Sandercoe, Justin

justinguitar.com

Akustikgitarren-Songbook. 50 fabelhafte Akustikgitarren-Songs mit detaillierten Spieltipps!

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Bosworth, Berlin 2016
erschienen in: üben & musizieren 3/2017 , Seite 56

Online-Gitar­ren­un­ter­richt ist im Trend und so bie­tet der eng­li­sche Gitar­rist Jus­tin San­der­coe auf sei­ner Web­site www.justinguitar.com zahl­rei­che Lehr-Vide­os zu unter­schied­li­chen The­men des Gitar­ren­un­ter­richts an – von kom­plet­ten Songs bis zu Licks und stil­ty­pi­schen Beglei­tun­gen. Als Ergän­zung dazu gibt es aber auch gänz­lich undi­gi­ta­le Print-Aus­ga­ben mit Song-Sam­m­­lun­gen zu bestimm­ten The­men.
Das neue Akus­tik­gi­tar­ren-Song­book bie­tet 50 Klas­si­ker der akus­ti­schen Gitar­re mit Akkord­dia­gram­men, Spiel­tech­ni­ken und in Tabu­la­tur notier­ten Intros und Solo­parts. Die­se sind in vier  Schwie­rig­keits­stu­fen unter­teilt (Anfän­ger, Mit­tel­stu­fe, Mit­tel­stu­fe+ und Tab), deren Band­brei­te von simp­len Strum­ming-Pat­terns bis zu kom­plet­ten Tran­skrip­tio­nen reicht.
Was den Stil und die musi­ka­li­sche Epo­che angeht, zeigt sich San­der­coe fle­xi­bel und offen: Die Song­aus­wahl reicht von Cat Ste­vens über David Bowie und Nir­va­na bis zu aktu­el­len Inter­pre­ten wie Mum­ford & Sons. Zu jedem Stück wer­den die dazu­ge­hö­ri­gen Akkor­de in Griff­dia­gram­men und ein Anschlags­mus­ter für die rech­te Hand erklärt. Die dazu­ge­hö­ri­ge Nota­ti­on ist sau­ber und gitar­ren­ty­pisch. Etwas ver­wir­rend sind die Leadshe­ets zu den jewei­li­gen Songs, die teil­wei­se nur den Text mit dar­über­ste­hen­den Akkor­den bie­ten. Die genaue Takt­ein­tei­lung fin­det man oft nur für bestimm­te Stel­len des jewei­li­gen Stücks, was gera­de Anfän­ge­rIn­nen das Ein­set­zen des Anschlags­mus­ters erschwert. Hier hilft nur Anhö­ren des Songs oder Rück­spra­che mit dem rea­len Gitar­ren­leh­rer, denn der Online-Leh­rer zeich­net sich in der Regel nicht durch gro­ße Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit aus. Das ist aber auch das ein­zi­ge Man­ko die­ses gut durch­dach­ten Hefts.
Alle Song­parts wer­den gut erklärt, in musi­ka­lisch sinn­vol­le Abschnit­te unter­teilt und nicht mit abs­trak­ten Theo­rie-Erklä­run­gen über­las­tet. Im Gegen­satz zu kom­plet­ten Song­tran­skrip­tio­nen ent­wi­ckelt der Schü­ler oder die Schü­le­rin so ein gutes Ver­ständ­nis für die ein­zel­nen Song­parts und kann je nach Spiel­ni­veau ­eine ein­fa­che Begleit­ver­si­on des Titels spie­len oder zusätz­lich Int­ros, Melo­die-Lini­en und Solo­parts dazu­neh­men. Ein erfri­schend un­pädagogischer Ansatz, nach dem schon vie­le Gitar­ris­tIn­nen ihr Hand­werk gelernt haben.
Als Abschluss fin­det man fünf kom­plet­te Songs, die abge­se­hen von Joe Satria­nis Tears in the Rain zum Stan­dard-Reper­toire jedes Akus­tik­gi­tar­ris­ten gehö­ren. Neben den Schmacht-Bal­la­den Tears in Hea­ven und More than Words ste­hen Black­bird von den Beat­les und die klas­si­sche e-Moll-Roman­ze. Beherrscht man alle im Buch vor­ge­stell­ten Akkor­de und Songs, ist man für den Unplug­ged-Auf­tritt gerüs­tet und kann sich wei­te­ren gitarris­tischen Her­aus­for­de­run­gen stel­len. Ein gelun­ge­ner Band, der sowohl für auto­di­dak­ti­schen als auch für Leh­rer-Schü­ler-Unter­richt bes­tens zu gebrau­chen ist.
Mar­tin Schmidt