Reider, Valentina

Flö­ten­zau­ber

Blockflöte spielen mit ­Valentina, Band 1-3, mit oder ohne CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2015/16
erschienen in: üben & musizieren 4/2017 , Seite 59

Valen­ti­na und Chebby, der klei­ne Fuchs, sind bes­te Freun­de – und die Leit­fi­gu­ren in der von Valen­tina Rei­der ver­fass­ten Block­flö­tenschule Flö­ten­zau­ber, die sich bereits an Vor­schul- und Grund­schul­kin­der rich­tet. Mit­tels die­ser Schu­le, die sowohl im Ein­zel- als auch im Part­ner- oder Grup­pen­un­ter­richt mit Erfolg ein­ge­setzt wer­den kann, gelingt es auf ele­gan­te Wei­se, den Bogen vom Ele­men­tar­un­ter­richt zum frü­hen Instru­men­tal­un­ter­richt zu schla­gen.
Sehr über­sicht­lich gestal­te­te Sei­ten, gro­ße Nota­ti­on, die Lie­der unter­stüt­zen­de Aus­mal­bil­der auf jeder Sei­te laden die Kin­der zum Malen und Musi­zie­ren ein. Die Mal­pha­sen kann die Lehr­per­son nut­zen, um im Unter­richt Bin­nen­dif­fe­ren­zie­rung zu ermög­li­chen und sich Kin­dern, die noch etwas Unter­stüt­zung oder Hil­fe benö­ti­gen, ent­spre­chend zu wid­men.
Ein durch­gän­gi­ges Ele­ment ist die Inter­ak­ti­vi­tät. Nahe­zu auf jeder Sei­te gibt es neben Valen­tina und Chebby auch musi­ka­li­sche Illus­tra­tio­nen, die ange­malt wer­den sol­len. Bei der Ein­füh­rung der ein­zel­nen Töne wer­den die Hand sowie die durch einen grü­nen Punkt ver­se­he­nen Fin­ger, die den Ton grei­fen, dar­ge­stellt. Das Griff­bild ist für Kin­der sehr anschau­lich auf der gemal­ten Flö­te mit schwar­zen Punk­ten auf den Löchern gekenn­zeich­net.
Durch die Viel­zahl an Übun­gen, die mit Aus­mal­bil­dern gekop­pelt sind, kann man als Lehr­kraft leicht sehen, ob der Schü­ler sich die Ton­na­men, die dazu­ge­hö­ri­gen Noten und das Griff­bild bereits ein­ge­prägt hat und durch das kor­rek­te Aus­ma­len der Griff­löcher wie­der­ge­ben kann.
Der umfas­sen­de Pra­xis­test bestä­tigt den posi­ti­ven Ein­druck. Tier­lie­der, India­ner­lied, Geis­ter­lied: The­men, die in kei­ner Früh­erzie­hung feh­len dür­fen. Kin­der im zwei­ten Früh­erzie­hungs­jahr haben bereits gro­ße Kennt­nis­se im Sin­gen und Musi­zie­ren mit ele­men­ta­ren Orff-Instru­men­ten. Die Hin­zu­nah­me der Block­flö­te mit die­sem Lehr­werk ermög­lich­te es, Band 1 bereits ziem­lich weit zu erar­bei­ten.
In Band 2 wird der Stil, wie die neu­en Töne ein­ge­führt wer­den, bei­be­hal­ten. Der Ambi­tus erwei­tert sich um die tie­fen Töne von f' bis c', deckt also von d'' bis hin­ab zum c' die dia­to­ni­schen Töne ab. Auch in Band 2 kann man Lach­ge­sich­ter ver­ge­ben, wenn eine Auf­ga­be beson­ders gut gemacht oder ein Lied feh­ler­frei gespielt wur­de. Band 3 erwei­tert den Ambi­tus bis a'', die ers­ten Vor­zei­chen wer­den ein­ge­führt.
Die Früh­erzie­hungs­kin­der lie­ben Valen­ti­na und Chebby sowie das klein­schrit­ti­ge Vor­ge­hen. Zumal auf Dyna­mik, Phra­sie­rung und Arti­ku­la­ti­on ver­zich­tet wird, um die klei­nen Schü­le­rIn­nen nicht zu über­for­dern und den Lehr­kräf­ten größt­mög­li­chen Frei­raum in der Inter­pre­ta­ti­on zu gewäh­ren. Das gemein­schaft­li­che Kre­ieren der Far­ben für die Lie­der und das Aus­ge­stal­ten der Melo­die­bö­gen lässt die bezau­bern­den Kom­po­si­tio­nen wie Edel­stei­ne fun­keln.
Chris­tia­ne Mai­er