Schneidewind, Ruth / Manuela Widmer (Hg.)

Die Kunst der Ver­bin­dung

Texte zur Elementaren Musikpädagogik in Österreich

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Helbling, Innsbruck 2016
erschienen in: üben & musizieren 4/2017 , Seite 48

Anläss­lich des ers­ten Sympo­siums der öster­rei­chi­schen Arbeits­ge­mein­schaft EMP im Herbst 2015 ist die­se umfang­rei­che Text­samm­lung ent­stan­den. Der Titel ist dabei in vie­ler­lei Hin­sicht Pro­gramm: Ver­bin­den­des auf der musi­ka­lisch-künst­le­ri­schen Ebe­ne als Kon­zept beim Ele­men­ta­ren Musi­zie­ren und Tan­zen, auf der per­so­na­len Ebe­ne als Bezie­hung zwi­schen Medi­en und Mensch und auf der päd­ago­gi­schen Ebe­ne in den Ver­knüp­fun­gen von Musik, Spra­che, Bewe­gung und Tanz. Aber auch die Ver­brei­te­rung von Pra­xis­fel­dern der Ele­men­ta­ren Musik­päd­ago­gik und deren Zusam­men­füh­rung mit ver­wand­ten Arbeits­fel­dern ist dabei gemeint.
Das ers­te Kapi­tel „Ver­bin­dun­gen“ bil­det dann auch gleich den inhalt­li­chen Höhe­punkt des Buchs: Hier gelingt es den Her­aus­ge­be­rin­nen Ruth Schnei­de­wind und Manue­la Wid­mer auf beein­dru­cken­de Art und Wei­se, die musi­ka­li­schen und per­sön­lich­keits­bil­den­den Ziel­set­zun­gen der EMP über­sicht­lich, logisch auf­ge­baut, klar nach­voll­zieh­bar und vor allem wun­der­bar anschau­lich und leicht les­bar dar­zu­stel­len. Ange­sichts der Brei­te und Kom­ple­xi­tät der Fach­dis­zi­plin EMP ist den Autorin­nen mit ihren bei­den ein­an­der her­vor­ra­gend ergän­zen­den Arti­keln ein gro­ßer Wurf gelun­gen.
Das zwei­te Kapi­tel „Facet­ten“ fokus­siert auf aus­ge­wähl­te Inhalts­be­rei­che und metho­di­sche Grund­prin­zi­pi­en der EMP wie z. B. auf die Wech­sel­wir­kung von Bewe­gung und Musik, den Umgang mit Kin­der­lie­dern beim Ele­men­ta­ren Musi­zie­ren, die Ver­mitt­lung von Grund­kennt­nis­sen der Musik­leh­re auf Basis Ele­men­ta­rer Musi­zier­for­men, aber auch auf das Ver­hält­nis von Inst­rumentalunterricht und Ele­men­ta­rem Musi­zie­ren sowie die Rol­le des sozia­len Ler­nens in der Ele­men­ta­ren Musik­päd­ago­gik. Hier kann kein Anspruch auf Voll­stän­dig­keit gestellt wer­den, den­noch ermög­li­chen die Bei­trä­ge (wenn auch inhalt­lich unter­schied­lich tief gehen­de) inter­es­san­te Ein­bli­cke in ein­zel­ne kon­kre­te Phä­no­me­ne künst­le­risch-päd­ago­gi­scher Arbeit der EMP.
Das drit­te Kapi­tel „Ver­wandt­schaf­ten“ stellt eben­falls mit eher nur bei­spiel­haf­tem Cha­rak­ter aktu­el­le Erwei­te­run­gen tra­di­tio­nel­ler Prak­ti­ken und Ver­bin­dun­gen mit inter­kul­tu­rel­len, sozia­len, the­ra­peu­ti­schen oder gerago­gi­schen Pra­xis­fel­dern vor, die jedoch auch eini­ge Anre­gun­gen für die eige­ne Arbeit bie­ten.
Im vier­ten und letz­ten Kapi­tel „Prä­sen­ta­tio­nen“ wer­den noch drei Berich­te bzw. Refle­xio­nen zu Auf­füh­run­gen im Rah­men des Sym­po­si­ums nach­ge­reicht, die jedoch vor­ran­gig für die Teil­neh­men­den des Sym­po­si­ums inter­es­san­te Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen bie­ten.
Ins­ge­samt stel­len die 25 Auf­sät­ze eine sehr lesens­wer­te Zusam­men­schau der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on Ele­men­ta­rer Musik-, Bewe­gungs- und Tanz­päd­ago­gik sowie Rhyth­mik in Öster­reich dar.
Rai­ner Kot­zi­an