Heilig, Jennifer

Bru­der Jakob in C

Zwei exemplarische Modelle zur ­Improvisation im Gruppenunterricht mit Anfängern

Rubrik: Praxis
erschienen in: üben & musizieren 1/2018 , Seite 28

Im Rahmen von JeKits, Bläser- und Streicherklassenunterricht, aber auch im nachmittäglichen Musik­schul­unterricht wird die Arbeit mit AnfängerInnen in Gruppen immer mehr zur Selbstverständ­lichkeit. Doch neben zahlreichen Vorteilen birgt diese Form des Instrumental­unterrichts auch Schwierigkeiten. Um mögliche Probleme wie etwa unter­schied­liche Leistungsstände der SchülerInnen oder Steckenbleiben in technischen Unzulänglichkeiten zumindest ­kurzfristig zu umgehen, lohnt es sich, zeitgenössische Impro­visationen in den Unterricht einzubinden.

Die im Fol­gen­den vor­ge­stell­ten Improvisa­tionsmodelle eig­nen sich für alle Grup­pen, in denen die Teil­neh­me­rIn­nen min­des­tens fünf Töne lesen und spie­len kön­nen. Ansons­ten soll­ten min­des­tens drei und maxi­mal 30 Schü­le­rIn­nen in der Grup­pe sein. Das opti­ma­le Ergeb­nis erzielt man mei­ner Erfah­rung nach mit einer Anzahl von sechs bis 15 Musi­ke­rIn­nen. Obwohl die meis­ten musi­ka­li­schen Anfän­ger im Kin­des­al­ter sind, eig­nen sich die Impro­vi­sa­tio­nen auch für Erwach­se­ne, denen das freie Spiel zu Beginn häu­fig schwe­rer fällt, die aber genau durch die Über­win­dung die­ser Hür­de einen enor­men Gewinn für ihr Musi­zie­ren erzie­len.
Impro­vi­sa­ti­on in den Instru­men­tal­un­ter­richt ein­zu­bin­den, hat vie­le Vor­tei­le. Neben einer Auf­lo­cke­rung des Unter­richts wer­den unab­hän­gig vom Leis­tungs­stand der Schü­le­rin­nen und Schü­ler das akti­ve Musi­zie­ren und der freie Umgang mit bekann­tem Noten­ma­te­ri­al geschult. So wird nicht nur der Ein­stieg in eine neue Klang­welt – die der zeit­ge­nös­si­schen Musik – erleich­tert, zusätz­lich för­dert es auch das akti­ve Hören, das gemein­sa­me Spie­len und die Krea­ti­vi­tät.

Impro­vi­sa­ti­on nach Ter­ry Riley

Das 1964 von Ter­ry Riley geschrie­be­ne Stück In C für fle­xi­bles Ensem­ble in klei­ne­rer oder grö­ße­rer Beset­zung besteht aus einer Par­ti­tur mit 53 Pat­terns und ist eines der bekann­tes­ten Stü­cke der Mini­mal Music. Jeder Musi­ker und jede Musi­ke­rin spielt der Rei­he nach die­se Pat­terns und wie­der­holt dabei jedes Pat­tern belie­big oft, um anschlie­ßend, gege­be­nen­falls nach einer kur­zen Pau­se, zum nächs­ten zu wech­seln. Der zwei­te Musi­ker setzt dann mit dem ers­ten Pat­tern ein, sobald der ers­te Musi­ker beim zwei­ten oder drit­ten Pat­tern ange­kom­men ist etc.

Lesen Sie wei­ter in Aus­ga­be 1/2018.