Chmura, Tomás

Die Wild­nis / In Tanzlaune

für Schlagwerkanfänger mit Klavierbegleitung, jeweils Audio/Video online

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Bärenreiter Praha, Prag 2020
erschienen in: üben & musizieren 2/2021 , Seite 64

Koli­bri“, „Schlan­ge“, „Ele­fant“, „Specht“ und „Fisch­lein“ – mär­chen­haft klin­gen die Titel der fünf klei­nen Kom­po­si­tio­nen für den Anfän­ger­un­ter­richt mit jun­gen Schlag­zeug­schü­le­rIn­nen. Und mär­chen­haft sind sie auch, die nur wenig mehr als eine Minu­te dau­ern­den Cha­rak­ter­stück­chen im Noten­heft Die Wild­nis des tsche­chi­schen Schlag­zeu­gers und Päd­ago­gen Tomás Chmu­ra. Die gro­ße Trom­mel spielt den Ele­fan­ten, die Cla­ves picken wie ein Specht, im Klang der Tri­an­gel glit­zert der klei­ne Fisch.
Die Kom­po­si­tio­nen, in denen jeweils nur ein ein­zi­ges per­kus­si­ves Instru­ment zusam­men mit dem Kla­vier spielt, sind so kon­ven­tio­nell wie im Kon­text eines Spiel­buchs für Kin­der nötig, dabei aber so frei und ein­falls­reich wie mög­lich. Stets tra­gen klei­ne und raf­fi­nier­te kom­po­si­to­ri­sche Beson­der­hei­ten das Ohr über die kur­ze Dau­er der Stücke.
Spiel­tech­nisch lie­gen die Anfor­de­run­gen im Bereich des­sen, was Anfän­ge­rIn­nen nach einem oder zwei Jah­ren Unter­richt lesen und spie­len kön­nen, im Sin­ne der leich­te­ren Spiel­bar­keit wird auf fort­ge­schrit­te­ne Spiel­tech­ni­ken wie Wir­bel oder Dop­pel­schlä­ge ver­zich­tet. Im Mit­tel­punkt steht die Mög­lich­keit, mit einem musi­ka­li­schen Part­ner zusam­men­spie­len zu kön­nen, was als Moti­va­ti­ons­hil­fe im Anfän­ger­un­ter­richt für Schlag­zeug nicht hoch genug ein­ge­schätzt wer­den kann.
Der glei­che päd­ago­gi­sche Ansatz wal­tet unein­ge­schränkt auch im zwei­ten Spiel­band In Tanz­lau­ne, bei dem nicht ein Ein­zel­in­stru­ment der klas­si­schen Per­kus­si­on zum musi­ka­li­schen Part­ner des Kla­viers wird, son­dern das Drum­set in der Mini­mal­kon­stel­la­ti­on von gro­ßer und klei­ner Trom­mel mit einem Becken. Die Stü­cke die­ses Ban­des bege­ben sich in den Ball­saal, auf­ge­spielt wer­den die fünf Stan­dard­tän­ze Tan­go, Pol­ka, lang­sa­mer Wal­zer, Cha-Cha und Wie­ner Wal­zer, auch hier in gut gelun­ge­nen Arrangements.
Im Instru­men­tal­un­ter­richt kön­nen die Stü­cke bei­der Hef­te zuerst ohne Beglei­tung ein­stu­diert wer­den, im nächs­ten Schritt kann die Lehr­per­son in ver­schie­de­nen Tem­pi beglei­ten. Die Kla­vier­stim­me wird für die meis­ten Schlag­zeug­leh­re­rIn­nen spiel­bar sein, ansons­ten – und auch bei den Kin­dern zuhau­se – wird mit einer Online-Ver­si­on geübt. Auf den Ver­lags­sei­ten www.baerenreiter.com sind dafür zwei Ver­sio­nen zur Ver­fü­gung gestellt, eine für Kla­vier mit Schlag­zeug und eine für Kla­vier solo. Letz­te­re kann auch bei Kon­zert­auf­füh­run­gen ver­wen­det werden.
Die gra­fisch sehr schön und kind­ge­recht auf­ge­mach­ten Hef­te ent­hal­ten die Kla­vier- und Schlag­zeug­stim­men. Der Noten­satz ist klar, der Preis sehr güns­tig. Wer bei Bären­rei­ter recher­chiert, wird noch drei wei­te­re klei­ne Hef­te von Tomás Chmu­ra fin­den. Alle fünf zusam­men erge­ben ein schö­nes Plä­doy­er für einen guten musi­ka­li­schen Früh­start in die Welt des klas­si­schen Schlagzeugs.
Ste­phan Froleyks