Mauz, Rudolf

Kla­ri­net­te spie­len – mein schöns­tes Hobby

Die moderne Klarinettenschule für Jugendliche und Erwachsene, mit CD

Rubrik: Noten
Verlag/Label: Schott, Mainz 2010
erschienen in: üben & musizieren 6/2010 , Seite 62

Den Autor der erfolg­rei­chen Kla­ri­net­ten­schu­le Die fröh­li­che Kla­ri­net­te, Rudolf Mauz, hat der Schott-Ver­lag nun auch mit der Kla­ri­net­ten-Aus­ga­be sei­ner Rei­he „Instru­men­te spie­len – mein schöns­tes Hob­by“ betraut. Der Ziel­grup­pe die­ser neu­en Schu­le ent­spre­chend ist im Ver­gleich zur Fröh­li­chen Kla­ri­net­te das Lern­tem­po beson­ders am Anfang etwas höher, sodass schnell der Oktav­raum von g‑g' erschlos­sen wird. Am Ende des Ban­des sind dann alle nicht über­bla­se­nen Töne (bis auf das klei­ne fis) sicher erarbeitet.
Die Aus­wahl der Melo­dien bezie­hungs­wei­se die eigens von Mauz geschrie­be­nen Stü­cke sind am popu­lä­ren Musik­ge­schmack ori­en­tiert. Dazu kom­men inter­es­san­te Bei­spie­le aus der inter­na­tio­na­len Folk­lo­re in Form von Spiel­stü­cken (mit Akkord­sym­bo­len in C‑Stimmung) und Duet­ten, wobei bei­de Stim­men von Schü­le­rIn­nen spiel­bar sind. Dane­ben gibt es selbst­ver­ständ­lich not­wen­di­ge Fin­ger­übun­gen. Der musik­theo­re­ti­sche Anteil ist auf Not­wen­di­ges beschränkt und Ton­lei­tern- und Drei­klang­sübun­gen neh­men eine unter­ge­ord­ne­te Stel­lung ein. Im Vor­der­grund steht das Erler­nen der Kla­ri­net­ten­tech­nik anhand der moti­vie­ren­den Spielstücke.
Wem das Übungs­ma­te­ri­al auf den 100 Sei­ten nicht genügt, der kann auf der gut gestal­te­ten Inter­net­sei­te www.klarinette-lernen.de mit Hil­fe eines Codes Down­loads abru­fen, auf die in der Schu­le ver­wie­sen wird. Dort fin­det man auch leich­te Kla­vier­be­glei­tun­gen, Lösun­gen von Auf­ga­ben­stel­lun­gen und ergän­zen­de Infor­ma­tio­nen zur Kla­ri­net­te und zum Üben.
Auf der bei­lie­gen­den CD sind auf 64 Tracks Play­backs und Auf­nah­men der Duet­te ein­ge­spielt. Die Begleit­sät­ze ent­hal­ten zunächst die voll­stän­di­ge Ver­si­on und dann das Play­back. Bei den Duet­ten gibt es nur die Voll­ver­si­on. Hier ver­misst man die Auf­nah­me der Ein­zel­stim­men zum Mit­spie­len der jeweils feh­len­den Duo­stim­me. Wie bei vie­len Begleit-CDs ist auch in die­sem Fall anzu­mer­ken, dass sie der Aus­bil­dung eines dif­fe­ren­zier­ten Musik­ge­schmacks durch einen über­wie­gend am Gän­gi­gen ori­en­tier­ten Sound ent­ge­gen­wirkt. Wie heißt es doch im Vor­wort der Schu­le? „Man kann mit ihr [der Kla­ri­net­te] in den unter­schied­lichs­ten Stil­rich­tun­gen und Beset­zun­gen musi­zie­ren.“ Gera­de dies soll­te dann auch auf einer Begleit-CD rea­li­siert wer­den, auch wenn dies etwas auf­wän­di­ger ist.
Das Lay­out von Kla­ri­net­te spie­len – mein schöns­tes Hob­by ist sehr schlicht und geht mit dem zur Ver­fü­gung ste­hen­den Platz sehr ver­schwen­de­risch um, da eini­ge Sei­ten sehr spar­sam bedruckt sind und dort eigent­lich noch Platz für man­ches Noten­bei­spiel gewe­sen wäre. Außer­dem hät­ten die Ver­wei­se auf die Down­loads platz­spa­ren­der durch ein Sym­bol ange­zeigt wer­den kön­nen. Mit die­ser metho­disch sich auf bewähr­tem Pfad bewe­gen­den Schu­le hat Mauz eine gute Alter­na­ti­ve zu sei­ner für den frü­hen Anfang kon­zi­pier­ten Schu­le Die fröh­li­che Kla­ri­net­te vor­ge­legt, mit der etwas zügi­ger gear­bei­tet wer­den kann.
Heri­bert Haase