Apostolidis, Katharina

Bun­tes Geigen­wunderland

Geigenschule für Kinder von 5-9 Jahren mit Liedern, Spielen und Rätseln, Band 1, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Bosworth, Berlin 2012
erschienen in: üben & musizieren 1/2014 , Seite 56

Mit dem viel­ver­spre­chen­den Titel Bun­tes Gei­gen­wun­der­land stellt die Autorin ihr neu­es Unter­richts­werk vor. Hält der Titel, was er ver­spricht? Zunächst fällt die anspre­chen­de Auf­ma­chung ins Auge. Illus­triert mit far­bi­gen Aqua­rell­zeich­nun­gen durch Sohey­la Sadr, führt der ers­te Band der Schu­le durch alle The­men des Anfangs­un­ter­richts. Alle Noten­bei­spie­le wer­den mit­tels CD – wie es mitt­ler­wei­le ja schon Stan­dard ist – auch akus­tisch illus­triert. Die kind­li­che Freu­de an Far­ben wird ani­ma­to­risch genutzt, um die Gei­gen­sai­ten mit den Far­ben grün, blau, rot, gelb (G‑D-A‑E) zu kenn­zeich­nen. Aus­schnei­de­kärt­chen, klei­ne Rät­sel und Spie­le ergän­zen die Rei­se durch das Gei­gen­wun­der­land. Am Ende steht eine Urkun­de als Beleg für die erfolg­reich zurück­ge­leg­te ers­te Etap­pe.
Wohl­tu­end kurz, aber schlüs­sig und instruk­tiv hält Katha­ri­na Apos­to­li­dis das Vor­wort für Leh­re­rIn­nen, in wel­chem sie ihren Lern­weg erläu­tert. Wich­ti­ger inte­gra­ler Bestand­teil die­ses Weges ist das Anlei­ten zum „inne­ren Sin­gen“ als Vor­aus­set­zung zum sau­be­ren Into­nie­ren. Die Ent­wick­lung der musi­ka­li­schen Vor­stel­lungs­kraft steht schon beim Spiel mit den lee­ren Sai­ten, dem The­ma des ers­ten Ban­des, im Vor­der­grund vor dem schritt­wei­sen Ler­nen der Noten­schrift. Apos­to­li­dis ver­zich­tet bewusst auf das Erläu­tern der eige­nen Didak­tik mit bedeu­tungs­schwe­ren Hin­wei­sen an die Vio­lin­päd­ago­gIn­nen, sind die­se doch erfah­ren und kom­pe­tent genug, um eige­ne Mate­ria­li­en und Lern­schrit­te inner­halb der offe­nen Erleb­nis­rei­se oder auch ergän­zend dazu ein­zu­brin­gen. Klei­ne Hin­wei­se zur Ver­wen­dung von Fin­gersatz­zah­len statt Noten wie auch zur balan­cier­ten Gei­gen-Hal­tung beschrän­ken sich auf das Not­wen­digs­te.
Metho­disch geht die Autorin von der Ver­wen­dung der Stamm­tö­ne – also C‑Dur – aus. Die Lied­bei­spie­le am Ende des ers­ten Ban­des ver­zich­ten noch auf die Nota­ti­on und sind nur in Fin­gersatz­zah­len auf den ent­spre­chen­den Sai­ten ange­ge­ben. Bemer­kens­wert ist der Ver­zicht auf die lee­re Sai­te beim fünf­ten Ton der Ton­lei­ter zuguns­ten des vier­ten Fin­gers. So wird von vorn­her­ein die rich­ti­ge Unter­arm­dre­hung und Stel­lung des lin­ken Dau­mens erreicht.
Klei­ne Begleit­me­lo­dien und Akkor­d­an­ga­ben, gera­de bei den Lie­dern auf den lee­ren Sai­ten, ermög­li­chen von Anfang an das gemein­sa­me Musi­zie­ren zu Hau­se oder in der Grup­pe.
Das klei­ne Heft ist ein schö­ner, bun­ter Beglei­ter auf den ers­ten Schrit­ten die­ser Rei­se. Es will den klei­nen Musi­kan­ten Freu­de mit dem Instru­ment näher brin­gen und zum lie­be­vol­len Umgang damit füh­ren. Das kann gelin­gen.
Uwe Gäb