Hofmann, Bernhard / Christian M. Schmidt (Hg.)

Die Sing­pho­ni­ker – …just songs!

Songbook für Männerensemble

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2015
erschienen in: üben & musizieren 1/2016 , Seite 58

Fans des Män­ner­sex­tetts „Die Sing­pho­ni­ker“ kom­men nach deren CD …just songs! anläss­lich des 30-jäh­ri­gen Bestehens nun noch­mals auf ihre Kos­ten und kön­nen sich nicht nur am Klang des Albums erfreu­en, son­dern ihn jetzt auch selbst im eige­nen Chor erzeu­gen. Das Song­book Die Sing­pho­ni­ker – …just songs! beinhal­tet Noten zwölf aus­ge­wähl­ter Titel des gleich­na­mi­gen Ton­trä­gers und rich­tet sich vor allem an Män­ner­en­sem­bles. Teil­wei­se kann die männ­li­che Beset­zung mit Coun­ter­te­nor, zwei Tenö­ren, zwei Bäs­sen und einem Pia­nis­ten aber auch durch einen gemisch­ten Chor ver­tre­ten wer­den. Jedem Lied sind Tipps und Hin­wei­se dazu bei­gefügt.
Abwechs­lung ist vor­pro­gram­miert: Madri­ga­le der Renaissan­ce fin­den sich eben­so wie Pop­stü­cke, Jazz­stan­dards oder Chan­sons. Damit ist die Noten­samm­lung nicht nur gen­re- und epo­chen­über­grei­fend, son­dern ermög­licht mit Wer­ken von Kom­po­nis­ten wie Peter Gabri­el, John Dow­land oder Antô­nio Car­los Jobim auch Unter­hal­tung für alle erdenk­li­chen Gemüts­la­gen.
Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist die Ouver­tü­re zu Gioac­chi­no Ros­si­nis Oper Wil­helm Tell. Sel­ten hört man einen Klas­si­ker, der auf so wit­zi­ge und gleich­zei­tig anspruchs­vol­le Wei­se inter­pre­tiert wur­de, und noch sel­te­ner bie­tet sich die Gele­gen­heit, es selbst nach­zu­sin­gen. Denn wel­ches Noten­buch gibt schon Anwei­sun­gen dazu, ein rein instru­men­ta­les Lied allein durch die eige­nen Stim­men nach­zu­stel­len? In die­sem Stück wird der Coun­ter­te­nor zur Trom­pe­te, Tenö­re imi­tie­ren Hör­ner und manch­mal hau­chen alle Stim­men gleich­zei­tig wie eine gan­ze Strei­cher­grup­pe. Doch Vor­sicht: Nach einer Wei­le kann das stän­di­ge Sin­gen von sich wie­der­ho­len­den Ton­sil­ben ganz schön zum Zun­gen­bre­cher wer­den. Eine ech­te Her­aus­for­de­rung, die aber, sobald gemeis­tert, zu einem Höhe­punkt jedes Auf­tritts wer­den kann.
Die Noten jedes Werks geben sehr genau und detail­liert alle Stim­men der Gesangs­grup­pe wie­der. Kein Wun­der, sind doch die bei­den Her­aus­ge­ber Bern­hard Hof­mann und Chris­ti­an Maria Schmidt Exper­ten für „Die Sing­pho­ni­ker“. Hof­mann selbst war zehn Jah­re lang Mit­glied und einer der Arran­geu­re und Grün­der der Trup­pe. Schmidt sorgt in dem Vokal­ensem­ble immer noch für den nöti­gen Bass.
Mit die­sen Noten ist es jedem Chor mög­lich, den „Sing­pho­ni­kern“ nach­zu­ei­fern. Aber auch für Chö­re, die ein­fach Spaß an beein­dru­cken­dem mehr­stim­mi­gem Gesang haben – mal a cap­pel­la, mal mit Kla­vier­be­glei­tung –, ist das Heft eine gute Wahl. Auf­ge­schlos­sen­heit für viel­fäl­ti­ge Musik­gat­tun­gen und neue Inter­pre­ta­tio­nen vor­aus­ge­setzt.
Laurena Frey