Amandi, Elisabeth

Garan­tiert Marim­ba lernen

Die Methode für Einsteiger und Fortgeschrittene an Marimba, Xylophon und Vibraphon. Mit 300 internationalen Songs und Konzertstücken, vom einfachen Kinderlied zum virtuosen Hummelflug, mit MP3-CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Alfred Music, Köln 2020
erschienen in: üben & musizieren 5/2021 , Seite 64

Eli­sa­beth Aman­di war eine Pio­nie­rin, als sie 1973 nach Schul­mu­sik- und Kla­vier­leh­rer­stu­di­um als eine der ers­ten Frau­en ein Schlag­zeug­stu­di­um auf­nahm. In der Klas­se von Sieg­fried Fink stu­dier­te sie an der Musik­hoch­schu­le Würz­burg in einem höchst inno­va­ti­ven Umfeld. Aman­di spe­zia­li­sier­te sich schnell auf das Marim­ba­fon und auf Cross­over-Spiel­ar­ten voll melo­disch-rhyth­mi­scher Klän­ge. Neben ihrer eige­nen künst­le­ri­schen Tätig­keit ist sie eine lei­den­schaft­li­che Päd­ago­gin, der das Unter­rich­ten an allen Schlag­in­stru­men­ten am Her­zen liegt. In der Musik­schu­le ihrer eige­nen Stif­tung führt sie Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne aber vor allem zum Musi­zie­ren mit der Marimba.
Seit 1981 ver­öf­fent­licht Eli­sa­beth Aman­di regel­mä­ßig Schlag­zeug­lehr­wer­ke. 2020 erschien ihr Opus magnum Garan­tiert Marim­ba ler­nen. Anders als ande­re aktu­el­le Schul­wer­ke für Stab­spiel­in­stru­men­te beschränkt sich ihr Ansatz hier auf das Spiel mit zwei Schlä­geln. Das akkor­di­sche oder poly­fo­ne Spiel mit vier Schlä­geln wird im Erläu­te­rungs­teil nur kurz gestreift.
Aus­ge­hend von einem Drei­ton­raum erar­beit Aman­di in 300 kur­zen Kom­po­si­tio­nen das gesam­te Spek­trum des Instru­ments. Sie erwei­tert den Ton­raum, führt Ton­ar­ten ein und erläu­tert Spiel­wei­sen wie Tre­mo­lo und Glis­san­do, sie übt Dyna­mik und Phra­sie­rung – wobei sie lang­sam und sicher die melo­di­sche und rhyth­mi­sche Kom­ple­xi­tät stei­gert. Die Autorin ver­zich­tet gänz­lich auf tech­ni­sche Übun­gen und setzt aus Grün­den der Schü­ler­mo­ti­va­ti­on auf leicht memo­rier­ba­re und wohl­be­kann­te Melo­dien inter­na­tio­na­ler Volks- und Kin­der­lie­der, die sie über Schla­ger und Ever­greens bis hin zu kur­zen Vir­tuo­sen­stü­cken entwickelt.
Das gut gemach­te und leicht les­ba­re Marim­ba-Song­book wird sinn­vol­ler­wei­se ergänzt durch eine CD mit bei­spiel­haf­ten Auf­nah­men der 300 Songs im MP3-For­mat, wodurch sich die Mög­lich­keit zum Selbst­stu­di­um eröff­net. Marim­ba­lehr­kräf­te wer­den sich wahr­schein­lich nicht allein auf die­sen Band ver­las­sen, son­dern ihn mit ande­rem Lehr­ma­te­ri­al flan­kie­ren. Den­noch ist Garan­tiert Marim­ba ler­nen ein gro­ßer Schatz für alle Marim­ba­be­geis­ter­ten. Musik­schü­ler wer­den sich jede Woche auf das nächs­te schö­ne Stück freu­en, Schlag­zeug­stu­die­ren­de kön­nen immer wie­der ihre Blatt­spiel­qua­li­tä­ten und den tech­ni­schen Fort­schritt über­prü­fen. Und auf hof­fent­lich alle wird sich die Erfah­rung von Eli­sa­beth Aman­di über­tra­gen, dass das Marim­ba­spiel Genuss pur ist.
Den krö­nen­den Abschluss bil­det Rim­ski-Kor­sa­kows vir­tuo­ser Hum­mel­flug. Aman­di selbst spiel­te die­ses Stück 1981 in der Fern­seh­sen­dung „Wet­ten dass…“ in 47 Sekun­den und wur­de so zur Wett­kö­ni­gin des Abends. Ich ver­mute, dass die­ser Rekord noch heu­te Bestand hat. Topp, die Wet­te gilt!
Ste­phan Froleyks