medi­al gibt es Mög­lich­kei­ten der Film­ein­spie­lung oder Neben­büh­ne, was noch­mal eine gelun­ge­ne Adap­ti­on des Talk­show­for­mats für die Büh­ne mög­lich macht. Außer einer Haupt- und einer Neben­büh­ne braucht es nur drei Sofas, Stüh­le für alle Betei­lig­ten, einen Bea­mer und even­tu­ell eine Nebel­ma­schi­ne.
Mit Eige­n­en­ga­ge­ment, mit online zusätz­lich zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mate­ria­li­en wie Pro­ben­ta­bel­len und Rol­len­hin­wei­sen sowie mit Spaß an der Aus­ar­bei­tung und mit eige­nen Ideen lässt sich sicher ein gelun­ge­ner Musi­cal-Abend mit Bauch­ge­fühl erar­bei­ten.
Judith Ph. Fran­ke