Schiefer, Heinz-Reiner / Markus Brachtendorf

Get Fit in Rhythm

Rhythmustraining mit Call & Response, mit 2 CDs

Rubrik: Bücher
Verlag/Label: Schott, Mainz 2017
erschienen in: üben & musizieren 4/2017 , Seite 50

„Übung macht den Meis­ter, auch wenn es um Rhyth­mus geht!“ So been­den Heinz-Rei­ner Schie­fer und Mar­kus Brach­ten­dorf, die Autoren von Get Fit in Rhythm, das Vor­wort ihres Buchs zum Rhyth­mus­trai­ning. Und in der Tat kön­nen und müs­sen auch die rhyth­mi­schen Fähig­kei­ten gelernt und geübt wer­den. Dabei hilft das blo­ße Wie­der­ho­len von miss­lun­ge­nen Stel­len oft nicht wei­ter, um einen Solis­ten oder ein Ensem­ble rhyth­misch zu ver­bes­sern. Hier braucht es ein Kon­zept, das alle Facet­ten des rhyth­mi­schen Spiels berück­sich­tigt: Um Rhyth­men gut und musi­ka­lisch inter­pre­tie­ren zu kön­nen, muss ich sie im Vor­feld gehört, ver­stan­den und erfah­ren haben, muss sie im nächs­ten Schritt auf eine ent­spann­te Art und Wei­se auf den Kör­per über­tra­gen und muss gege­be­nen­falls auch in der Lage sein, sie aus der Noten­schrift her­aus­le­sen zu kön­nen.
All die­sen Schrit­ten wid­met sich das vor­lie­gen­de Buch. Da die bei­den erfah­re­nen Musik­päd­ago­gen Schie­fer und Brach­ten­dorf schwer­punkt­mä­ßig an der Musik­schu­le der Stadt Lever­ku­sen im Bereich der Son­der­päd­ago­gik enga­giert sind, ist ihr Ansatz sehr ele­men­tar. Im Zen­trum steht die Pra­xis des vor allem in der afri­ka­ni­schen Musik bekann­ten Call & Respon­se, des Vor- und Nach­spie­lens. In 32-tak­ti­gen Abfol­gen wer­den jeweils ein­tak­ti­ge Pat­terns, die sich in ihrer Kom­ple­xi­tät im Ver­lauf des Buchs stei­gern, vom Leh­rer oder der Leh­re­rin vor­ge­klatscht und von der Grup­pe beant­wor­tet.
Die ers­ten Übun­gen mit Vier­tel- und Ach­tel­no­ten sind schon für Kin­der im Grund­schul­al­ter geeig­net, für die kom­pli­zier­te­ren bedarf es des regel­mä­ßi­gen Musi­zie­rens über län­ge­re Zeit. Das ein­fa­che Prin­zip des Call & Res­ponse wird durch zwei bei­gefüg­te CDs ergänzt, vari­iert und ange­rei­chert. Mit der Cajon gespiel­te Begleit­groo­ves erhö­hen dabei die musi­ka­li­sche Attrak­ti­vi­tät des Klat­schens, bei umge­kehrt ver­lau­fen­den Tracks wer­den die Rol­len getauscht und die Grup­pe selbst gibt die gele­se­nen Rhyth­men vor.
In 33 kur­zen Stü­cken und zwölf wei­te­ren Musik­bei­spie­len zwi­schen Bos­sa, Funk und Sam­ba, zu denen geklatscht wer­den kann, wird eine gro­ße Band­brei­te popu­lä­rer Sti­le und Groo­ves in unter­schied­li­chen Tem­pi geübt, womit sich Bands und Ensemb­les gezielt auf ihr spe­zi­el­les Reper­toire vor­be­rei­ten kön­nen. Die musik­päd­ago­gi­schen Hin­wei­se in den Begleit­tex­ten sind aus der umfang­rei­chen Pra­xis der Autoren gespeist und aus­ge­spro­chen hilf­reich.
Ob als wöchent­li­ches Warm-up bei der Ensem­ble­pro­be, als geziel­te rhyth­mi­sche Schu­lung im Ein­zel­un­ter­richt oder als Rhyth­mus­play­back bei Impro­vi­sa­tio­nen: Get Fit in Rhythm ist ein effi­zi­en­tes, krea­tiv und lust­voll zu nut­zen­des Werk­zeug, das die all­zu zu oft gehör­te Anwei­sung des Band­lea­ders bald über­flüs­sig machen wird: „Das müs­sen wir wohl noch mal spie­len, der Rhyth­mus…!“
Ste­phan Fro­leyks