Saalmann, Jürgen

Gitarren-Trickkiste

Geknackt und vorgestellt von Trixi. Mit 50 tollen Gitarrentricks. Ein Gitarren-Lernbuch, illustriert von Eva Pospiech

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Leu, Neusäß 2025
erschienen in: üben & musizieren 4/2026 , Seite 63

Jürgen Saalmann versteht seine Gitarren-Trickkiste als Nachschlage-, Mitmach- und Trainingsbuch sowie als Begleitung und Bereicherung des Gitarrenunterrichts. Er möchte Kinder von sieben bis zwölf Jahren ansprechen, die Aufmachung mit dem kleinen Waschbären Trixi dürfte vor allem Grundschulkinder ansprechen.
Ein Durcharbeiten von Seite 1 bis 76 ist von Saalmann nicht intendiert. Ausdrücklich ist ein Hin- und Herspringen innerhalb der einzelnen Kapitel erwünscht. Der erste Teil besteht aus zahlreichen guten Übetricks, von denen sich etliche auch für AnfängerInnen auf anderen Instrumenten eignen. Saalmann empfiehlt feste Übeorte und feste Übezeiten, lässt Jokertage zu, an denen das Üben auch mal ausfallen darf, und vieles mehr. Die Haltungs- und Aufwärmtipps sind ebenfalls sinnvoll. In der „Musikwerkstatt“ gibt er gute Ratschläge, wenn es mal ploppt, knarzt, quietscht oder einfach falsch klingt. Immer gilt: „Aufgeben gibt’s nicht“, und wenn der Frust wächst, heißt es: „Du bist stärker als das Frustmonster!“
Im Kapitel „Fingertricks“ wird in sehr schneller Abfolge in die elementare Technik des Gitarrenspiels eingeführt. Über Daumenanschlag auf den Leersaiten geht es in Viertel-, Achtel- und halben Noten mit Dynamik und Wechselschlag weiter, die linke Hand mit allen vier Fingern und sogar etwas Lagenspiel kommen gleich hinzu.
Nur wenige GitarrenanfängerInnen werden mit diesem rasant fortschreitenden Tempo Schritt halten können. Hier muss man sich daran erinnern, dass Jürgen Saalmann sein Buch eben nicht als Gitarrenschule, sondern als Mitmach-, Nachschlage- und Trainingsbuch konzipiert hat, dem die Lehrkraft nicht chronologisch folgen sollte.
Weiter geht es mit den „Notentricks“. In diesem Kapitel werden Notenlinien und -hälse, Takte, Hilfslinien, auch Violinschlüssel und manches mehr eingeführt, obwohl einiges – so könnte man kritisch einwenden – bereits im Kapitel vorher verwendet wird. Im kurz gehaltenen Abschlusskapitel „Rhythmus­tricks“ führt Saalmann in Spieltempo, Vorzählen und Grundschlag ein, empfiehlt beispielsweise das gleichmäßige Gehen in verschiedenen Geschwindigkeiten. Die Trickkiste schreitet auch hier sehr schnell voran. Im Stück „Warteschlange“, nach „Alle meine Entchen“ gerade mal das zweite Lied bei den Rhythmustricks, finden bereits halbe, ganze und Viertelnoten im 4/4-Takt inklusive Überbindungen und dynamischen Stufen von Piano bis Forte mit crescendo und decrescendo Anwendung. Das ist sehr viel auf einmal für den Gitarrennachwuchs!
Sinnvoll kann es für Lehrkräfte sein, einzelne Aufgaben im Unterricht zu behandeln. Besonders die „Übetricks“ und die „Musikwerkstatt“ sind hierfür sehr gut geeignet. Jedoch sollten Eltern und Lehrkraft gemeinsam gut überlegen, ob die Trickkiste tatsächlich als treuer Begleiter des Gitarrenunterrichts geeignet ist.
Uwe Sandvoß

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