Koenigsbeck, Bodo / Marc Schaeferdiek

Fagott­ba­sis

Praktische Vorschläge zur Verbesserung des Fagottspiels

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Accolade, Warngau 2016
erschienen in: üben & musizieren 4/2017 , Seite 50

Schon 1841 ver­öf­fent­lich­te Carl Almen­ra­eder in Die Kunst des Fagott­bla­sens grund­sätz­li­che Vor­gaben zu Kör­per­stel­lung, Hal­tung des Fagotts, Ansatz und Zun­gen­stoß etc. In sei­ner Beschei­den­heit schreibt er: „Ich wage daher den Ver­such gegen­wär­ti­ge Fagott­schu­le zu schrei­ben, nur in der Hoff­nung auf die Nach­sicht derer, wel­che sich mit mei­nem Wer­ke beschäf­ti­gen wol­len.“ Sol­che Nach­sicht ist auch bei Bodo Koenigs­becks Fagott­ba­sis in kei­ner Wei­se ange­bracht, denn das 2016 erschie­ne­ne Buch ist hilf­reich, fach­ge­recht und sub­stan­zi­ell aus einer ange­pass­ten Über­tra­gung der Obo­en­ba­sis des Obo­is­ten Marc Schae­fer­diek ent­stan­den, wobei klei­ne Ände­run­gen im Text vor­ge­nom­men und mit Noten­bei­spie­len für Fagott ver­se­hen wur­den.
Hier­bei sol­len auf der Basis mehr­jäh­ri­ger Leh­rer- und Schü­ler­er­fah­run­gen hilf­rei­che Anlei­tun­gen in Rich­tung eines sinn­vol­len ele­men­ta­ren, metho­di­schen und didak­ti­schen Unter­richts­auf­baus erzielt wer­den. Aller­dings sind im Unter­richt sicher ent­spre­chen­de Erklä­run­gen und ergän­zen­de Anlei­tun­gen eines erfah­re­nen Men­tors erfor­der­lich, auch in Rich­tung einer geziel­ten Übestra­te­gie.
Grund­sät­ze des Übens wer­den ange­spro­chen: Wie übe ich rich­tig oder wie kann ich in kur­zer Zeit mit wenig Auf­wand den größt­mög­li­chen Lern­ef­fekt erzie­len? Emp­foh­len wird, regel­mä­ßig, mit Kon­zen­tra­ti­on, mit Abwechs­lung und mit Sys­tem zu üben. Zusätz­lich die Ein­tei­lung der Zeit mit dem Per­fek­tio­nie­ren von hal­tungs-, atmungs- und fin­ger­tech­ni­schen Kom­po­nen­ten.
Wei­te­re wich­ti­ge Ele­men­te wie Kör­per­hal­tung, Atmung mit ent­spre­chen­den Atem- und Vibra­to­übun­gen, Fin­ger­hal­tung und Koor­di­na­ti­on, Ton­er­zeu­gung mit vari­ie­ren­den Zun­gen­funk­tio­nen wer­den auf­ge­zeigt. Außer­dem die Emp­feh­lung von Ein­spiel­va­ri­an­ten mit inten­si­vem Übungs- und Grund­la­gen­pro­gramm.
Geson­dert erklärt wird außer­dem eine gute Kör­per­hal­tung als grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für die Beherr­schung einer funk­tio­nie­ren­den Atem­tech­nik. The­ma­ti­siert wer­den in die­sem Zusam­men­hang auch Rund­rü­cken, Hohl­kreuz, Bauch- und Rücken­mus­ku­la­tur, Zwerch­fell- und Becken­bo­den­mus­ku­la­tur bei Hal­tungs­schä­den.
Das kom­ple­xe The­ma Atmung wird anhand drei­er Atmungs­mög­lich­kei­ten erläu­tert: der (feh­ler­haf­ten) Brust­at­mung bzw. der Flach­at­mung, der Zwerch­fell­at­mung und der kom­bi­nier­ten Atmung, Ein- und Aus­at­mung, Luft­druck und Ansatz im Zusam­men­hang von Into­na­ti­on, Ton­qua­li­tät und Dyna­mik, Lip­pen­druck und Ansatz­druck mit Atem­übungen.
Die­se Ver­öf­fent­li­chung ver­steht sich nicht als Fagott­schu­le, son­dern als beglei­ten­der Leit­fa­den für Lehr­kräf­te und Schü­le­rIn­nen für eine sinn­vol­le Unterrichts­architektur und Übestra­te­gie. Eine wich­ti­ge und sinn­vol­le Ergän­zung der Stu­di­en­li­te­ra­tur.
Alfred Rin­der­spa­cher