Koeppen, Gabriel

Cel­lo­schu­le

Cello spielen mit Spaß und Fantasie, Band 1, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2012
erschienen in: üben & musizieren 4/2012 , Seite 62

Gabri­el Koep­pens Cel­lo­schu­le ist für den Anfangs­un­ter­richt mit älte­ren Kin­dern, Jugend­li­chen und Erwach­se­nen kon­zi­piert. Grund­la­ge bil­det die Dar­stel­lung des Vio­lon­cel­los als Instru­ment aller musi­ka­li­schen Sti­le durch eine viel­fäl­tig ange­leg­te Stück­aus­wahl. Neben baro­cken und klas­si­schen fin­den sich auch popu­läre und jaz­zi­ge Kom­po­si­tio­nen sowie instru­men­ten­spe­zi­fi­sche Fas­sun­gen von Traditionals.
Dabei steht das gemein­sa­me Musi­zie­ren von Anfang an im Vor­der­grund. Nahe­zu für alle Stü­cke gibt es eine zwei­te Cel­lo­stim­me. Zu Hau­se kann mit­hil­fe der Mit­spiel-CD geübt und musi­ziert wer­den. Ergän­zen­de Kla­vier­parts, Cel­lo­stim­men und eini­ge Quar­tett­sät­ze erwei­tern in Form von kos­ten­lo­sen Down­loads das Ange­bot zum Ensem­ble­spiel. Zudem ist in Kür­ze ein auf die Cel­lo­schu­le abge­stimm­tes Spiel­buch erhältlich.
Dem Unter­richts­kon­zept liegt die Über­zeu­gung zugrun­de, dass Krea­ti­vi­tät und selbst­stän­di­ge Mit­ar­beit der Schü­le­rIn­nen zum Erfolg instru­men­ta­len Ler­nens bei­tra­gen. Ein­fa­che Impro­vi­sa­tio­nen, Noten­schreib­auf­ga­ben, Hör­übun­gen, Trans­po­si­tio­nen und Varia­tio­nen bie­ten Ge­le­gen­heit zu fan­ta­sie­vol­lem, selbst bestimm­tem Umgang mit dem Instru­ment. Dazu lie­fert das Lehr­werk anschau­li­che, gut struk­tu­rier­te und ver­ständ­li­che Hil­fe­stel­lun­gen. Durch die Ver­wen­dung von Sym­bo­len, farb­licher Hin­ter­le­gung und Bil­dern kön­nen neue Lern­in­hal­te schnell erfasst und ein­ge­ord­net wer­den. Die Schü­le­rIn­nen wer­den dabei sehr per­sön­lich ange­spro­chen und fin­den zudem reich­lich Raum für eige­ne Noti­zen vor.
Gabri­el Koep­pen legt beson­de­ren Wert auf die Ent­wick­lung der Bogen­hand. Die Abfol­ge der Übun­gen und Stü­cke mit ein­fa­chen Rhyth­men und wenig Sai­ten­wech­seln ermög­li­chen das Erler­nen einer ruhi­gen und kon­zen­trier­ten Bogen­füh­rung. Im Ver­lauf des Ban­des wird die ers­te Lage im engen Griff erar­bei­tet. Abwei­chend von den meis­ten Lehr­wer­ken für Cel­lo ist hier­bei der Beginn mit dem zwei­ten Fin­ger. Durch den gegen­über­lie­gen­den Gabel­griff zwi­schen Dau­men und zwei­tem Fin­ger wird eine sta­bi­le, nicht ver­dreh­te Hand­stel­lung erreicht.
Neue Tech­ni­ken und dyna­mi­sche Gestal­tung wer­den rück­schau­end an bereits bekann­ten Stü­cken gefes­tigt. Mit zuneh­men­der musi­ka­li­scher Kom­pe­tenz bie­ten län­ge­re Vor­trags­stü­cke die Mög­lich­keit, das erwor­be­ne Kön­nen anzu­wen­den und zu vertiefen.
Gabri­el Koep­pens lang­jäh­ri­ge Unter­richts­er­fah­rung fin­det Aus­druck in der durch­dach­ten Dis­po­si­ti­on der Schu­le. Sie wird vom Autor nicht als geschlos­se­ner Lehr­gang ver­stan­den, viel mehr ermu­tigt er sei­ne Kol­le­gIn­nen, die Mate­ria­li­en und Gestal­tungs­ideen krea­tiv ein­zu­set­zen. Der Unter­ti­tel „Cel­lo spie­len mit Spaß und Fan­ta­sie“ wird so zu einem über­zeu­gen­den Pro­gramm für Schü­le­rIn­nen und Lehrkräfte.
Anna Catha­ri­na Nimczik