Behschnitt, Rüdiger

Mei­ne App

„SessionBand“ – Einfache harmonische Play-alongs schreiben

Rubrik: musikschule )) DIREKT
erschienen in: üben & musizieren 6/2013 , musikschule )) DIREKT, Seite 12

Das kann sicher jeder Schü­ler und jede Schü­le­rin bestä­ti­gen: Wenn die Leh­re­rin im Unter­richt das Lied beglei­tet, das man gera­de erar­bei­tet, dann macht das Spie­len gleich noch­mal so viel Spaß. Zuhau­se ist man dann mit sei­nem Melo­diein­stru­ment oder auch der Gitar­re wie­der allei­ne und die Freu­de am kräf­ti­gen, klang­vol­len Song, wie man sie im Unter­richt erlebt hat­te, ist vor­über. Wie schön wäre es doch, wenn man jetzt einen Beglei­ter oder zumin­dest eine Begleit- oder Play-along-CD hät­te.
Eine sol­che ist jedoch nicht immer vor­han­den. Hier schafft die App Ses­si­onBand Abhil­fe. Mit Ses­si­onBand kann man als Leh­rer oder Leh­re­rin recht rasch ein­fa­che har­mo­ni­sche Beglei­tun­gen zu Melo­di­en schrei­ben. Zur Ver­fü­gung ste­hen die sie­ben Stan­dard-Akkor­de „maj“, „min“, „7“, „min7“, „maj7“, „sus4“ und „sus2/9“, die auf jeden Aus­gangs­ton ange­wen­det wer­den kön­nen. Über eine klei­ne Kla­vier­tas­ta­tur wählt man den Aus­gangs­ton (z. B. d), anschlie­ßend den gewünsch­ten Akkord
(z. B. „7“) und schon erklingt der Sept­akkord über d in einem her­vor­ra­gen­den Gitar­ren­sound. Auto­ma­tisch wird jeder gewähl­te Akkord für die Län­ge zwei­er Tak­te zu je vier Schlä­gen ein­ge­fügt. Mit Fin­ger­sprei­zung kann man jedoch sogleich die Dau­er der Akkord­be­glei­tung ver­än­dern und z. B. auf einen hal­ben Takt (zwei Schlä­ge) ver­kür­zen.
Auf die­se Wei­se lässt sich rasch eine Melo­die har­mo­ni­sie­ren. Mit­tels „drag and drop“ kann man aus­ge­wähl­te Abschnit­te zeit­spa­rend ver­dop­peln, die Loop-Funk­ti­on wie­der­holt das kom­plet­te Stück, so oft man will. Ein Nach­teil ist, dass Ses­si­onBand nur ein Vie­rer-Takt­sche­ma vor­gibt. Unter Miss­achtung der vor­ge­ge­be­nen Takt­ein­tei­lung kann man aber auch unge­ra­de Metren ein­ge­ben, was jedoch ein gewis­ses Abstrak­tionsvermögen erfor­dert.
Doch das ist noch nicht alles. Die fer­ti­ge Beglei­tung kann in der Geschwin­dig­keit ver­än­dert und an das aktu­el­le Übe-Tem­po des Schü­lers oder der Schü­le­rin ange­passt wer­den. Eben­so lässt sich das gesam­te Stück auf jede belie­bi­ge Stu­fe trans­po­nie­ren. Doch der eigent­li­che Clou: Die Beglei­tung kann nun in ver­schie­dens­ten Inst­rumentierungen und Sti­len (Blues, Pop, Coun­try, Elec­tro­nic, Hip­Hop, Rock und ande­re) abge­spielt wer­den. Vie­le Sounds wur­den pro­fes­sio­nell ein­ge­spielt: Das Klang­ergebnis ist beein­dru­ckend und lässt so man­che Play-along-CD hin­ter sich. Am Mini-Equa­li­zer las­sen sich zudem noch ein­zel­ne Instru­men­te sepa­rat aus­steu­ern.
In der iPad-Ver­si­on von Ses­si­onBand (für iPad: 2,69 Euro, für iPho­ne: 1,79 Euro) sind immer­hin bereits zwan­zig Sounds ver­füg­bar, vie­le wei­te­re las­sen sich mit­tels In-App-Kauf erwer­ben. Die hier bespro­che­ne „Ori­gi­nal Edi­ti­on“ gibt es auch als „Jazz Edi­ti­on“, „Pia­no Edi­ti­on“ oder „Acous­tic Gui­tar Edi­ti­on“. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen kann man im Inter­net abru­fen unter www.sessionbandapp.com.
Natür­lich lässt sich Ses­si­onBand auch zur Unter­wei­sung bzw. Übung in Har­mo­nie­leh­re nut­zen, wenn die Schü­le­rIn­nen ihre eige­ne Beglei­tung „kom­po­nie­ren“. Wel­cher Akkord passt wo, was funk­tio­niert gar nicht, wodurch ent­steht ein Spannungs­bogen? Ist die Beglei­tung abge­schlos­sen, so lässt sie sich per e-mail (an den Schü­ler oder die Schü­le­rin) ver­sen­den oder per Audio­Co­py (mit einem Zusatz­pro­gramm) expor­tie­ren. Üben ohne Beglei­tung im Anfangs­un­ter­richt macht kei­nen Spaß? Mit Ses­si­onBand soll­te sich die­ses Pro­blem erle­digt haben.