Bunk, Detlef

Bun­kis Klas­sen­buch

16 melodiöse und poppige Gitarrenstücke inklusive 2 Duos, leicht bis mittelschwer, Noten/Noten mit Tabs, jeweils mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Acoustic Music Books, ­Wilhelmshaven 2016
erschienen in: üben & musizieren 1/2018 , Seite 54

An der Gren­ze zwi­schen klas­si­scher Gitar­ren­tech­nik und eher popori­en­tier­ter Har­mo­nik bewe­gen sich die 16 Gitar­ren­stü­cke in Bun­kis Klas­sen­buch, das im lus­ti­gen Lay­out und in zwei Ver­sio­nen daher­kommt. Ver­si­on 1 beinhal­tet nur die Noten für den klas­sisch ori­en­tier­ten Gitar­ren­leh­rer, Ver­si­on 2 bie­tet zusätz­lich Tabu­la­tur und eine CD zum Anhö­ren und Mit­spie­len. Fast alle Songs tra­gen im Titel einen Vor­na­men, was die Ver­mu­tung nahe­legt, dass sie für einen bestimm­ten Schü­ler kom­po­niert wur­den. Bunk ver­wen­det diver­se Tech­ni­ken, z. B. Arpeg­gi­os, for­dert den Schü­le­rIn­nen aber kei­ne über­mä­ßi­gen tech­ni­schen Fähig­kei­ten ab.
Die Stü­cke im leich­ten bis mitt­le­ren Schwie­rig­keits­grad hinterlas­sen einen gemisch­ten Ein­druck. Oskar, Der flat­t­ri­ge Schmet­ter­ling oder Radek wir­ken eher etü­den­haft, mit abs­trak­ten, nicht ganz so leicht nach­voll­zieh­ba­ren Melo­di­en. Lisa oder Traum hin­ge­gen über­zeu­gen mit ein­gän­gi­gen pop­pi­gen Har­mo­ni­en und schö­nen Klang­flä­chen aus Leer­sai­ten und gegrif­fe­nen Tönen. Said bie­tet eine roman­ti­sche Stim­mung in Moll, wäh­rend Anne K. eine sehn­süch­ti­ge Melo­die mit Drei­klän­gen über einem Bass-Osti­na­to ver­bin­det. Auch fol­ki­ge Ham­mer-ons und Sext-Inter­val­le sind in den Kom­po­si­tio­nen zu fin­den, sodass es eine Men­ge Stu­di­en­ma­te­ri­al und breit gefä­cher­te gitar­ren­ty­pi­sche Wen­dun­gen und Grif­fe zu erklä­ren gibt.
Die zuge­hö­ri­ge CD ist gut auf­ge­nom­men und erleich­tert den Zugang zu den Stü­cken. Hier zeigt sich die viel­sei­ti­ge Erfah­rung des in Dres­den leben­den Gitar­ris­ten. Det­lev Bunk ist als Gitar­ren­leh­rer, Live­mu­si­ker, Zeit­schrif­ten-Autor und Work­shop-Dozent aktiv und nicht auf ein bestimm­tes Gen­re fest­ge­legt. Das Dresd­ner Kul­tur­ma­ga­zin schrieb pas­sen­der­wei­se: „Bunk ist ein Kön­ner, aber kein Dog­ma­ti­ker auf der akus­ti­schen Gitar­re.“ Nach die­sem Mot­to sind auch die­se Stü­cke zu ver­ste­hen. Mir per­sön­lich gefal­len die ein­gän­gi­ge­ren, pop­pi­gen Songs zwar bes­ser als die stren­ger an klas­si­scher Gitar­ren­tech­nik ori­en­tier­ten Wer­ke, aber das ist Geschmacks­sa­che und kann von der Lehr­per­son auf den jewei­li­gen Schü­ler ange­passt wer­den. Zwei Duos run­den das Klas­sen­buch ab, an dem sicher vie­le Schü­le­rIn­nen Freu­de haben wer­den.
Mar­tin Schmidt