Reda, Karin

Bir­dys Mini-Ensem­ble­spiel­buch

Pfiffig und federleicht im Ensemble spielen für 3 Flöten von Anfang an

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Doblinger, Wien 2019
erschienen in: üben & musizieren 4/2020 , Seite 63

Wel­che Fähig­kei­ten gel­ten als zukunfts­taug­lich? Bei den Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­tio­nen ganz oben steht bei den meis­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit, gefolgt von Koope­ra­ti­ons­fä­hig­keit und Fle­xi­bi­li­tät. Auch Eigen­schaf­ten wie Selbst­stän­dig­keit, Pro­blem­lö­se­fä­hig­keit, Lern­be­reit­schaft oder Durch­set­zungs­ver­mö­gen wer­den oft genannt. Wer nun denkt, er lese gera­de ein Stel­len­in­se­rat aus dem Bereich des Projekt­managements, sei beru­higt: Es geht aus­schließ­lich um Musik. Alle die­se Eigen­schaf­ten und noch viel mehr trai­niert, ent­wi­ckelt und ver­stärkt man, wenn man im Ensem­ble spielt. Je frü­her, des­to bes­ser!
Dass die­ses Trai­ning Spaß macht und die Freu­de am Tun ver­stärkt, dafür sorgt Karin Reda schon bei noch in fast neu­en Anfän­ger­schu­hen lau­fen­den Quer­flö­ten­schü­le­rIn­nen mit Bir­dys Mini-Ensem­ble­spiel­buch, das im beson­ders über­sicht­li­chen, wei­ten Druck schon für den ganz frü­hen Ein­satz im Ensem­ble­spiel zehn kur­ze Flö­ten­tri­os bringt, die neben den genann­ten Aspek­ten auch das Gehör schu­len, die Noten­wer­te fes­ti­gen, das Auf­ein­an­der-Hören trai­nie­ren und ers­te gestal­te­ri­sche Momen­te zum Musik­ma­chen mit­brin­gen.
Asso­zia­ti­ve Titel­ge­bun­gen hel­fen bei der musi­ka­li­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on: In Glo­cken­schlä­ge gemah­nen gewich­ti­ge Hal­be zu Beginn an Bru­der Jakob, im Rin­gel­spiel lau­fen die drei Flö­ten mit­ein­an­der und vor­ein­an­der und pro­bie­ren ers­te Nach­ah­mungs­tech­ni­ken, in Give Me Your Heart, Baby! wird gestampft und auch gesun­gen, bei Wel­len­rei­ten stel­len sich Lega­to-Übun­gen gegen Stac­ca­ti.
Die leicht pro­gres­siv gereih­ten Tri­os machen gute Lau­ne bei über­schau­ba­ren Her­aus­for­de­run­gen für jun­ge Flö­ten­schü­le­rIn­nen. Das reiz­vol­le Ensem­ble­spiel moti­viert die Kin­der und lässt sich mit die­sen sehr anspre­chen­den Stück­chen auch wun­der­bar im Vor­spiel rea­li­sie­ren. Der Ton­um­fang ist natur­ge­mäß begrenzt: d' bis es'' soll­ten beherrscht wer­den.
Das Span­nen­de, die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung liegt hier nicht im Üben der eige­nen Stim­me, son­dern im Mit­ein­an­der. Natür­lich ist es zu Beginn des Instru­men­tal­spiels nicht so leicht, auf die mit­spie­len­de Lehr­kraft zu hören, aber die­se glät­tet zumeist klei­ne rhyth­mi­sche Ver­feh­lun­gen. Spie­len nun drei Kin­der auf unge­fähr glei­chem Stand, dann wird das Mit­ein­an­der ein Aben­teu­er! Gemein­sam meis­tert man alle Pau­sen und Syn­ko­pen, die Okta­ven und das Stamp­fen, Rufen und Sin­gen.
Als Begleit­band im ers­ten Flö­ten­jahr zur eige­nen Flö­ten­schu­le kon­zi­piert, ist Karin Redas klei­ne Trio­samm­lung eine Berei­che­rung für den Ensem­ble­un­ter­richt auch bei Ver­wen­dung ande­rer Lehr­wer­ke.
Chris­ti­na Humen­ber­ger