Juchem, Dirko

Die Pop Saxo­phon Schu­le

Learn & Play in Modern Styles, Band 1 für Altsaxofon/für Tenorsaxofon, jeweils mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2018
erschienen in: üben & musizieren 1/2019 , Seite 58

Dir­ko Juchem spricht jugend­li­che und erwach­se­ne Anfän­ge­rIn­nen ohne musi­ka­li­sche Vor­kennt­nis­se an. Der didak­ti­sche Ansatz setzt auf eine geschick­te Kom­bi­na­ti­on von Spiel­tech­nik und Musik­theo­rie. Ganz nach dem Prin­zip, musi­zie­rend zu ler­nen, wer­den die ver­mit­tel­ten Kennt­nis­se direkt in abwechs­lungs­rei­chen Neu­kom­po­si­tio­nen umge­setzt. Um der Spiel­freu­de der jugend-lichen und erwach­se­nen Begin­ner frei­en Lauf zu las­sen, ist das dyna­mi­sche Lehr­werk mit vie­len Abbil­dun­gen äußerst anschau­lich und pra­xis­nah gehal­ten.
Die Stil­rich­tun­gen der Stü­cke erstre­cken sich von Rock und Pop über Folk, Bos­sa Nova, Tan­go, Reg­gae bis hin zu Jazz und Swing. Sie wer­den in vier Kapi­teln aus­führ­lich behan­delt. Schritt für Schritt wird der Umgang mit dem Instru­ment erlernt und das musik­theo­re­ti­sche Know-how erwei­tert.
Die Lern­schrit­te sind gut dosiert und die neu erwor­be­nen Kennt­nis­se wer­den sta­bi­li­siert, ohne zu über­for­dern. Jeweils drei Übun­gen, die gezielt auf die Beson­der­hei­ten einer Sti­lis­tik ein-gehen, sind einem Song vor­an­ge­stellt. Die­se Übun­gen kön­nen auch als Mini-Etü­den auf­ge­fasst wer­den.
Dem Band ist eine Play-along-CD zum Anhö­ren und Mit­spie­len bei­gefügt. Auch wenn sich in den ers­ten zwei Kapi­teln das Rock- oder Jazz-Fee­ling in ers­ter Linie durch die Play­backs ein­stellt, so ist es ein defi­ni­ti­ves Plus, dass der Autor die Songs mit sei­ner Band selbst ein­ge­spielt hat.
Durch die Erwei­te­rung der Phra­sie­rungs­tech­ni­ken in Level 3 und 4 gewinnt der Schü­ler an Sicher­heit und hat mehr Mög­lich­kei­ten, sei­ne Spiel­wei­se abwechs­lungs­reich zu gestal­ten. Mit locke­ren und wit­zi­gen For­mu­lie­run­gen wie z. B. „dre­cki­ge Blues­li­ni­en“ oder „fet­te Rock­num­mer“ dürf­te Dir­ko Juchem den Ton­fall sei­ner Ziel­grup­pe unver­mit­telt direkt tref­fen.
Etwas schwie­ri­ger wird es mit der zeit­lich-sti­lis­ti­schen Ein­ord­nung ver­schie­de­ner Songs, u. a. wenn Bezug auf den Rock-Groo­ve der Ste­ve Mil­ler Band aus den 1960er genom­men oder auf die Musik der R&B-Band The Blues Bro­thers aus den 1970er Jah­ren ver­wie­sen wird. Rock­num­mern die­ser Bands sind jugend­li­chen Anfän­ge­rIn­nenn ver­mut­lich wenig ver­traut.
Neben der offen­sicht­li­chen Ins­pi­ration durch „Klas­si­ker“ der ­jewei­li­gen Stil­rich­tung wer­den drei ech­te Ori­gi­na­le prä­sen­tiert. Die Pop-Bal­la­de If You Could ­Read My Mind, das Flintstones’ The­me und als Final-Song Dream A Litt­le Dream Of Me stim­men moti­vier­te Spie­le­rIn­nen auf den zwei­ten Band der Schu­le ein. Prak­ti­sche Tipps zum täg­li­chen Warm-up, zu ver­schie­de­nen Griff­techniken oder Hör­emp­feh­lun­gen lockern den Lern­stoff auf. Sie sind varia­bel ein­ge­streut und durch­zie­hen die kom­plet­te Inst­rumentalschule. Die viel­ge­stal­ti­ge und cle­ve­re Ver­mitt­lung von Instru­men­tal­tech­nik und musi­ka­li­schem Ver­ständ­nis in einem bie­ten auch moti­vier­ten Auto­di­dak­ten die Chan­ce für einen gelun­ge­nen Start-up.
Julia­ne E. Bal­ly